Unser Oktoberfest-Guide für Angestellte: Wenn der Chef zur Wiesn einlädt

Von Alenka Mladina 21. September 2017

O’zapft is! Wenn das größte Volksfest der Welt seine Zelte öffnet, lädt der Chef in vielen Unternehmen sein Team zum Oktoberfestausflug ein. In manchen Büros ist dieser wiederkehrende Termin so fest etabliert wie die Weihnachtsfeier.

Doch wenn Beruf und Privatleben vermischt werden, kann dies der Karriere einen Knick verpassen. Damit Ihr guter Ruf keine Kratzer bekommt, haben wir die wichtigsten Tipps für gefährliche Fettnäpfchen vorbereitet.

1. Wie privat darf der Betriebsausflug auf das Oktoberfest werden?

Wer mit dem Chef und Kollegen die gewohnte Bürosituation gegen eine lockere Umgebung wie die Wiesn tauscht, muss weiter darauf achten, professionell mit dem Vorgesetzten und Kollegen umzugehen. Auch wenn man auf den Bierbänken der überfüllten Zelte allzu oft etwas näher zusammenrücken muss, verstärkt das nicht zwangsläufig die persönliche Beziehung zum Chef.

Das Betreten der Wiesn-Zelte ist also kein Freischein für ein "Du, Chef". Auch in diesem Fall sollte das "Du“ vom Chef angeboten werden. Ob es – im angetrunkenen Zustand ausgesprochen – auch im nüchternen Büroalltag noch Bestand hat, bleibt abzuwarten. Halten Sie sich am nächsten Morgen daher etwas zurück bis Sie sicher sind, dass der Chef auch im Büroalltag beim "Du" bleibt.

Die Wahl der Gesprächsthemen darf hier ruhig etwas privater sein. Nutzen Sie die Gelegenheit, um mehr über die Kollegen zu erfahren. Gemeinsame Interessen und Hobbys wirken sich positiv auf die berufliche Zusammenarbeit aus.

Es gibt aber auch hier gewisse Grenzen, die Sie nicht überschreiten sollten: Private Probleme und Sorgen bleiben besser privat. Genauso kommt es nicht gut an, über Kollegen zu lästern. 

2. Das rechte Maß – oder: Wie viel Maß dürfen’s sein?

Das Oktoberfest ist bekannt für sein Bier und auch bei geschäftlichen Besuchen wird mitunter die ein oder andere Maß getrunken. Die eigene Trinkfestigkeit sollten Sie dennoch nicht vor der eigenen Firma austesten. 

Schließlich führt übermäßiger Alkoholgenuss selten zu geistreichen Unterhaltungen auf dem Oktoberfest. Vielmehr laufen Sie Gefahr, die Kontrolle zu verlieren und am nächsten Bürotag eine peinliche Situation aushalten zu müssen.

3. Das richtige Wiesn-Outfit wenn der Chef zum Oktoberfest einlädt

Tracht ist längst wieder in Mode auf der Wiesn. Was den Trachtenshop-Besitzern eine ungeahnte Steigerung der Einnahmen beschert hat, .gibt Raum für zahlreiche modische Fauxpas und übermäßige Offenherzigkeit.

Die Damen sollten die Rocklänge lieber auf Kniehöhe oder länger wählen, das Dekolleté sollte nicht zu tief ausfallen. Im Zweifel greifen sie lieber zu etwas höher geschlossenen Blusen oder legen sich ein Tuch um.

Die Herren haben es da zugegebenermaßen etwas leichter. Die Lederhose bietet weniger Möglichkeiten für modische Ausrutscher.

Die Vorgaben sind auf dem Oktoberfest relativ locker: Während traditionsbewusste Besucher im Gesamtoutfit inklusive passender Strümpfe und den berühmten Haferl-Schuhen auftreten, sind auch Kombinationen mit T-Shirt und Freizeitschuhen inzwischen keine Modesünde mehr.

4. Chef oder Sie: Wer darf zuerst gehen?

Auf dem Oktoberfest ist der Chef der Gastgeber. Deshalb ist es eine wichtige Frage, ob Sie sich schon bevor die Zelte schließen in den Feierabend verabschieden dürfen.

Orientieren Sie sich dabei an Ihrem Vorgesetzten. Vor ihm zu gehen, ist natürlich mit den richtigen Gründen kein Sakrileg - beispielsweise weil die Oma die Kinder nicht länger beaufsichtigen kann. Aber wenn Sie es einrichten könnten, sollten Sie sich die Zeit aus Höflichkeit ihm und den Kollegen gegenüber freihalten. Klären Sie im Zweifel vorher ab, wie lange der Wiesn-Besuch geplant ist. 

Wenn der Chef das Bierzelt verlassen hat, können Sie natürlich selbst entscheiden, wie lange es Ihnen dort noch gefällt – natürlich immer mit Rücksicht auf die eigene Leistungsfähigkeit am nächsten Arbeitstag.

5. Wenn alles außer Kontrolle gerät

Sie haben sich fest vorgenommen, auf dem Oktoberfest mit dem Chef nicht über die Stränge zu schlagen. Mit fortgeschrittener Stunde und mit dem inzwischen recht familiären  Zusammenkommen werden Sie jedoch ausfallend, plaudern Geheimnisse aus und machen sich öffentlich über Kollegen lustig. 

Am nächsten Morgen folgt dann das böse Erwachen und Sie trauen sich vor lauter Peinlichkeit gar nicht ins Büro. Geschehenes können Sie nicht ungeschehen machen.

Retten Sie also, was noch zu retten ist: Gehen Sie im Büro angekommen umgehend zum Chef. Entschuldigen Sie sich für Ihr Verhalten und sichern Sie ihm zu, dass dies nicht mehr vorkommen wird. Ebenso sollten Sie sich gleich bei Kollegen entschuldigen, die Sie verletzt haben.

Jetzt bleibt Ihnen nur abzuwarten, wie sich Ihr Ruf und die Beziehung zum Chef und Kollegen entwickeln wird. Wenn die Situation in den kommenden Wochen jedoch unerträglich wird, sollten Sie über einen Jobwechsel nachdenken - und sich diskret bewerben.  

In diesem Sinne, viel Spaß auf dem Oktoberfest!

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