So finden Sie den „Rohdiamanten“ unter Ihren Kandidaten

Von Alenka Mladina 21. August 2015

Was haben Charlize Theron, John Wayne und Natalie Portman gemeinsam? Keiner von ihnen hatte relevante Berufserfahrung, als sie entdeckt wurden. Auch wenn Sie keine künftigen Oscar-Gewinner für Ihr Team suchen, können Sie daraus für Ihre Bewerbersuche lernen: Berufserfahrung ist nicht alles. Entwickeln Sie ein Gespür für „Rohdiamanten” und geben Sie der Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter eine Chance.

Es gibt Bewerber, die auf dem Papier oder im Interview noch nicht ihr volles Potenzial zeigen. Mancher erfüllt nicht alle Forderungen aus der Stellenanzeige oder bekommt im Vorstellungsgespräch aus Nervosität den Mund nicht auf. Nichtsdestotrotz stechen einige dieser Kandidaten ihre Mitbewerber aus, wenn es um die tatsächliche Arbeit geht oder sie können sich durch gezielte Förderung zu einem wertvollen Teammitglied entwickeln.

So erkennen Sie die „Rohdiamanten“ unter Ihren Bewerbern, bei denen sich ein zweiter Blick lohnt:

Suchen Sie nach dem Bewährten

Sehen Sie sich Ihre besten Mitarbeiter an, bevor Sie mit der Mitarbeitersuche beginnen. Was macht sie zu Top-Performern? Welche Eigenschaften sind Ihnen bei diesen Kollegen am wichtigsten? Lassen Sie diese als Kriterien beim Recruiting in die Anforderungsliste einfließen.

Setzen Sie auf Mitarbeiterentwicklung

Fast jeder Recruiter hat einen perfekten Kandidaten im Kopf, der alle gewünschten Eigenschaften besitzt. In der Realität ist dieser Traumkandidat selten. Die meisten Bewerber erfüllen nicht alle Kriterien aus der Stellenanzeige. Um sich den Auswahlprozess zu erleichtern, sollten Sie sich deshalb bereits vor der Kandidatensuche im Klaren darüber sein, welche Fähigkeiten tatsächlich Pflicht sind und welche eher ein Bonus wären. Überlegen Sie sich, welche Skills der Kandidat nachträglich durch Trainings oder Weiterbildungen erlangen könnte. So geben Sie Bewerbern eine Chance, die großes Potenzial haben, und lediglich zweitrangige Fähigkeiten vermissen lassen.

Schauen Sie über den Tellerrand des Lebenslaufs hinaus

Während Lebensläufe eine wichtige Informationsquelle bei der Beurteilung eines Kandidaten sind, zeichnen sie nicht immer ein angemessenes Bild seiner Qualitäten. Mancher Kandidat schafft es nicht, seine Vorzüge und Fähigkeiten im Lebenslauf zur Geltung zu bringen. Er gibt vielleicht nicht alle Informationen an, die Sie zum Bewerten seiner Rolle in einem Projekt brauchen, an dem er mitgearbeitet hat. Oder er stellt die Ergebnisse und Erfolge seiner Arbeit nicht ausreichend dar. Wenn Sie trotzdem das Gefühl haben, dass sich dahinter ein interessanter Kandidat verbirgt, sollten Sie ihn sich zumindest im Vorstellungsgespräch genauer ansehen. Sie sind schließlich nicht auf der Suche nach einem Experten im Lebenslaufschreiben, sondern nach einer Fachkraft für Ihre jeweilige Branche.

Entdecken Sie im persönlichen Gespräch das versteckte Potenzial

Für viele Bewerber ist das Vorstellungsgespräch der anstrengendste Teil im gesamten Bewerbungsprozess. Das gilt besonders für Kandidaten, die entweder schon längere Zeit auf Jobsuche sind oder bei denen das letzte Bewerbungsgespräch einige Jahre her ist. Es ist Ihre Aufgabe als Interviewer, diese Kandidaten so gut Sie können zu beruhigen. Denn nur dann werden Sie deren wahres Potenzial sehen. Um das Gespräch in sichere Gewässer zu steuern, können Sie beispielsweise eine kleine Arbeitsprobe einbauen. Dadurch erkennen Sie Kandidaten, die sich im Vorstellungsgespräche nicht gut verkaufen können, aber dennoch über ausgeprägte fachliche Fähigkeiten verfügen.

Hören Sie auf Ihr Gefühl

Viele Personalverantwortliche unterschätzen ihre Intuition. Wenn Sie ein gutes Gefühl bei einem Kandidaten haben, dessen Lebenslauf Sie nicht überzeugt hat, oder der im Vorstellungsgespräch nicht in Fahrt kam, sollten Sie ihm dennoch eine Chance geben. Lassen Sie ihn in einem Assessment-Center, einem Auswahltest oder bei einem Probearbeitstag beweisen, ob er die Aufgaben im Arbeitsalltag meistern kann. Fördern Sie lieber einen motivierten Kandidaten, der noch fachliche Weiterbildung braucht, als einen falschen Mitarbeiter einzustellen.

Sie sollten sich bei der Mitarbeitersuche nicht mit Kriterien aufhalten, die sich später entwickeln lassen. Das heißt nicht, dass Sie Warnlampen ignorieren sollten. Aber wenn Sie dazu bereit sind, die Person näher kennenzulernen und den zweiten Blick zu wagen, können Sie einen „Rohdiamanten” zum Glänzen bringen.

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