Was sind Ihre Schwächen? So antworten Sie im Vorstellungsgespräch souverän

Von Christina Holl on 3. November 2021
Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

„Worin sehen Sie Ihre Schwächen und Ihre Stärken?“ Eine typische Frage im Vorstellungsgespräch. Doch obwohl sie so erwartbar ist, tun sich viele Bewerber*innen mit der Antwort darauf schwer. Vor allem, was ihre Schwachstellen im Job betrifft. Dabei lässt sich sogar damit punkten, wenn Sie es richtig angehen. Wie Sie im Bewerbungsgespräch souverän reagieren, erfahren Sie hier.

Geben Sie Schwächen im Bewerbungsgespräch offen zu

Die Frage nach Ihren größten Stärken und Schwächen ist ein Klassiker im Vorstellungsgespräch. Zwar wird sie mittlerweile selten direkt gestellt, doch schwingt sie stets im Job-Interview mit. Der Grund liegt auf der Hand: Ihre Antwort zeigt, ob Sie für die ausgeschriebene Position die passende Besetzung sind. Sie sollten sich also gut überlegen, wie Sie darauf reagieren. Besonders dann, wenn es um Ihre Schwächen geht. Für diesen Fall haben wir einige Tipps für Sie.

Vermeiden Sie es, sich in nichtssagende Floskeln zu flüchten. Und verkaufen Sie eigentliche Stärken nicht als Schwächen. Auch wenn dieser Ratschlag seit Jahrzehnten nicht totzukriegen ist:  Kein*e Personaler*in  wird sich damit zufrieden geben. Nobody is perfect. Das weiß auch Ihr Gegenüber. Antworten Sie ihm oder ihr also ehrlich.

Andererseits sollten Sie es mit Ihrer Selbstkritik nicht übertreiben. Denn trotz aller gebührenden Offenheit: “Gute” Schwächen im Bewerbungsgespräch gibt es nicht. Tabu sind deshalb Antworten, die in folgende Richtung gehen:

  • „Ich bin ein Perfektionist.“
  • „Ich arbeite zu hart.“
  • „Ich bin sehr ungeduldig."
  • „Ich bin zu detailverliebt."

Solche Sätze haben Menschen, die in Personalabteilungen arbeiten, so häufig gehört und als Floskel enttarnt, dass Sie damit sicher nicht punkten. Es sei denn, Sie sind tatsächlich Perfektionist*in und können das auch mit guten Beispielen belegen. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber “Stärken im Vorstellungsgespräch”.

Legen Sie eine Schwächen-Liste an 

Damit Sie sich bei der Frage nach Ihren Stärken und besonders Ihren Schwächen im Vorstellungsgespräch weder in Belanglosigkeit verlieren noch zu viel preisgeben, bereiten Sie sich gut vor.

Ein guter Tipp, der sich auch für künftige Gespräche auszahlt: Legen Sie eine Schwächen-Liste an. Starten Sie damit, alles zu notieren, was Ihnen zu sich selbst einfällt. Dazu gehört auch, was Ihre Vorgesetzten oder Ihre direkten Kolleg*innen über Sie sagen beziehungsweise an Ihnen bemängeln. Orientieren Sie sich dabei an folgenden Fragen:

  • Mit welchen Teilen meiner Arbeit bin ich unzufrieden?
  • Wofür wurde ich von meinen bisherigen Vorgesetzten kritisiert?
  • Welche Arbeiten fallen mir besonders schwer?
  • Gibt es Tätigkeiten, die ich regelmäßig aufschiebe? Was ist der Grund dafür?
  • Wie läuft die Zusammenarbeit mit meinen Führungskräften und Kolleg*innen?

Analysieren Sie Ihre Antworten und filtern Sie heraus, welche Ihrer Schwächen einen Bezug zu der ausgeschriebenen Stelle haben.

