Unglücklich im neuen Job: So können Sie das ändern!

Von Christina Holl on 27. Januar 2022
Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Nicht immer hält der neue Job, was er zu versprechen schien. Für manche gestalten sich die tatsächlichen Aufgaben plötzlich völlig anders als im Bewerbungsgespräch angekündigt, andere fühlen sich im neuen Job total überfordert. Ein Grund zur Verzweiflung muss das aber nicht sein. Denn eines ist sicher: Wer nach dem Jobwechsel unglücklich ist, braucht es nicht zu bleiben. Werden Sie also aktiv! 

„Mein neuer Job ist nichts für mich” – Woran liegt das?

Ein Jobwechsel ist stets mit gewissen Veränderungen verbunden. Dazu zählen beispielsweise …

  • neue Vorgesetzte,
  • neuen Kolleg*innen,
  • neue Arbeitsroutinen und
  • neue Tools und Programme.

Das kann spannend sein und beflügeln. Doch nicht immer verläuft der Umstieg glatt. Manchmal tauchen schon während der Einarbeitung Probleme auf, und im schlimmsten Fall denken Sie nach kurzer Zeit sogar: „Mein neuer Job ist nichts für mich!” 

Doch was können Sie tun, wenn Ihnen Ihre neue Arbeit nicht gefällt? Pauschal zu sagen, der neue Job sei einfach schrecklich oder eine Katastrophe, ist wenig konstruktiv. Gehen Sie lieber zunächst in sich und listen Sie auf, was Sie an Ihrer Stelle aktuell stört, aber auch, was Ihnen daran gefällt. Womöglich lassen sich die positiven Punkte stärker ausbauen.

Wichtig: Seien Sie ehrlich zu sich selbst! Gestehen Sie sich ruhig ein, wenn Sie sich von Ihrem neuen Job total überfordert fühlen. Das kann beispielsweise sein, weil Ihnen einfach erforderliche Kenntnisse fehlen oder Sie generell etwas länger brauchen, um neue technische Programme zu lernen. Das ist alles kein Beinbruch!

Was tun, wenn Ihnen der neue Job nicht gefällt?

Wenn Sie wissen, was genau Sie an Ihrem neuen Job unglücklich macht, dann sprechen Sie darüber mit Ihrer Führungskraft. Gehen Sie also offen damit um, dass Sie sich Ihre neue Stelle anders vorgestellt haben.

Bekommen Sie beispielsweise vorrangig unattraktive Aufgaben zugewiesen, von denen weder in der Stellenanzeige noch im Bewerbungsgespräch die Rede war? Dann erläutern Sie das sachlich, anstatt bei der Arbeit immer frustrierter zu werden. Weisen Sie darauf hin, dass eigentlich etwas anderes vereinbart war und Sie die Arbeit ausüben wollen, die Ihnen versprochen wurde.

Zeigt Ihr*e Chef*in Verständnis dafür, dass Ihnen Ihr neuer Job unter den aktuellen Umständen nicht gefällt, ist schon viel gewonnen. Vielleicht sind Änderungen nicht sofort möglich und Sie müssen darauf noch etwas warten. Zeigen Sie dann ein bisschen Geduld. Und damit die Angelegenheit nicht womöglich im Sande verläuft, vereinbaren Sie am besten einen zeitlichen Ablaufplan.

Ist eine Umstellung am derzeitigen Arbeitsplatz nicht möglich, müssen Sie entscheiden, ob Sie weitermachen möchten – obwohl Sie im Job unglücklich sind. Gefällt Ihnen jedoch das Unternehmen grundsätzlich, können Sie vielleicht intern auf eine Stelle wechseln, die Ihren Ansprüchen und Fähigkeiten besser entspricht. Auch darüber sollten Sie sich mit Ihrer Führungskraft unterhalten.

Überfordert im Job? Spielen Sie mit offenen Karten

Fühlen Sie sich hingegen im neuen Job überfordert, spielen Sie auch in diesem Fall mit offenen Karten. So kommen Sie am ehesten zu einem konstruktiven Ergebnis. Fehlen Ihnen etwa noch einige Kenntnisse, dann bitten Sie Ihre Teamleitung um Unterstützung. Die Gefahr für Fehler und damit für eine schlechte Beurteilung ist ansonsten groß.

