Soziale Herausforderungen im Home-Office: So kommen Sie klar!

Von Christina Holl on 25. September 2020

Je länger Sie von Zuhause aus arbeiten, desto bewusster werden Ihnen die Herausforderungen im Home-Office. Kommunikation zum Beispiel: Wie können Sie den Kollegen auch aus der Ferne nah sein? Und wie meistern Sie den Umgang mit der Technik? Keine Sorge: Für jedes Problem gibt es eine Lösung!

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Anfängliche Euphorie ist bei vielen verflogen

Und, wie ergeht es Ihnen im Home-Office? Corona-bedingt arbeiten viele Beschäftigte auch noch nach Monaten scharenweise von Zuhause. Bei manchen ist die anfängliche Euphorie darüber verflogen, in Jogginghose vor dem Rechner zu sitzen und zudem Wege und Kosten zu sparen. Längst nicht jeder ist fürs Home-Office geschaffen und würde lieber wieder zurück ins Büro – und zwar dauerhaft. Einer aktuellen Umfrage von Robert Half zufolge halten es etwa 28 % der Beschäftigten für unwahrscheinlich, nach der Pandemie weiterhin von zu Hause aus zu arbeiten. Hauptgrund ist für mehr als ein Drittel (35 %) die fehlende Nähe zu den Kollegen.

Besonders Menschen, die allein leben, fühlen sich im Home-Office schnell isoliert, ebenso wie gesellige Gemüter mit hohem Kommunikationsbedarf. Und selbst introvertierten Naturen dürften die Kollegen vermutlich doch irgendwann fehlen. Denn: Für fast alle von uns ist der regelmäßige Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten ein elementarer Bestandteil des Soziallebens. Der spontane Plausch in der Kaffeeküche, das Diskutieren von Ideen, das gemeinsame Mittagessen – all das fällt im Home-Office zunächst einmal weg.

Einsamkeit im Home-Office kann die Gesundheit gefährden

Dauerhaft kann die soziale Isolation bei der Arbeit von zu Hause aus zur Belastung werden. Schlimmstenfalls vermag Einsamkeit im Home-Office sogar die Gesundheit zu gefährden und psychische Probleme hervorzurufen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Depression, Schlaflosigkeit oder Migräne.

Dazu soll es natürlich gar nicht erst kommen. Falls Sie Anflüge von Einsamkeit im Home-Office verspüren, handeln Sie lieber umgehend und kontern Sie dem Home-Office-Blues, bevor er mit voller Wucht einsetzt. Um die sozialen Herausforderungen im Home-Office zu meistern und sich den Kollegen auch aus der Ferne nahe zu fühlen, können zum Beispiel folgende Maßnahmen helfen:

  • Verabreden Sie sich digital mit Ihren Kollegen. Wie wäre es mit einer Videokonferenz, bei der es mal nicht um Berufliches geht – oder nur am Rande? Vielleicht finden Sie sogar einen festen Tag in der Woche, an dem Sie sich austauschen. Auch ein digitaler Lunch, bei dem Sie gemeinsam Ihr Essen vor dem Rechner verspeisen statt einsam auf der Stulle herumzukauen, kann eine gute Idee sein.
  • Telefonieren Sie, statt E-Mails zu versenden. Auf diese Weise sind Sie mit Ihrem Gegenüber im direkten Austausch und hören eine menschliche Stimme. Auch das kann das Gefühl mildern, von anderen abgeschieden zu sein.
  • Fassen Sie Ihre Gefühle in Worte. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, Einsamkeitsgefühle im Home-Office offen anzusprechen. Doch fassen Sie sich ein Herz und wenden Sie sich an einen Kollegen oder Vorgesetzten Ihres Vertrauens. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie mit solchen Problemen garantiert nicht allein sind. Vermutlich ist Ihnen Ihr Gegenüber sogar dankbar, wenn Sie diese soziale Herausforderung im Home-Office ansprechen und es entspinnt sich ein fruchtbares Gespräch, in dem Sie Lösungen für die aktuellen Belastungen finden.

Anders gestaltet sich die Situation für Mitarbeiter, die neben den beruflichen Anforderungen familiär stark eingespannt sind und beispielsweise nach der Arbeit Kinder betreuen. Ihnen bleibt im Home-Office meist wenig Zeit, um mit den Kollegen über Privates zu sprechen. Dennoch ist es für sie genauso wichtig, trotz enger Zeitfenster das soziale Miteinander nicht völlig unter den (Schreib-)Tisch fallen zu lassen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, irgendwann den Kontakt zu Ihren Kollegen zu verlieren.

Kommunikation im Home-Office ist für alle elementar

Abgesehen von emotionalen Belangen ist Kommunikation auch für das sonstige berufliche Gelingen im Home-Office das A und O. Da Sie Ihren Kollegen nicht – wie im Büro – immer mal wieder spontan über den Weg laufen und einander an Dinge erinnern oder kurz nachfragen können, ist es umso wichtiger, dass die Kommunikation gelingt. Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Absprachen. Die sind im Zweifel so schnell vergessen wie ausgesprochen. Notieren Sie Ihr Anliegen schriftlich, damit keine Aufgaben liegenbleiben. Vielleicht existiert auch ein Projektmanagement-Tool, das Sie nutzen können.

Drücken Sie sich klar und präzise aus, wenn Sie mit anderen schriftlich kommunizieren. Das beugt Missverständnissen vor. Ist etwas kompliziert, schicken Sie zur Erläuterung einen Screenshot mit. Sehen Sie ein Problem oder verstehen Sie etwas nicht, fragen Sie umgehend nach.

Technik im Home-Office: Digitalisierung als Chance

Und dann ist da noch die Sache mit der Technik. Im Büro brauchten Sie nur dem Kollegen aus dem IT-Support Bescheid zu sagen, wenn Ihr Rechner mal nicht so wollte wie Sie. Für neue Programme gab es Schulungen, in denen alles Schritt für Schritt erklärt wurde. Und nun? Sitzen Sie mit Ihrem Notebook allein zu Haus und haben manchmal das Gefühl, dass Ihnen alles über den Kopf wächst? Bei der wichtigen Videokonferenz fällt plötzlich der Ton aus und die Internetgeschwindigkeit ist bei Ihnen zu Hause um einiges langsamer als im Büro? Wie die Studie von Robert Half herausstellt, hindern mangelnde Technologie beziehungsweise entsprechende Tools jeden fünften Befragten (21%) daran, langfristig im Home-Office zu arbeiten.

Wichtig ist, dass Sie sich über eines im Klaren sind: Egal ob im Büro oder zu Hause – die fortschreitende Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, Corona hat hier viele Prozesse beschleunigt. Auch wenn Sie das skeptisch sehen, sollten Sie sich trotzdem damit abfinden, dass die Verwendung bestimmter Tools mittlerweile einfach zu unserer modernen Arbeitswelt gehört. Sehen Sie es positiv: Falls Sie vor der Pandemie nur wenige Berührungspunkte mit solcher Technik hatten, nehmen Sie die Versetzung ins Home-Office zum Anlass, sich eingehend damit zu beschäftigen. Und auch wenn Ihr Lieblings-ITler nicht persönlich vorbeikommen kann – rufen Sie ihn an und klären Sie Ihre Fragen am Telefon. Denken Sie stets daran: Sie sind mit Ihren Problemen bei Weitem nicht allein.

Tatsächlich können die technischen Kommunikationsmöglichkeiten von heute sogar helfen, Gefühle von Einsamkeit im Home-Office abzuschwächen. Nutzen Sie in Ihrem Unternehmen zum Beispiel ein firmeninternes Messenger-Programm? Falls nicht, schlagen Sie vor, eines anzuschaffen. Das Schöne: Sie können darüber nicht nur schnell Berufliches austauschen, sondern auch mal privat chatten. Und so verbinden Sie Technik und Kommunikation im Home-Office mit Leichtigkeit.

Sie möchten neue Kollegen kennenlernen? Unsere Personalvermittler bei Robert Half sind Ihnen gern behilflich. Hier können Sie Ihren

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Bildquelle: © tspoonphoto - unsplash.com

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