Schlecht beraten: Die 7 schlimmsten Karriere-Ratschläge

Von Christina Holl 6. April 2016

Das Arbeitsleben steckt voller schwieriger Entscheidungen: Soll ich dieses spannende Jobangebot annehmen oder doch lieber im jetzigen Job bleiben? Wann und wie frage ich am besten nach mehr Gehalt? Bin ich schon bereit für die Beförderung?

Wer sich mit diesen oder ähnlichen Karrierefragen beschäftigt, wird von seinem Umfeld oft großzügig mit Ratschlägen bedacht. Einige dieser Tipps sind leider eher gut gemeint als wirklich hilfreich für Ihre Karriere. Sie könnten Ihnen sogar schaden.

Wir haben die gefährlichsten neun Karriere-Ratschläge identifiziert, vor denen Sie sich in Acht nehmen sollten:

1. “Du musst das erstbeste Jobangebot annehmen, das Du bekommst”

Ein Jobangebot ist ein Kompliment für Ihre Fähigkeiten. Aber lassen Sie sich davon nicht den Blick dafür trüben, worauf es bei Ihrer Entscheidung wirklich ankommt: Passt der neue Job auch wirklich zu Ihnen? Oder wollen Sie einfach nur raus aus dem aktuellen?

Besonders gefährlich ist eine solche Situation, wenn Sie derzeit unzufrieden im Job sind und Sie um jeden Preis eine Veränderung anstreben. Handeln Sie jetzt nicht zu voreilig. Nehmen Sie sich die Zeit, Vor- und Nachteile genau abzuwägen.

Das müssen Sie übrigens nicht alleine tun - denn auch dafür gibt es Experten: Spezialisierte Personalberater kennen den Markt sehr gut und sind der perfekte Ansprechpartner, um den richtigen Job zu identifizieren. Das Beste daran: Für Bewerber ist das kostenlos – Sie müssen nur Ihren Lebenslauf hochladen.

So vermeiden Sie, auf einer Stelle zu landen, die Sie nach kurzer Zeit wieder verlassen. Kommt das öfter vor, lässt das Ihren Lebenslauf nicht besonders gut ausschauen.

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2. “Bei Karrierefragen darfst Du Dich nicht auf Dein Bauchgefühl verlassen”

Ein gutes Rezept für ein unglückliches Berufsleben ist, mehr auf die Ratschläge anderer zu hören als auf das eigene Gefühl. Denn genau wie Eignungstests vernachlässigen sie einen wichtigen Faktor: Motivation und Leidenschaft.

Deshalb sollten Sie die Entscheidung für einen neuen Job oder die Beförderung  immer auch vom Bauch her treffen - und das aus einem einfachen Grund: Weil Sie sich für den Job interessieren. Natürlich spielen Ihre fachlichen Fähigkeiten eine große Rolle. Notfalls können Sie sich fehlende Kompetenzen aber auch später aneignen. Wenn Sie allerdings Ihre Leidenschaft außen vorlassen, stehen die Chancen gut, dass Sie sich morgens in die Arbeit quälen, anstatt sich auf jeden neuen Tag zu freuen.

3. “Nimm den Job mit dem höchsten Gehaltsangebot an”

Natürlich sollten Sie in Ihrem Job angemessen bezahlt werden. Aber das Gehalt sollte bei der Jobwahl nicht das wichtigste Argument sein. Was Sie im Büroalltag glücklich macht, sind die Arbeitsatmosphäre und interessante Aufgaben, die Sie dauerhaft motivieren.

Wer nach möglichst viel Geld strebt, ignoriert außerdem oft einen Nachteil gut bezahlter Jobs: Auf Spitzenverdienern lastet von Beginn an hoher Leistungsdruck, lange Arbeitszeiten, ständige Verfügbarkeit. Überlegen Sie sich gut, ob Sie dem gewachsen sind.

4. “Geh bei der Karriere bloß kein Risiko ein”

Gibt es in Ihrem Berufsleben einen Moment, bei dem Sie sich zu 100 % sicher waren, dass Sie sich richtig entschieden haben? Vielleicht können Sie sich an ein oder zwei Situationen erinnern. Aber ganz ehrlich, auch wenn es verschwindend gering sein sollte, ein Restrisiko bleibt immer.

