Nur noch schlechte Tage im Job? Die 7 wichtigsten Kündigungsgründe

Von Christina Holl 7. Mai 2015

Schlechte Tage im Job kennt jeder. Wenn es aber nur noch schlechte Tage gibt, dann müssen Sie handeln. Oder Sie riskieren einen Burn- oder Bore-out. Woran Sie gute Kündigungsgründe erkennen und ob jetzt der richtige Zeitpunkt für einen neuen Job ist.

Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Job zu wechseln, muss sich zunächst die Frage beantworten: Geht’s wirklich nicht mehr oder laufe ich vor Konfrontationen davon, die mich auch andernorts wieder einholen werden?

Sprich: Liegt’s an mir oder liegt’s am Job? Damit Sie sich mit dieser Frage nicht quälen müssen, haben wir sieben Anzeichen zusammengestellt, an denen Sie gute Kündigungsgründe erkennen:  

1. Ihr meist genutztes Computerprogramm ist Solitaire

Vor einem Jahr haben Sie sich noch unterfordert gefühlt – mittlerweile haben Sie resigniert. Das bisschen Arbeit, das auf Ihrem Tisch landet, reicht nicht einmal bis zur Mittagspause. Sie erledigen es mit der linken Hand, während die rechte Solitaire oder Angry Birds spielt. Ihren Vorgesetzten weisen Sie schon seit Monaten nicht mehr auf Ihre Unterforderung hin. Schließlich hat er Ihnen auf die wiederholten Anfragen nur noch mehr von der langweiligen Arbeit aufgetischt, anstatt Ihnen verantwortungsvollere Tätigkeiten zu geben.

Wenn Ihnen das Unternehmen keine helfende Hand reicht, gibt’s nur eine Lösung: Ziehen Sie sich am eigenen Kragen aus dem Schlamassel und vermeiden Sie einen Bore-out. Suchen Sie nicht nach weiteren Kündigungsgründen – sondern direkt nach einem neuen Job.

2. Ihr Kalender ist ein Countdown bis zur Rente

Sie zählen die Tage bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie sich endgültig aus dem Arbeitsleben verabschieden. Ein äußerst schlechtes Zeichen. Vor allem, wenn bis zur Rente noch mehrere Jahrzehnte ins Land gehen werden.

Sind Sie wirklich schon an Ihrem Karriereziel angekommen? Nicht jeder Arbeitstag ist aufregend, aber wenn Sie kein bisschen Erfüllung aus Ihrem Job ziehen und Ihre Zeit nur absitzen, dann stimmt etwas nicht.

Vielleicht nicht mit Ihnen. Vielleicht nicht mit dem Job. Aber definitiv mit der Kombination aus beidem. Und damit haben Sie eine hohe Anzahl an triftigen Kündigungsgründen: Jeder einzelne Arbeitstag, der noch vor Ihnen liegt.  

3. Ihre Karriere steht auf dem Standstreifen

An Ihrem Karriereplan für die nächsten fünf Jahre arbeiten Sie mittlerweile schon seit zehn. Aber die zweite Stufe haben Sie immer noch nicht erreicht. Es liegt nicht an Ihrem Engagement oder an Ihrer Qualifikation. Die Karriereleiter hat einfach keine weiteren Sprossen, die Sie erklimmen könnten – und dabei haben Sie mit einem Fuß noch Bodenkontakt.

Für derartige Konstellationen gibt es verschiedene Gründe: In manchen mittelständischen Unternehmen sind höhere Positionen nur mit Erbschein zu erreichen. Für Sie sollte das kein Grund sein, Ihre Karrierepläne zu begraben. Suchen Sie stattdessen nach einem Unternehmen mit höheren Karriereleitern.

4. Mit Ihren Teamkollegen kommunizieren Sie nur noch per E-Mail

Ihr Team verhält sich ein bisschen wie die verfehdeten Familien in einer Romeo-und-Julia-Adaption: Sie liegen schon so lange miteinander im Clinch, dass keiner mehr weiß, wie die Sache eigentlich angefangen hat. Die Schlichtungsansätze Ihres Chefs haben das Problem nicht gelöst.Während alle Teammitglieder so taten, als wäre die Sache gegessen, wurde aus dem offenen Kampf lediglich ein kalter Krieg.

