Neuer Job, aber nicht glücklich? Das können Sie tun!

Von Alenka Mladina 6. Mai 2018

Sie hatten sich so sehr auf Ihre neue Arbeit gefreut. Doch nun ist alles anders, als Sie es sich vorgestellt hatten. Die tatsächlichen Aufgaben sind weit von denen in der Stellenbeschreibung entfernt und auch gar nicht das, was Sie machen möchten. Im Gegenteil. Ihr neuer Job ist schrecklich. Verzweifeln Sie nicht, sondern werden Sie aktiv. Hier lesen sie, wie Sie das Beste aus Ihrer Situation machen: 

  • Feedbackgespräch kann helfen
  • Keine Angst vor erneutem Jobwechsel
  • Das sollten Sie bei Ihrer neuen Bewerbung beachten
  • Veränderte Aufgaben als Karrierechance
  • Zeit für eine Fortbildung?

Sie erinnern sich noch genau an das Vorstellungsgespräch: Ihr künftiger Chef hatte Ihnen die Leitung der Finanzabteilung mit großem Entscheidungsspielraum und einem strategischen Fokus versprochen. Genau der Job, den Sie schon immer haben wollten. Doch stattdessen sind Sie nun die meiste Zeit über mit operativen Aufgaben beschäftigt und dürfen keine Entscheidung ohne die Einbindung der Führungsebene fällen.

Ihre anfängliche Euphorie ist fast gänzlich verschwunden. Sie sind unzufrieden im Job und werden von Tag zu Tag demotivierter. Fast schon bereuen Sie, die Unterschrift unter den Arbeitsvertrag gesetzt zu haben.

Feedbackgespräch kann helfen

Unglücklich im Job – was tun? Dass Sie sich Ihre neue Stelle anders vorgestellt haben, sollten Sie vor Ihrem Chef nicht verbergen. Vereinbaren Sie ein Feedbackgespräch. Legen Sie ihrem direkten Vorgesetzten sachlich dar, dass eigentlich etwas anderes vereinbart war und Sie die Arbeit ausüben wollen, die Ihnen versprochen wurde.

Zeigt Ihr Chef Verständnis dafür, dass Ihnen Ihr neuer Job nicht gefällt,sollten Sie darüber sprechen, wann Sie Ihre eigentlichen Aufgaben übernehmen können. Mitunter ist jetzt ein bisschen Toleranz von Ihrer Seite gefragt. Eventuell müssen Sie noch ein wenig auf die Umstellung warten. Vereinbaren Sie am besten einen zeitlichen Ablaufplan.

Ist eine Umstellung am derzeitigen Arbeitsplatz nicht möglich, müssen Sie entscheiden, ob Sie weitermachen möchten, obwohl Sie im Job unglücklich sind. Wenn Ihnen das Unternehmen gefällt, gibt es immer noch die Möglichkeit, intern auf eine Stelle zu wechseln, die Ihren Ansprüchen und Fähigkeiten besser entspricht. Auch darüber sollten Sie sich mit dem Vorgesetzten unterhalten

Keine Angst vor erneutem Jobwechsel

Im schlimmsten Fall zeigt Ihr Chef kein Verständnis dafür, dass Sie unglücklich im Beruf sind und denkt gar nicht daran, die Situation zu verbessern. Das bringt Sie in eine unangenehme Lage. Schließlich möchten Sie sich nicht schon wieder einen neuen Job suchen und bestimmt befürchten Sie, die kurze Station schade Ihrem Lebenslauf.

Die gute Nachricht ist: Lassen Sie das nicht Ihre größte Sorge sein. Sie verbringen viel Zeit an Ihrem Arbeitsplatz. Wenn Sie die tägliche Arbeit nicht ausfüllt, müssen Sie etwas ändern und im Zweifel kündigen. Denn bevor Ihr neuer Job Sie total unglücklich macht, und zwar auf Dauer, sollten Sie sich nach Alternativen umsehen. Gerade im Finanz-, IT- und administrativen Bereich gibt es eine hohe Nachfrage nach Fachkräften.

 

Das sollten Sie bei Ihrer neuen Bewerbung beachten  

Die kurze Zeit auf der aktuellen Stelle wird Ihrem Lebenslauf nicht schaden. Vorausgesetzt natürlich, Sie werfen nicht bereits nach drei Wochen das Handtuch, sondern harren etwas länger aus. So sollten Sie bei Ihrer neuen Bewerbung vorgehen:

  • Im Anschreiben deutlich machen, dass Sie in Ihrem aktuellen Unternehmen nicht nach Ihren Vorstellungen eingesetzt und gefordert wurden.
  • Im Gespräch authentisch bleiben. Unstimmigkeiten mit Kollegen oder Vorgesetzten aber nicht thematisieren. Anschuldigungen dieser Art führen leicht dazu, selbst als Unruhestifter zu gelten.

Alles in allem sollten sich nicht länger über Ihre aktuelle Situation grämen – sondern sich darauf freuen, dass Sie bald einen neuen Job haben, der Ihren Vorstellungen voll und ganz entspricht.

Veränderte Aufgaben als Karrierechance

Doch es kann auch ganz anders laufen, wenn Sie im Unternehmen bleiben, obwohl Ihr neuer Job Sie unzufrieden macht. Vielleicht sind Sie nach einer Weile gar nicht mehr so unglücklich über die veränderte Aufgabenstellung und merken gar, dass der Job Ihnen auf diese Weise sogar viel mehr Spaß macht? Auch in diesem Fall sollten Sie das Gespräch mit dem Chef suchen. Bitten Sie darum, das veränderte Aufgabenfeld in Ihre Stellenbeschreibung aufzunehmen.

Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt weitere Verantwortung und Aufgaben übernehmen, wird Ihnen dies eine perfekte Argumentationshilfe für die nächste Beförderungsrunde bieten. Passen Sie unbedingt zusammen mit Ihrem Vorgesetzten Ihre Zielvereinbarung entsprechend an. Die ist wichtig für Ihre Karriereplanung und liefert Ihnen Argumente für die nächste Gehaltsverhandlung.

Zeit für eine Fortbildung?

Betonen Sie gegenüber Ihrem Vorgesetzten, dass Ihnen Ihre Aufgaben gefallen, aber dass Sie eine detaillierte Einweisung oder eine Fortbildung benötigen, um sie erfolgreich abzuwickeln. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ihr Engagement belohnt wird – und Sie wertvolle Fähigkeiten hinzugewinnen.

Machen Ihnen die Aufgaben zwar Spaß, aber Ihnen fehlen noch nötige Kenntnisse, ist es besonders wichtig, dass Sie mit Ihrem Chef darüber sprechen. Die Gefahr, dass Ihnen Fehler unterlaufen ist groß und könnte Ihre gute Bewertung gefährden.

Sie suchen einen neuen Job? Hier werden Sie fündig: https://www.roberthalf.de/jobs

Wurden Sie schon einmal im neuen Job enttäuscht? Wie sind Sie damit umgegangen - Schreiben Sie uns, gleich unten im Kommentarfeld oder an [email protected].

 

Bildquelle: @ BillionPhotos.com - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren