Nie mehr unterschätzt werden: Mehr Mut zu Selbstmarketing im Job

So fallen Sie mit Selbsmarketing beim Chef auf

Gute Arbeit und überdurchschnittliche Ergebnisse bringen wenig, wenn Ihr Chef sie nicht wahrnimmt.

Damit Sie im Job vorankommen und Ihr Gehalt steigern, ist eine gesunde Portion Selbstmarketing wichtig. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung schaffen es auch Sie, positiv beim Chef aufzufallen.

Sie bringen gute Leistung, doch die interessanten Projekte landen immer beim Kollegen? Wenn Sie solche Erfahrungen schon gemacht haben, wissen Sie: Gute Arbeit reicht oft nicht, um im Beruf voranzukommen.

Manche Menschen verstehen es sehr gut, auf sich aufmerksam zu machen - und sind deshalb erfolgreicher. Der Schlüssel zu Ihrem Erfolg ist: Selbstmarketing.

Die Türen, die er aufschließt, können ganz unterschiedliches bewirken:

  • Mehr Verantwortung und spannendere Aufgaben.
  • Den nächsten Karriereschritt in Form einer Beförderung.
  • Mehr Geld durch eine Gehaltserhöhung oder einen Bonus.

Klingt verlockend aber Sie wissen nicht, wie Sie sich "selbst vermarkten" können? Kein Problem. Wir verraten Ihnen, wie Ihre Arbeit auch bei Ihrem Chef positiv ankommt.

1. Machen Sie sich bewusst, was Selbstmarketing bedeutet

Was heißt Selbstmarketing eigentlich? Der Begriff ist zwar relativ neu, das Prinzip dahinter aber ziemlich alt und eine Grundvoraussetzung für Erfolg.

Lassen Sie sich deshalb nicht vom Begriff „Selbstmarketing“ abschrecken. Denn es bedeutet:

  • Seine Ziele zu kennen.
  • Zu wissen, wer einem beim Erreichen hilft.
  • Zu erkennen, wie man diese Personen von sich überzeugt.

Für erfolgreiches Selbstmarketing sollten Sie sich daher ein paar Gedanken um Ihre Zukunft machen.

2. Kennen Sie Ihre Talente und Ziele

Um erfolgreich zu sein, sollten Sie Ziele wählen, die Ihren Fähigkeiten entsprechen.

Arbeiten Sie beispielsweise lieber sehr selbständig, ist eine Teamleitung vermutlich nicht das Richtige. Eine Fachkarriere macht dann mehr Sinn.

Wiederum, wenn Sie sich nach der Arbeit nicht zum Lernen motivieren können, werden Sie sich beispielsweise mit einer Fortbildung zum Bilanzbuchhalter schwer tun.

Fragen Sie sich daher:

  • Was können Sie am besten?
  • Was möchten Sie erreichen?
  • Welche Ziele können Sie mit Ihren Fähigkeiten erreichen?

Sind Sie sich Ihrer Ziele und Fähigkeiten bewusst, müssen Sie herausfinden, wer Ihnen beim Erreichen helfen kann. Meist sind das Personen in höheren Positionen.

Das muss allerdings nicht immer der direkte Vorgesetzte sein. Es kann sich auch um eine Führungskraft handeln, die einige Stufen über Ihnen steht oder eine andere Abteilung leitet.

Finden Sie anschließend heraus, welche Ihrer Talente und Werte die Zielperson schätzt. Ist es Flexibilität, Einsatzbereitschaft oder sind es Ihre kreativen Lösungsansätze für neue Probleme?

Nun besitzen Sie eine gute Grundlage, um das Selbstmarketing-Konzept umzusetzen.

3. Betrachten Sie sich selbst von außen

Im nächsten Schritt folgt die Probe aufs Exempel: Prüfen Sie, ob die Kollegen und Vorgesetzten Sie so sehen, wie Sie sich selbst sehen.

Das ist wichtig, weil Selbstmarketing die Kunst ist, die Eigenwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung anzugleichen. Wie Sie nach außen wirken können Sie auf zweierlei Weise herausfinden:

  • Direkt: Fragen Sie Kollegen danach, welche Stärken sie in Ihnen sehen. Tun Sie dasselbe beim Mitarbeitergespräch mit Ihrem Vorgesetzten.
  • Indirekt: Beobachten Sie, bei welchen Aufgaben Kollegen und Vorgesetzte Sie um Unterstützung bitten. Das sind oft die Bereiche, in denen man Ihnen viel zutraut.

Nach dieser Analyse wissen Sie, woran Sie noch arbeiten müssen. Wo das Feedback der Kollegen nicht mit Ihrer Selbstwahrnehmung übereinstimmt, sollte Ihr Selbstmarketing ansetzen.

