Schöne Bescherung: Nicht jedes Geschenk kommt im Büro gut an

Von Christina Holl 14. Dezember 2015

Kleine Geschenke verbessern das Büroklima – und die falsche Wahl sorgt für betretenes Schweigen. Wer seinen Kollegen zu Weihnachten eine Freude machen will, sollte deshalb ein paar Dinge beachten. Eine kleine Anleitung für die Bescherung im Büro.

Das richtige Geschenk

Es gibt Geschenke, die senden eine Botschaft. Eine rote Rose zum Beispiel. Und manchmal ist es die falsche. Viele Frauen reagieren sensibel auf Küchengeräte, zahlreiche Männer auf Kochbücher oder Fitnessausrüstung. Dann endet die Bescherung in betretenem Schweigen statt ehrlicher Freude und manchmal ist das Verhältnis nachhaltig belastet. Die richtige Wahl des Geschenks sollte daher nicht unterschätzt werden.

Im Büro ist noch mehr Vorsicht angebracht als im Privaten. Manche Geschenke werden auch ohne böse Absicht falsch verstanden. Dazu zählen alle Arten von Hygieneprodukten außer vielleicht Entspannungsbäder. Am besten, Sie halten sich an die Faustregel: Je weniger Sie den Geschmack der Kollegen kennen, umso neutraler sollte das Geschenk sein. Mit einer guten Flasche Wein oder Weihnachtspralinen liegen Sie selten falsch.

Weniger ist oft mehr

Wenn Sie den Kollegen besser kennen, fällt Ihnen bestimmt auch etwas Individuelleres ein: eine CD der Lieblingsband oder ein Buch des bevorzugten Autors. Es muss aber gar nicht so viel kosten.Eine große Freude machen Sie Ihren Kollegen mit etwas Selbstgemachtem, wie ein Glas Marmelade oder Plätzchen. Großzügige Geschenke kommen sowieso nicht so gut an: Sie setzen den Beschenkten unter Druck, sich revanchieren zu müssen.

Eine schöne Alternative zum “alleine schenken” ist das Wichteln im Büro. Dafür bekommt jeder Mitarbeiter einen Kollegen zugelost, den er beschenkt. Am Ende erhält jeder ein Geschenk, ohne dass sich jemand in große Unkosten stürzt. Am besten vereinbart man zuvor ein Preislimit. Und das Wichteln hat auch von psychologischer Seite einen positiven Effekt: Eine Studie hat nämlich ergeben, dass Probanden dasselbe Geschenk schlechter bewerteten, wenn sie noch ein zweites bekamen. Weniger ist also tatsächlich mehr.

Geschenke nur für Lieblingskollegen?

Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie nur Ihren Lieblingskollegen oder der ganzen Abteilung etwas schenken sollen. Diese Entscheidung ist gar nicht so einfach. Sie sollten sich in jedem Fall gut überlegen, wann Sie das Geschenk übergeben, wenn Sie nur einzelne Kollegen beschenken möchten. Am ungeschicktesten wäre es nämlich, wenn Sie einen Kollegen in Anwesenheit aller beschenken. Besser Sie passen dann einen Moment ab, in dem Sie allein mit dem Kollegen sind oder Sie verabreden sich gleich zu einem gemeinsamen Mittagessen. 

Schließlich gibt es eine Situation, bei der Weihnachtsgeschenke gänzlich unpassend sind: nämllich, um einen Konflikt beizulegen. Wenn Sie glauben, damit sind die Meinungsverschiedenheiten aus der Welt geschafft, irren Sie sich. In solchen Fällen hilft nur ein offenes Gespräch. Ein Geschenk setzt den Kollegen nur unter Druck, einen Streit beizulegen, obwohl die eigentliche Ursache noch gar nicht geklärt ist.

Ein Präsent für den Chef

Wenn das Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter gut ist, spricht nichts gegen ein Geschenk für den Chef. Mit einer Einschränkung: Es sollte von allen Mitarbeitern gemeinsam kommen. Andernfalls kann Ihre gut gemeinte Geste nicht nur dem Chef unangenehm sein. Schnell haftet Ihnen der Ruf an, sich beim Chef anbiedern zu wollen. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass sich kein Mitarbeiter gezwungen fühlt, mitzumachen. Das Schenken im Büro ist eine nette und freiwillige Geste.

Das Geschenk für den Chef sollte auch nicht zu teuer sein. Schließlich geht es nicht um den Preis, sondern um ein kleines Dankeschön für das gemeinsame Jahr. Ich finde, die oben erwähnten Pralinen oder die Weinflasche sind auch hier eine gute Wahl.

Warum nicht einfach Zeit schenken?

Den Universaltipp für ein gelungenes Weihnachtsgeschenk an Kollegen und den Chef gibt es nicht. Das hängt stark von der Stimmung im Team und den einzelnen Personen ab. Eine schöne Alternative zur Bescherung ist ein gemeinsamer Besuch des nächst gelegenen Adventsmarkts. Oder Sie machen es sich bei Plätzchen, Kaffee und Tee in einer netten Ecke im Büro gemütlich.

Vielleicht zeigt sich der Chef auch großzügig und erlaubt Ihnen dafür eine verlängerte Mittagspause oder einen früheren Feierabend. Schließlich handelt es sich dabei auch um eine Art Teambuilding-Maßnahme, die den Zusammenhalt stärkt und die Weichen für eine gute Zusammenarbeit im neuen Jahr stellt

Beschenken Sie Ihre Kollegen? Welches Geschenk kam besonders gut an - und welches nicht? Unsere Leser freuen sich über Ihre Tipps!

 

Bildquelle: ©Carsten Bachmeyer - Fotolia.com

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