Gerade wenn Sie sich für einen neuen Job entscheiden gibt es noch viele Unwägbarkeiten. Meists stellt sich dann erst nach einer Weile heraus, ob die Entscheidung tatsächlich richtig war oder nicht.

Außerdem werden Sie, wenn Sie niemals etwas riskieren auch nicht feststellen, wo ihre Grenzen liegen. Sie werden nicht dazulernen und Ihr Potenzial ausschöpfen. Und auch der Chef erfährt nie, wozu Sie in der Lage sind.

Die langfristigen Folgen könnten sein, dass Andere befördert werden - während Sie feststellen, dass der Job zwar sicher, aber auch eine Sackgasse ist.

5. “Warte lieber. Der Chef kommt schon auf Dich zu, wenn es eine  Gehaltserhöhung gibt”

Manchmal geht diese zurückhaltende Taktik sogar auf. Viel öfter hingegen bestätigt sich die These: Wer nicht fragt, geht leer aus. Womöglich denkt sich der Chef: „Wenn mein Mitarbeiter nicht nach einer Gehaltserhöhung fragt, muss er zufrieden sein.“

Mehr Gehalt sollten Sie jedoch nicht immer dann fordern, wenn Sie denken, dass es doch mal wieder an der Zeit wäre. Auch weil Sie dieses Jahr 10-jähriges Betriebsjubiläum feiern, ist das nicht unbedingt ein Argument, das aus Sicht Ihres Chefs einen Gehaltssprung rechtfertigt.

Die besten Chancen haben Sie, wenn Sie Erfolge und besondere Leistungen vorweisen können. Außerdem sollten Sie auch den perfekten Zeitpunkt für Ihre Gehaltsverhandlung anpassen. 

Noch ein Tipp: Bereiten Sie sich darauf vor, dass Ihr Vorgesetzter nicht sofort auf Ihren Gehaltswunsch eingeht. Hier erfahren Sie, wie Sie dessen Gegenargumente perfekt kontern.

6. “Streng Dich richtig an, dann kommt die Beförderung ganz von allein”

Dass Kollege Maier gerade befördert wurde, hat Sie nicht überrascht. Schließlich ist er ja schon lange im Unternehmen und wer als erster da war, wird auch als Erster befördert. Mit dieser Einstellung werden Sie vermutlich länger auf Ihre eigene Beförderung warten als Ihnen lieb ist.  

Denn ein guter Chef befördert nicht nach Betriebszugehörigkeit, sondern nach Leistung und Eignung. Insofern ist der Ratschlag, sein Bestes zu geben, gar nicht so verkehrt. Sie dürfen sich jedoch nicht darauf verlassen, dass Ihr Chef Ihre Leistung und Führungskompetenz ganz von alleine bemerkt.

Machen Sie auf sich aufmerksam, in dem Sie beispielsweise freiwillig zusätzliche Verantwortung oder die Leitung für neue Projekte übernehmen. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass der Chef von Ihren Erfolgen erfährt.

7. “Wenn Du weiterkommen willst, musst Du zu Chefs Liebling werden”

Natürlich ist es prima, wenn der Chef ein positives Bild von Ihnen hat. Das erreichen Sie aber nicht, in dem Sie sich anbiedern oder Heldenkämpfe gegen Ihren Superman-Kollegen ausfechten, nur um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.

Unterschätzen Sie eines nicht: Gute Führungskräfte haben genügend Menschenkenntnis, um zu erkennen, ob Sympathie ehrlich oder nur gespielt ist. Und wenn Sie Ihrem Chef etwas vorspielen, machen Sie sich eher verdächtig, als dass Sie in seiner Gunst steigen. Authentisch zu sein, ist der beste Weg, um starke Beziehungen mit dem Chef und auch mit den Kollegen aufzubauen.

Haben Sie es auch schon mal bereut, einem Ratschlag gefolgt zu sein? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren unten oder an [email protected].

 

Sie haben einen schlechten Ratschlag befolgt und treten jetzt auf der Stelle? Schauen Sie gleich mal nach passenden Jobs in unserer Stellenbörse nach. Oder Sie kontaktieren direkt einen unserer Mitarbeiter

Bildquelle: © Marijus / Fotolia.com

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