Mit diesen Tipps kommt Ihre Online-Bewerbung am Roboter vorbei

Von Alenka Mladina 28. Juni 2019

Immer mehr Unternehmen lassen Bewerbungen über das Internet automatisiert von sogenannten HR-Bots vorsortieren. Daran sollten Sie denken, wenn Sie sich für eine Stelle interessieren, für die Sie Ihre Bewerbung online erstellen. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, Ihre Online-Bewerbung am Roboter vorbeizuschleusen und es in die nächste Bewerbungsrunde schaffen.

Hier lesen Sie:

Der Gegner heißt Applicant Tracking System

Moderne Zeiten: Wer die Maschine hinter einem Bewerberportal im Internet nicht überzeugt, schafft es nicht bis ins Vorstellungsgespräch.

Dafür sorgen sogenannte Applicant Tracking Systeme (ATS). Diese HR-Bots scannen jede eingehende Online-Bewerbung auf vielversprechende Inhalte, wie bestimmte Schlüsselbegriffe, und erkennen Fehler im Lebenslauf, zum Beispiel Buchstabendreher.

Diese Form des Bewerbermanagements nutzen vor allem große Konzerne. Aber auch bei kleineren Unternehmen müssen Sie immer öfter am elektronischen Türsteher vorbei, bevor Ihre Bewerbung tatsächlich beim Personaler landet und Sie die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch haben.

Eine schlichte Online-Bewerbung ist besser 

Um es so weit zu schaffen, müssen Sie diszipliniert vorgehen. Einer der wichtigsten Tipps, wenn Sie eine Bewerbung online erstellen: Lebenslauf-Scanner sind keine Fans von kreativen Layouts.

Anstatt Ihnen Ihre Individualität hoch anzurechnen, haben sie Schwierigkeiten beim korrekten Lesen des Lebenslaufs und sortieren schlimmstenfalls Ihre Unterlagen aus, weil Sie relevante Inhalte schlichtweg nicht erkennen.

Formale Tipps für Ihre Online-Bewerbung:

  • Verzichten Sie im Lebenslauf für ein Bewerbungsportal auf extravagante Elemente, wie Logos oder Symbole.
  • Vermeiden Sie beim Format Ihrer Online-Bewerbung ausgefallene Schriftarten. Mit Arial, Calibri oder Times New Roman stechen Sie zwar nicht aus der Masse heraus, aber schaffen es am Computer vorbei.
  • Verwenden Sie für die einzelnen Abschnitte im Lebenslauf gängige Überschriften, wie Ausbildung, Berufserfahrung oder Qualifikationen. Unbekannte – wenn auch kreative – Titel oder kurze Sätze erschweren es den Maschinen, die Daten im Lebenslauf richtig einzuordnen.
  • Prüfen Sie genau, welche Dateiformate das ATS des Bewerberportals akzeptiert und es korrekt lesen kann. Passen Sie Ihre Online-Bewerbung entsprechend an.

Die richtigen Schlüsselbegriffe knacken den HR-Bot 

Mit den richtigen Begriffen im Lebenslauf können Sie den Computer hingegen leicht davon überzeugen, dass Sie zu den vielversprechenden Kandidaten gehören. Aber verzichten Sie auf Bewerbungsfloskeln wie „belastbar“, „motiviert“ oder „teamfähig“. Vielmehr sind damit spezielle Schlüsselbegriffe gemeint, die für Branche und Beruf typisch sind.

Inhaltliche Tipps für Ihre Online-Bewerbung:

  • Verwenden Sie bei Online-Bewerbungen im Lebenslauf Schlüsselbegriffe aus der Stellenanzeige. Immerhin steht dort bereits, welche Qualifikationen und Kenntnisse Sie mitbringen müssen. Nehmen Sie diese in die Bewerbung auf – natürlich nur, wenn Sie sie auch tatsächlich besitzen. Dazu zählen Qualifikationen, wie Programmiersprachen oder Rechnungslegungsstandards in der Buchhaltung, aber auch Jobtitel wie „Projektmanager“ oder „Leiter Buchhaltung“. Vergessen Sie außerdem nicht Ihre Fremdsprachenkenntnisse.
  • Aber Vorsicht: Übertreiben Sie es nicht. Versuchen Sie nicht, Schlüsselbegriffe möglichst oft in der Online-Bewerbung unterzubringen. Faustregel: Die Lesbarkeit darf darunter nicht leiden. Die Maschine ist nur die erste Hürde, letztendlich müssen Ihre Unterlagen anschließend auch den Personaler überzeugen. Unzusammenhängende Formulierungen, die lediglich möglichst viele Schlüsselbegriffe enthalten, werden übrigens ebenfalls aussortiert.

Buchstabendreher befördern Sie ins Aus

Die genannten Regeln und Tipps gelten für jede Online-Bewerbung. Ein wichtiger Rat fehlt aber noch: Während Personaler einen einzelnen Buchstabendreher in einer ansonsten überzeugenden Bewerbung womöglich verzeiht, kann die Maschine das Wort im schlimmsten Fall nicht erkennen.

Handelt es sich dabei um einen der wichtigen Schlüsselbegriffe, ist das für den HR-Bot so, als hätten Sie diese Fähigkeit überhaupt nicht. Und das kann Ihre Chancen auf den Job vereiteln, bevor überhaupt ein Mensch beim potenziellen neuen Arbeitgeber Ihre Bewerbung zu Gesicht bekommen hat. Um das zu vermeiden, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  1. Nehmen Sie die Rechtschreibprüfung ernst.
  2. Lassen Sie sich dabei von der automatischen Rechtschreibkontrolle Ihres Textverarbeitungsprogramms helfen. Sie identifiziert die meisten Fehler im Anschreiben.
  3. Nutzen Sie zusätzlich ein Online-Tool zur Rechtschreibprüfung.
  4. Lassen Sie Ihren Entwurf außerdem von einem Freund oder Bekannten gegenlesen.

Maschinen überzeugen und Menschen begeistern

Vielleicht haben Sie jetzt das Gefühl, Sie müssten sich einschränken, um an den elektronischen Bewerbungs-Türstehern vorbeizukommen. Doch das ist bei genauerem Hinsehen gar nicht der Fall. Zwar müssen Sie auf kreative Schnörkel verzichten, aber die überzeugen ohnehin keinen Personaler.

Wer täglich Bewerbungen sichtet, der wünscht sich übersichtliche Lebensläufe, in denen er auf den ersten Blick erkennt, ob jemand die erforderlichen Qualifikationen mitbringt. Und schlampig wirkende Bewerbungen werden von Mensch und Maschine gleichermaßen aussortiert.

So weit liegen die Ansprüche von ATS und Personalern also gar nicht auseinander. Aber denken Sie daran: Haben Sie den HR-Bot erst einmal überwunden, landet Ihre Online-Bewerbung bei einem Menschen. Deshalb brauchen Sie nicht nur einen korrekten, sondern auch einen möglichst interessanten Einleitungssatz in der Bewerbung.

 

Wenn Sie anstatt der HR-Bots auf Karriereportalen lieber direkt echte Menschen überzeugen, wenden sich gerne an einen unserer Personalberater. Laden Sie dazu einfach Ihren Lebenslauf hoch. Wir melden uns.

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Bildquelle: © franckinjapan - Unsplash.com

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