Zeigen Sie den Kollegen, was Sie können! Bieten Sie Ihre Hilfe gezielt in Bereichen an, in denen Sie unterschätzt werden.

4. Denken Sie voraus

Konzentrieren Sie Ihr Selbstmarketing nicht auf den Status quo, sondern auf die Zukunft. Wo möchten Sie in einem, zwei, fünf Jahren sein?

Streben Sie eine hohe Führungsposition an, ist es nie zu früh, um sich als potenzielle Führungskraft zu positionieren. Zeigen Sie, dass Sie über den Tellerrand blicken und selbst bei einfachen Aufgaben das große Ganze im Blick haben.

Diese Strategie hilft Ihnen nicht nur beim Aufstieg innerhalb des Unternehmens, sondern auch beim geplanten Jobwechsel.

Präsentieren Sie sich im Anschreiben mit Blick auf die Zukunft. Betonen Sie die Stärken, die Ihnen beim Erreichen Ihrer Ziele helfen. Wenn man in Ihnen den Abteilungsleiter sieht, bevor die Stelle überhaupt frei wird, sind Sie als Topkandidat vorgemerkt.

5. Betreiben Sie Selbstmarketing online und offline

Sie wissen jetzt, wie Sie gesehen werden möchten, und sollten dieses Image pflegen. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Stärken im Alltag unterbringen können:

  • Unterstützen Sie Kollegen und Vorgesetzte gezielt bei Aufgaben, die Ihre Stärken zeigen.
  • Geben Sie Ihrem Chef in sinnvollen Abständen (nicht zu oft) Projekt-Updates in denen Sie Ihre Leistung sichtbar machen.
  • Promoten Sie Ihre Stärken auch online. Auf dem Online-Profil LinkedIn etwa können Sie Ihre Fähigkeiten angeben und von anderen bestätigen lassen. Bei Xing können Sie in Gruppendiskussionen mit fundiertem Fachwissen trumpfen. Achten Sie hierbei allerdings darauf, Begriffe zu wählen, nach denen Personaler suchen.

Selbstmarketing heißt, vorhandene Stärken zu betonen, aber nicht, sich mit fremden Federn zu schmücken oder Talente vorzugeben, die Sie nicht besitzen.

Damit die Eigenwerbung nicht nach hinten losgeht, sollten Sie daher 4 wichtige Regeln befolgen.

Don'ts beim Selbstmarketing

  1. Bleiben Sie bei überprüfbaren Fakten. Wer die eigene Leistung besser darstellt, als sie ist, wandelt auf dünnem Eis. Übertreibungen fallen zumindest anderen Projektmitgliedern auf und finden ihren Weg früher oder später auch zum Vorgesetzten. Ist die Glaubwürdigkeit erst einmal verspielt, ist sie kaum wiederzuerlangen.

  2. Seien Sie wählerisch. Nicht jeder Erfolg ist es wert, ihn weiter zu erzählen. Wenn Sie ständig von Alltagstätigkeiten schwärmen, setzen Sie die Maßstäbe für sich selbst sehr niedrig an. Das sollten Sie vermeiden.

  3. Wiederholen Sie sich nicht. Lassen Sie Ihre Erfolge so gut es geht für sich selbst sprechen. Falls das nicht funktioniert, machen Sie darauf aufmerksam. Aber wiederholen Sie sich nicht. Wenn der Vorgesetzte die Leistung nicht schon beim ersten Mal würdigt, hat Sie ihn wahrscheinlich nicht beeindruckt. Ein guter Hinweis für Sie, es mit anderen Kostproben Ihres Könnens zu versuchen.

  4. Prüfen Sie die Vor- und Nachteile. Helfen Sie Kollegen und Vorgesetzten in Bereichen aus, in denen Sie einen Mehrwert leisten können und Sie sich profilieren möchten. Achten Sie aber darauf, dass Sie davon auch profitieren – und nicht einfach unliebsame Aufgaben an Sie abgeschoben werden.

 

Mit unseren Tipps sollte es Ihnen nun gelingen, auf Ihre Stärken aufmerksam zu machen. Klappt das nicht, liegt es vielleicht am Arbeitgeber.

Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Nachdem Sie herausgefunden haben, wo Ihre wahren Stärken liegen, können Sie diese gezielt in der nächsten Bewerbung platzieren.

Sie möchten Ihre Stärken lieber bei einem neuen Arbeitgeber zeigen? Schauen Sie gleich mal nach Jobs in unserer Stellenbörse für Finanz-, IT- oder Office-Berufe nach. Vielleicht wartet dort Ihr nächster Traumjob auf Sie!

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