Betonen Sie also: Ihre Aufgaben gefallen Ihnen zwar gut, aber Sie brauchen eine detaillierte Einweisung oder eine Fortbildung, um sie erfolgreich zu erledigen. Im Idealfall wird Ihr Engagement belohnt und Sie gewinnen wertvolle Fähigkeiten hinzu.

Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels sind Vorgesetzte dankbar, wenn neue Mitarbeitende sie darauf ansprechen, dass sie aktuell unglücklich im neuen Job sind. Denn dann können sie gemeinsam die Situation verbessern. Im Erfolgsfall stärkt das die Mitarbeiterbindung. Und davon haben beide Seiten etwas.

Abwarten kann sich auszahlen

Bisweilen kann es sich übrigens trotz anfänglicher Unzufriedenheit im Job lohnen, einige Zeit abzuwarten und im Unternehmen zu bleiben. Vielleicht sind Sie nach einer Weile gar nicht mehr so unglücklich über die veränderte Aufgabenstellung und finden sogar, dass der Job Ihnen auf diese Weise doch Spaß macht. Auch in diesem Fall sollten Sie das Gespräch mit dem*der Chef*in suchen. Bitten Sie darum, das aktuelle Aufgabenfeld in Ihre Positionsbeschreibung aufzunehmen.

Dann nicht vergessen: Passen Sie zusammen mit Ihrem*Ihrer Vorgesetzten Ihre Zielvereinbarung entsprechend an. Das ist gegebenenfalls wichtig für Ihre Karriereplanung und die nächste Gehaltsverhandlung.

Keine Angst vor einem erneuten Jobwechsel

Leider lässt sich manchmal auch beim besten Willen aller Beteiligten nichts machen, und Sie bleiben unglücklich in Ihrem neuen Job. Oder Ihr*e Chef*in zeigt kein Verständnis für Ihre Situation und denkt nicht daran, etwas in Ihrem Sinne zu ändern. Das bringt Sie in eine unangenehme Lage. Wer will schon nach wenigen Wochen oder Monaten eine neue Stelle suchen? Und womöglich befürchten Sie, die kurze Station schade Ihrem Lebenslauf.

Lassen Sie das nicht Ihre größte Sorge sein. Wichtig ist, dass Sie sich in einem Job wohlfühlen. Schließlich verbringen Sie damit viel Zeit. Wenn Ihnen die tägliche Arbeit nicht gefällt, müssen Sie etwas ändern und im Zweifel kündigen. Denn bevor Ihre neue Stelle Sie dauerhaft unglücklich oder sogar krank macht, sollten Sie sich nach Alternativen umsehen. Gerade im Finanz-, IT- und administrativen Bereich gibt es viele offene Stellen.

Das sollten Sie bei Ihrer neuen Bewerbung beachten

Die kurze Zeit auf der aktuellen Stelle wird Ihrem Lebenslauf nicht schaden. Vorausgesetzt natürlich, Sie werfen nicht bereits nach wenigen Tagen das Handtuch, sondern harren etwas länger aus, um sicher zu sein, dass der neue Job nichts für Sie ist.
So sollten Sie dann bei Ihrer neuen Bewerbung vorgehen:

  • Machen Sie im Anschreiben deutlich, dass Sie in Ihrem aktuellen Unternehmen nicht nach Ihren Vorstellungen eingesetzt und gefordert werden.
  • Bleiben Sie im Gespräch authentisch. Aber: Ursächliche Unstimmigkeiten mit Kolleg*innen oder Vorgesetzten sollten Sie besser nicht thematisieren. Anschuldigungen dieser Art führen leicht dazu, selbst als Unruhestifter*in zu gelten.

Sie suchen einen neuen Job? Als Personaldienstleister haben wir uns die Aufgabe gestellt, Sie dabei eingehend zu unterstützen. Unsere Expertise umfasst nicht nur Hilfe bei der Suche nach der richtigen Position, sondern auch Beratungen zu allen Stationen des Bewerbungsprozesses und darüber hinaus. 

 

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Bildquelle: @Josefa nDiaz - unsplash.com


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