Psychologie: So wirkt Ihre Kleidung im Vorstellungsgespräch

Von Alenka Mladina 16. April 2014

Ratschläge zur richtigen Kleidung fürs Bewerbungsgespräch gibt es viele. Doch warum ist das passende Outfit so wichtig? Welche psychologischen Mechanismen die Kleiderwahl begleiten und wie Sie diese nutzen, erfahren Sie hier.

Über Kleidung kommunizieren Sie mit Ihrer Umwelt

„Mit Anzug und Krawatte liege ich doch nie falsch, oder?“, so lautet eine oft gestellte Frage zur richtigen Kleidung fürs Vorstellunggespräch. Nur allzu gerne würden unsere Berater zustimmen. Doch ganz so einfach ist es leider nicht. Denn die passende Kleidung bestimmt Ihre Karrierechancen und hängt von drei Faktoren ab: der Firma, der Stelle – und Ihnen.

„Wir kommunizieren über die Kleidung mit unserer Umwelt, ob wir wollen oder nicht“, erklärt der Sozialpsychologe Prof. Dr. Carlo Michael Sommer in einem Interview mit dem P.M.-Wissenschaftsmagazin. Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung das sagt, was der Personalentscheider hören will.

Wie Ihre Kleidung im Vorstellungsgespräch das Gegenüber beeinflusst

Jede Branche und jede Position hat ihren eigenen Dresscode. Wenn Sie mit der passenden Kleidung beim Bewerbungsgespräch erscheinen, zeigen Sie, dass Sie die Regeln verstanden haben und bereit sind nach Ihnen zu spielen. Damit erringen Sie das Vertrauen des Personalentscheiders.

So wie sich manche Farben schlecht kombinieren lassen, passen auch bestimmte Verhaltensweisen nicht mit der gewählten Kleidung zusammen. Anzug und Krawatte verlangen ein seriöseres Verhalten als Jeans und Polohemd. Unstimmigkeiten zwischen Kleidung und Auftreten verunsichern den Gesprächspartner und schüren Misstrauen.

Wie Sie mit der richtigen Kleidung das Beste aus sich herausholen

Sie selbst sollten sich in der gewählten Kleidung natürlich wohlfühlen. So tragen Sie entscheidend zu einer entspannten Gesprächsatmosphäre bei. Dass die richtige Kleidung sogar Ihre besten Fähigkeiten zum Vorschein bringen kann, haben die Verhaltensforscher Hajo Adam und Adam Galinsky herausgefunden.

Ihre Studie besagt: Kleidung, die mit bestimmten Eigenschaften wie Sorgfalt und Achtsamkeit assoziiert wird, verstärkt diese Eigenschaften im Träger. Weiter gedacht: Wenn Sie Kleidung tragen, die Sie selbst mit Kompetenz und Seriosität verbinden, treten Sie kompetenter und seriöser auf.

Angela Merkel als Modevorbild?

Neben dem psychologischen Hintergrundwissen setzt die Auswahl der passenden Kleidung fürs Bewerbungsgespräch Recherche und Überlegungen voraus. Hier ein paar Tipps:

  • Informieren Sie sich, welche Kleidung für die Branche und Position typisch sind. Beobachten Sie im Zweifelsfall, wie sich die Angestellten Ihres Wunscharbeitgebers kleiden. Vielleicht bei einem kurzen Besuch vor Ort wenn die Mitarbeiter in den Feierabend gehen?
  • Hätten Sie das gedacht: „Berufstätige Frauen orientieren sich in ihrem Outfit […] an der Bundeskanzlerin. Sie macht vor, wie man sich als Frau im Berufsleben korrekt anzieht: nicht zu weiblich, aber auch nicht geschlechtsneutral, am besten im Hosenanzug“, offenbart Professor Sommer.
  • Nehmen Sie sich etwas Zeit, sich an die jeweilige Kleidung zu gewöhnen. Ziehen Sie sich schon ein paar Stunden vor dem Vorstellungsgespräch um und gehen Sie in Ihrem Outfit unter Menschen.

Wurden Ihnen schon einmal Komplimente für ein gelungenes Outfit gemacht oder mussten Sie Kritik einstecken? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns.

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