Pünktlichkeit beim Vorstellungsgespräch: So kommen Sie nie mehr zu spät

Von Alenka Mladina 5. September 2019

Auf Pünktlichkeit wird in jedem Vorstellungsgespräch großer Wert gelegt. Zu spät zu kommen, ist ein No-Go – und das wissen viele Bewerber auch. Sind Sie aber deutlich zu früh dran, wirkt das auch nicht besonders professionell. Hier finden Sie Tipps für das perfekte Timing:

Unpünktlich? Ganz schlechter Einstieg ins Vorstellungsgespräch!

Wie pünktlich muss man beim Vorstellungsgespräch sein?
 

Für HR-Manager ist das gar keine Frage: Tritt der Bewerber nicht exakt zum vereinbarten Zeitpunkt durch die Tür, sondern hastet verspätet in den Raum, quittieren sie das direkt mit einem dicken Minuspunkt. 

Denn sofort kommt die Vermutung auf: Der Bewerber ist nachlässig und vergeudet möglicherweise auch im Arbeitsalltag wertvolle Zeit – seine eigene und die von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden, die er bei wichtigen Terminen warten lässt.

Diesen schlechten ersten Eindruck muss der Kandidat im Bewerbungsgespräch erstmal wieder korrigieren. Unpünktlichkeit gehört also zu den schlimmsten Fehlern, die man im Vorstellungsgespräch machen kann.

Da hilft es auch nicht, wenn das Gespräch zufällig am (inoffiziellen) Zuspätkommtag, dem 30. Juli, stattfindet. Diesen hat der Blogger Bastian Melnyk ins Leben gerufen: Jeder kennt schließlich Leute, die regelmäßig zu spät kommen.

Im Alltag kann man das gelassen sehen und den kleinen Fauxpas auch mal verzeihen. Erwarten Sie das aber nicht von Ihrem Gegenüber im Vorstellungsgespräch. 

Also lieber überpünktlich als zu spät?

Dass Unpünktlichkeit ein No-Go ist, wissen natürlich auch viele Bewerber. Zu spät zum Vorstellungsgespräch zu kommen, ist daher für die meisten eine Horrorvorstellung – vor allem, wenn es um den Traumjob geht. 

Die Zeit großzügig und nicht zu knapp zu planen, ist also nicht verkehrt: Etwa 15 Minuten extra sollten Sie zum Beispiel für Unvorhergesehenes immer mit einrechnen, wenn Sie mit dem Auto kommen – auf längeren Strecken eher mehr. 

Um auf Nummer sicher zu gehen, übertreiben es viele Job-Kandidaten aber und machen sich viel zu früh auf den Weg. Vielleicht kommt Ihnen diese Situation auch bekannt vor: Sie sind schon vor Ort, aber zum Gespräch werden Sie erst in 45 Minuten erwartet.

Was Sie nun nicht tun sollten: Deutlich vor der vereinbarten Zeit bei Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber erscheinen und damit Ihre Ansprechpartner – vom Empfangspersonal bis zum Recruiter – in die Lage versetzen, sich sofort und außerhalb des Zeitplans um Sie kümmern zu müssen. 

  • Das setzt die Verantwortlichen unter Druck und kann sich im schlimmsten Fall negativ auf die Atmosphäre im Gespräch auswirken. 
  • Außerdem erwecken Sie möglicherweise den Eindruck, mit Ihren zeitlichen Ressourcen nicht gut umgehen zu können, wenn Sie so überpünktlich zum Vorstellungsgespräch erscheinen. 

Besser: Auch wenn Sie das Gespräch am liebsten so schnell wie möglich hinter sich bringen wollen – melden Sie sich maximal fünf bis zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin am Empfang.

Bis dahin setzen Sie sich doch einfach in das nächstgelegene Café, bestellen sich ein Getränk und gehen in Ruhe Ihre Notizen sowie Ihre vorbereiteten Rückfragen noch einmal durch. 

5 Tipps für Pünktlichkeit im Vorstellungsgespräch

Damit Sie auf jeden Fall pünktlich erscheinen, hier unsere Anti-Zuspätkommen-Ratschläge:

1. Informieren Sie sich rechtzeitig darüber, wo Sie hin müssen:

Manche Unternehmen verteilen sich über etliche Etagen oder ein weitläufiges Gelände. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung am besten nach einer genauen Wegbeschreibung. Das hilft Ihnen, die Wegstrecke einzuschätzen und weder zu früh noch zu spät zu erscheinen. 

2. Räumen Sie Ihren Terminkalender frei:

Sie haben oft einen vollen Terminkalender und überschätzen, wie viel Sie an einem Tag wirklich schaffen? Sorgen Sie dafür, dass Sie zumindest am Tag des Gesprächs keine Hemden aus der Reinigung holen, Geburtstagsgeschenke besorgen oder Haustiere zum Arzt bringen müssen.

3. Bereiten Sie Unterlagen und Kleidung vor: 

  • Packen Sie Ihre Notizen und Bewerbungsunterlagen bereits am Vorabend und legen Sie Ihre Kleidung bereit. 
  • Wenn Sie weiße Hemden und Blusen erst nach dem Frühstück anziehen, verringern Sie das Risiko unschöner Kaffee- und Marmeladenflecken.
  • Halten Sie die Telefonnummer Ihres Gesprächspartners bereit, falls Sie unerwartet aufgehalten werden.

4. Probieren Sie den Anreiseweg vorher aus: 

  • Sofern der Termin nicht zu weit von Ihrem Wohnort entfernt stattfindet, sollten Sie die Strecke einmal abfahren. Am besten zu einer ähnlichen Zeit wie am Tag des Vorstellungsgesprächs, damit das Verkehrsaufkommen vergleichbar ist. 
  • Prüfen Sie im Vorfeld auch Alternativrouten, falls es auf der Strecke unerwartet zum Stau kommen sollte.
  • Und behalten Sie die Verkehrslage am Anreisetag im Blick, damit Sie kurzfristig reagieren können. 

5. Denken Sie auch an die kleinen, praktischen Dinge: 

  • Kundschaften Sie vorher online aus, wo zum Beispiel die nächste Bäckerei oder das nächste Café liegt, falls Sie deutlich zu früh dran sein sollten und noch Zeit totschlagen müssen. 
  • Sie reisen mit dem Auto an? Informieren Sie sich schon vorher, wo Parkplätze sind – vielleicht gibt es auch direkt beim Unternehmen Besucherparkplätze? – und planen Sie entsprechende Laufwege mit ein. 
  • Sie kommen mit der Bahn? Nehmen Sie ausreichend Bargeld mit, um sich notfalls am Automaten schnell ein neues Bahnticket ziehen zu können, falls Ihr Zug ausfällt und Sie eine Alternativroute nutzen müssen. Im Nahverkehr geht es meist am schnellsten, wenn Sie die entsprechende Summe in Münzen parat haben. 

Das sollten Sie tun, falls Sie doch zu spät sind

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
 

Trotz perfekter Vorbereitung kann es passieren, dass Sie aus unvorhergesehenen Gründen doch zu spät kommen. Sie können zum Beispiel noch so früh losfahren: Gegen eine unerwartete Autobahn-Vollsperrung hat Ihre perfekte Zeitplanung keine Chance.

Nun kommt es darauf an, diesen Umstand auch Ihrem Gesprächspartner professionell zu kommunizieren. 

  • Geben Sie Ihrem Gesprächspartner so schnell wie möglich Bescheid, dass Sie es nicht mehr pünktlich zum Termin schaffen. 
  • Erklären Sie ehrlich den Grund für Ihre Verspätung. Ihr Gesprächspartner wird dafür sicher Verständnis zeigen – nicht aber, wenn Sie für Ihr Zuspätkommen eine kuriose Ausrede anbringen.

Dann können Sie einen späteren Zeitpunkt vereinbaren oder das Gespräch vertagen. Wenn der Gesprächspartner seine Zeit anderweitig nutzen kann, wird seine Laune weit weniger unter der Verspätung leiden.

Sie haben den Raum nicht gleich gefunden und kommen deswegen zwei Minuten zu spät? Auch das sollten Sie offen zugeben und sich keine fadenscheinige Notlüge ausdenken. Vermutlich hat der Personaler Verständnis für diesen kleinen, verzeihlichen Fehler, denn schließlich war er selbst auch mal neu im Betrieb. Reagiert er humorvoll auf Ihr ehrliches Geständnis, dann ist das Eis für das Gespräch gleich gebrochen. 

 

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Bildquelle: © andrea_natali / Unsplash.com

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