Wenn Vermittlungsversuche dauerhaft fehlschlagen, ist es keine Schande, zu desertieren. Bringen Sie Ihr Talent dahin, wo man sich gegenseitig Brücken baut, anstatt sich Steine in den Weg zu legen. Schlechte Kollegen sind gute Kündigungsgründe.

5. In der Firma wechselt die Strategie so oft wie im April das Wetter

Sie sind sich nicht ganz sicher, ob das regelmäßige Ticken von Ihrer Armbanduhr kommt oder doch von einer Zeitbombe, auf der Ihr Unternehmen sitzt. Denn in Ihrer Firma wiederholt sich jährlich ein belastendes Szenario: Wenn die Jahresbilanz ansteht, sinkt die Stimmung in der Chefetage und prompt wird wieder einmal eine neue Unternehmensstrategie ausgerufen. Auch an Ihnen geht dieses Prozedere nicht spurlos vorbei: Ihre Nerven sind mittlerweile so angespannt wie die Stahlseile der Golden Gate Bridge.

Suchen Sie nicht weiter nach Kündigungsgründen: Das ist kein Zustand, den Sie auf Dauer aushalten sollten. Wenn die Situation Ihres Unternehmens dauerhaft einem Balanceakt auf einem eben solchen Drahtseil gleicht, ist es für Sie Zeit, diesen Zirkus zu verlassen. Ein Kapitän mag mit seinem Schiff untergehen, aber Sie müssen das nicht.

6. Ihr Chef macht Sie für das schlechte Wetter verantwortlich

Kritik ist etwas Gutes. Wenn Sie konstruktiv vorgebracht wird, entwickeln wir uns mit Ihrer Hilfe weiter. Wir können an unseren Schwächen arbeiten und unsere Stärken ausbauen. Sie kann ein guter Wegweiser für unsere Karriere sein.

Doch manchmal führt dieser Wegweiser auch ins Nichts. Und zwar dann, wenn die Kritik willkürlich ist, keinerlei Verbesserungsvorschläge enthält und lediglich die Launen des Vorgesetzten ausdrückt.

Lassen Sie sich nicht für Dinge zur Rechenschaft ziehen, die außerhalb Ihres Verantwortungsbereichs liegen. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Auch Ihr Chef. Aber wenn aus diesen Tagen Monate werden und Sie zum Sündenbock, ist es Zeit, sich höflich zu verabschieden. Gern mit einem freundlichen Hinweis, was Ihr Vorgesetzter beim nächsten Mitarbeiter besser machen kann, um diesem keine Kündigungsgründe zu liefern.

7. Wäre Ihr Unternehmen ein Fußballverein – Sie wären für den Gegner

Dass Sie Ihren Arbeitgeber so sehr mögen, dass Sie Ihr zu Hause entsprechend der Corporate Identity einrichten, ist mit Sicherheit ein extremer Einzelfall. Doch ein bisschen sollten Sie sich schon mit Firmenkultur, Produktpalette und Dienstleistungen identifizieren. Wenn Sie hingegen am Abend von Firmenfeiern spontane Migräneanfälle bekommen, beim Abendessen mit Freunden krampfhaft das Thema wechseln, wenn es um Berufliches geht, und mit diebischer Freude Produkte Ihres stärksten Konkurrenten kaufen – dann sollten Sie Farbe bekennen. Und zwar gegen Ihren Arbeitgeber. Suchen Sie sich ein Unternehmen, dass besser zu Ihnen passt – bevor Sie beginnen, sich selbst nicht mehr zu mögen und einen Burn-out zu riskieren. Kündigungsgründe haben Sie zur Genüge.

Welchen Kündigungsgrund Sie auch haben, bereiten Sie Ihren Ausstieg sorgfältig vor

Unabhängig vom Grund für den Abschied: Kluge Arbeitnehmer verbinden eine Kündigung mit einem Wechsel. Seinen Arbeitgeber zu verlassen, bevor ein neuer Job gefunden ist, ist sehr riskant. Wer sich mit Abschiedsgedanken trägt, der sollte einen Blick auf den aktuellen Jobmarkt werfen, bevor er die Kündigung einreicht.

Erzählen Sie uns, was sind für Sie auf jeden Fall Kündigungsgründe?

Bildquelle: @lassedesignen - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren