Sind Sie reif für einen Jobwechsel? Beantworten Sie sich diese 7 Fragen!

Von Alenka Mladina 5. April 2016

Sieht man sich auf dem Weg zur Arbeit um, blickt man in viele unzufriedene Gesichter – zumindest wenn man diversen Studien der letzten Jahre glaubt: Ein Großteil der Angestellten in Deutschland ist unzufrieden mit seinem Job. Wie sieht Ihr Gesicht aus, wenn Sie morgens in den Spiegel schauen?

Ursachen für Unzufriedenheit sind vielfältig: Das Gehalt spielt nach wie vor eine große Rolle, einige vermissen Anerkennung durch den Chef und viele suchen schlichtweg nach neuen Jobs und mehr Spannung im Berufsleben.

Möglicherweise suchen dabei viele an der falschen Stelle. Gerade wenn sich die Unzufriedenheit über Monate und sogar Jahre zieht, scheint die Frage angebracht: Liegt es nicht an der Stelle, sondern am Beruf oder der Branche? Ist ein Neuanfang in einem anderen Unternehmen die Lösung oder muss ein ganz neuer Beruf her? Große Fragen mit großen Auswirkungen. Etwas einfacher fällt die Antwort, wenn man sie in 7 kleine Fragen unterteilt.

1. Was stört mich an meinem Job?

Die Suche nach Antworten beginnt dort, wo Sie sich gerade befinden: Was stört Sie an Ihrer täglichen Arbeit? Wir haben bereits ein paar Möglichkeiten genannt, wie Bezahlung, Anerkennung und Herausforderungen. Weitere Störfaktoren können das Umfeld und die Zusammenarbeit mit den Kollegen, die mittel- und langfristige Karriereperspektive oder die Unternehmenskultur sein.

Wenn es drei handfeste Gründe gibt, die nicht nur ab und an auftreten, sondern die die tägliche Arbeit vermiesen, ist der Keim für die Unzufriedenheit ziemlich sicher gefunden.

Die nächste Überlegung wäre: Können Sie etwas ändern, indem Sie an einzelnen Stellschrauben drehen? Können Sie Ihren Chef dazu bringen, Ihre Arbeit wertzuschätzen? Hatten Sie bisher nicht die richtigen Argumente für eine Gehaltsforderung? Einen Versuch ist es wert, bevor man sich nach Alternativen umsieht.

2. Hat die neue Karriere das, was mir bisher fehlte?

Der neue Beruf sollte nicht dieselben Schwächen aufweisen wie der alte, sonst sind Sie nach kurzer Zeit erneut auf der Suche. Wenn Sie am alten Job stört, dass Sie dort nicht selbstständig arbeiten können, dann sollte Ihnen der neue Beruf größere Freiheiten einräumen. Das lässt sich einfach überprüfen, indem man die Kritikpunkte aus Frage 1 als Maßstab nimmt. Im Umkehrschluss gilt, dass der neue Job die wichtigsten, guten Seiten des alten aufweisen sollte.

3. Bin ich für die neue Karriere überhaupt geeignet?

Der neue Job mag genau das haben, was Ihnen bisher gefehlt hat. Aber haben Sie überhaupt die Interessen und Talente, um dort erfolgreich zu sein? Erfolg ist schließlich etwas, das Ihre Zufriedenheit maßgeblich beeinflusst. Und außerdem haben Sie keine Lust, Ihren Job nach kurzer Zeit erneut zu wechseln. Ein Neuanfang kann zwar wichtig und richtig sein, aber er sollte nicht zum eigentlichen Karriereprinzip werden, sonst schlägt man nirgendwo Wurzeln und steigt auch nicht auf.

Die Personalverantwortlichen im neuen Unternehmen überzeugen Sie jedenfalls nicht mit dem Argument: „Ich wollt einfach etwas neues ausprobieren.“ Einen Einblick in die Anforderungen auf verschiedenen Positionen – und dadurch Hilfe bei der Entscheidung – bieten Job- und Aufgabenbeschreibungen.

4. Hat der neue Job eine Zukunft?

Nicht jeder Beruf hat eine strahlende Zukunft vor sich. Jetzt den Aufwand in einen Neustart zu investieren, um in wenigen Jahren ohne Job dazustehen, wäre eine fragwürdige Entscheidung. Deshalb lohnt es sich, sich mit der zukünftigen Branche auseinanderzusetzen. Dabei helfen nicht nur verschiedene Fachpublikationen, die es auch im Internet zu finden gibt, sowie aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt, sondern auch Gespräche mit Brancheninsidern. Manchmal findet man sogar im eigenen Bekanntenkreis Menschen, die einem dazu nützliche Auskünfte geben können. In der Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half sind außerdem die meist gesuchten Fachkräfte und ihr Gehalt aus drei Branchen aufgelistet.

5. Ist die Bezahlung gut (genug)?

Geld allein macht nicht glücklich, aber es kann durchaus unglücklich machen, wenn zu wenig davon da ist. Es ist deshalb legitim und sinnvoll sich zu fragen: Wie sind die aktuellen Gehälter für die neue Position und wo geht die Entwicklung hin? Reicht das Einkommen, um den Lebensstil zu führen, den man möchte? Auch hierfür bietet die Gehaltsübersicht 2016 hilfreichen Informationen: Sie zeigt die Gehälter für mehr als 100 Positionen im kommenden Jahr.

6. Hat der neue Job Entwicklungspotenzial für die nächsten 5 bis 10 Jahre?

Manche Berufe sind äußerst verlockend für den Karriere-Neustart: Der Einstieg ist einfach, die Bezahlung stimmt und auch der Verantwortungsbereich klingt spannend. Doch schon nach wenigen Jahren hat man das Ende der Fahnenstange erreicht. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Sich damit abfinden oder erneut die Stelle wechseln. Deshalb sollten Sie sich fragen, ob die angestrebte Karriere auch langfristig Ihre Anforderungen erfüllt.

7. Wer kann mir bei meiner Entscheidung helfen?

Schwierige Entscheidungen sollte man nicht unbedingt allein treffen. Ein Blick von außen hilft, Dinge zu bemerken, die bisher übersehen wurden. Oft können nahe stehende Menschen Ihre Fähigkeiten und Talente objektiver einschätzen, als es Ihnen selbst möglich ist. Nicht zu vergessen: Ein Karrierewechsel beeinflusst auch Partner und Familie – schon allein deshalb sollten sie ein Wörtchen mitreden dürfen.

Was die neue Branche und zukünftige Karrieremöglichkeiten betrifft, ist es fast schon fahrlässig, auf professionellen Input zu verzichten. Jede Branche hat ihre Eigenheiten. Und in Zeiten der Digitalisierung verändert sich das Arbeitsleben in vielen Bereichen mit rasanter Geschwindigkeit, sodass es für Einzelpersonen schwer ist, den Überblick zu behalten.

Eine guter Kontakt sind Experten, die sich tagtäglich mit dem Arbeitsmarkt beschäftigen, zum Beispiel spezialisierte Personaldienstleister wie Robert Half. Sie haben nicht nur das nötige Branchenwissen, sondern kennen auch die Anforderungen der Unternehmen – und helfen gern bei der Beantwortung aller Fragen zum Karriereneustart. 

Bildquelle: © contrastwerkstatt / Fotolia.com

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