Fangen Sie Ihre Schwächen mit Stärken auf

Wenn Sie im Vorstellungsgespräch nun nach Ihrer größten Schwäche gefragt werden, können Sie diese eindeutig benennen. Wichtig dabei: Gehen Sie direkt im Anschluss darauf ein, was Sie dagegen unternehmen und wie Sie Ihr „Manko“ ausgleichen.

Überlegen Sie sich eine selbstkritische und sinnvolle Antwort, die mit der Schwäche beginnt und mit einem „ABER“ die Stärke gleich mitliefert. So signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie aufrichtig sind, sich selbst gut einschätzen und sich stetig weiterentwickeln möchten.

Antworten Sie authentisch  

“Was sind Ihre Schwächen?” Kommt die Frage so direkt im Bewerbungsgespräch, sollten Sie darauf auch ebenso direkt reagieren. Allerdings ist es dabei sinnvoll, es nicht nur bei einer knappen Antwort zu belassen (s. o.). Hier einige Beispiele für überzeugende Erwiderungen im Vorstellungsgespräch, die authentisch sind und gleichzeitig Ihre Stärken zeigen:

  • „Ich kann schlecht ‚Nein’ sagen und anderen etwas abschlagen. (ABER) Bei Angelegenheiten, die die Firma betreffen, habe ich gelernt, hart zu bleiben, denn das betrifft schließlich nicht nur mich.“ Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie das Neinsagen im Job lernen.
  • „Es fällt mir manchmal schwer, mich an sehr starre Vorgaben zu halten. (ABER) Dafür kommen mir dann vollkommen neue Ideen und kreative Lösungen.“
  • „Ich bin regional unflexibel. (ABER) Dafür bin ich lokal hervorragend vernetzt und kenne meine Region ausgezeichnet.“
  • „Ich kann gelegentlich ein wenig dickköpfig sein. (ABER) Das verleiht mir allerdings auch die Fähigkeit, einer Sache beharrlich nachzugehen.“
  • „Ich bin manchmal nahe am Wasser gebaut. (ABER) Daher verfüge ich über das Fingerspitzengefühl, mit sensiblen Menschen gut umzugehen.“
  • „Vor Vorträgen bin ich immer ziemlich nervös. (ABER) Ich bereite mich daher immer sehr gut vor, denn so bekomme ich die notwendige Sicherheit. Zudem übe ich mit Kolleg*innen im Vier-Augen-Gespräch.“
  • „Beim Schreiben von E-Mails brauche ich oft länger, um die passenden Worte zu finden. (ABER) Im persönlichen Kontakt kann ich mich dafür auf den Punkt ausdrücken, was einen guten Eindruck bei Kunden hinterlässt.“

Liefern Sie Lösungen gleich mit 

Schwächen im Bewerbungsgespräch zuzugeben, ist also kein Drama. Vor allem dann, wenn Sie in jedem Vorstellungsgespräch diese Strategie verfolgen: Alle Fragen, auch die nach Ihrer größten Schwäche, beantworten Sie ehrlich. Halten Sie sich dabei knapp und lassen Sie Ihre Schwächen Schwächen sein. Konzentrieren Sie sich besser darauf, Ihre Stärken in Szene zu setzen.

Auch möglich: Sie zeigen Problembewusstsein und Initiative, indem Sie direkt im Bewerbungsgespräch Lösungsansätze ins Spiel bringen. Eventuell kann Ihnen das Unternehmen geeignete Weiterbildungen oder ähnliche Hilfe zum Ausgleich Ihrer Handicaps anbieten. Im Idealfall sind sie sogar schon selbst aktiv geworden und können berichten, was Sie unternehmen, um an Ihren Schwachpunkten zu arbeiten.

Trotzdem ist das Vorstellungsgespräch nicht nur eine Bühne zur Selbstdarstellung. Denken Sie auch daran, geeignete Rückfragen zur ausgeschriebenen Stelle und Position an den Personaler zu stellen. Das hilft Ihnen dabei abzuwägen, welcher Job Ihnen am besten liegt und optimal zu Ihnen passt.

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