Gelungenes Comeback: Nach der Elternzeit zurück in den Job

Von Alenka Mladina 1. März 2016

Damit hätten die wenigsten gerechnet: Mark Zuckerberg hat nach der Geburt seiner Tochter Max zwei Monate Elternzeit genommen.

Gerade in den USA ist das ein untypisches Beispiel. Hier gibt es im Gegensatz zu Deutschland keine bezahlte Elternzeit. Das dürfte vor allem Väter davon abhalten, die nicht über Herrn Zuckerbergs Rücklagen verfügen.

Hierzulande haben viele werdende Eltern – Mütter wie Väter – eine andere Sorge: Wie bringen Sie Elternrolle und Beruf unter einen Hut? Droht nach der Elternzeit der Karriereknick? Drei Mitarbeiter von Robert Half berichten von ihren eigenen Erfahrungen und verraten, wie die Rückkehr nach der Elternzeit gelingt.

Während der Elternzeit weiter in Kontakt bleiben

Die beste Vorbereitung für eine gute Rückkehr ist, dem Unternehmen niemals ganz den Rücken zu kehren. „Man sollte sich in der Elternzeit immer mal wieder auf den neuesten Stand in der Firma bringen“, empfiehlt Julia Schmidl, Brand Expert bei Robert Half. Wichtig ist, mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben. Ob per E-Mail, Whatsapp-Chat oder einem gelegentlichen Anruf.

„Wer nie komplett aus dem Büro verschwindet, dem fällt die Rückkehr auch nicht so schwer“, resümiert Schmidl, M.A. der Kommunikationswissenschaften und Phonetik.

Die wirkliche Planung beginnt allerdings schon vorher. „Es schadet nicht, bereits vor der Elternzeit zu recherchieren, welche Arbeitszeitmodelle das Unternehmen anbietet und welches das beste für die eigene Situation ist“, sagt Julia Schmidl. Immer mehr Arbeitgeber haben eine breite Palette an Modellen: von flexiblen Arbeitszeiten bis Jobsharing.

Nach Ende der Elternzeit müssen die Ziele geklärt werden

„Die eigenen Ziele müssen vorher geklärt und mit Vorgesetzten und Kollegen abgestimmt werden “, bestätigt Manja Steger. Sie arbeitet bei Robert Half als Senior Legal Counsel Central Europe.

„Es ist nicht nur wichtig, sich auf Grundsätzliches zu einigen, wie die wöchentliche Arbeitszeit. Werdende Mütter sollten auch darüber sprechen, was in Ausnahmesituationen passiert, wenn diese doch einmal eintreffen”. Zum Beispiel, ob man am nächsten Tag Überstunden machen kann, wenn das Kind den Tag zuvor krankheitsbedingt früher von der Kindertagesstätte abgeholt werden muss.

Für den Übergang von Elternzeit zum Wiedereinstieg rät Steger: „Klären Sie den Ablauf der Eingewöhnung in der Kita frühzeitig ab. Manche Kindertagesstätten legen Wert auf einen sanften Einstieg. So müssen Sie am Anfang damit rechnen, dass die Kinder nur wenige Stunden da bleiben und Sie sich die ersten Tage in unmittelbarer Nähe aufhalten müssen. Eine gute Eingewöhnung sorgt jedenfalls dafür, dass sich Ihr Kind wohlfühlt. Das ist wichtig, weil Sie dann auch mit freiem Kopf zur Arbeit gehen.“

Wer sich zudem gut organisiert, schafft sich selbst Flexibilität. „Ein gutes privates Netzwerk ist Gold wert“, sagt Manja Steger. Sollte es im Büro doch einmal länger dauern und Überstunden anfallen, springen Familienangehörige oder Freunde für ein paar Stunden einfach ein. Tipp: Hier lesen Sie, ob der Chef Überstunden anordnen darf.

Führungskräften gelingt die Rückkehr durch gutes Zeitmanagement

Auch für Führungskräfte hält die Rückkehr nach der Elternzeit keine unüberwindbaren Hürden parat. Wenn Mitarbeiter und Unternehmen gut zusammenarbeiten, lösen sich typische Befürchtungen von Arbeitnehmern schnell in Luft auf, weiß Rike Pröbstl, Associate Director Technology bei Robert Half: “Führungskräfte, die gut organisiert sind, und ihre Aufgaben priorisieren, müssen sich über den Wiedereinstieg keine Sorgen machen.”

Wer nach seiner Rückkehr nicht mehr Vollzeit, sondern Teilzeit arbeitet, muss sich aber auch der neuen Situation anpassen. “Auf den einen oder anderen Schnack an der Kaffeemaschine muss man schon verzichten”, empfiehlt Pröbstl. “Ist man dabei konsequent, kann man mehr leisten, als anfangs gedacht”.

Nach den Erfahrungen unserer Kolleginnen sind Ihre Sorgen rund um eine problemlose Rückkehr nach der Elternzeit also unbegründet, wenn Sie vor allem diese 3 Dinge berücksichtigen:

  • Kontaktpflege: Tauschen Sie sich während der Elternzeit regelmäßig mit Ihrem Arbeitgeber und Kollegen aus. Der Einstieg wird viel leichter, wenn Sie über Veränderungen und Neuigkeiten auf dem aktuellen Stand sind.
  • Zieldefinition: Besprechen Sie die Rückkehr und die damit verbunden Erwartungen mit Ihrem Vorgesetzten möglichst genau. Legen Sie Ziele fest, an denen Sie, Ihr Chef und Ihre Kollegen sich orientieren können. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Sie in Teilzeit wiederkehren.
  • Zeitmanagement: Ein optimales Zeitmanagement ist für berufstätige Eltern das A und O. Durch die Elternzeit haben Sie den großen Vorteil, Abstand zu Ihren täglichen Aufgaben gewonnen zu haben. Damit fällt es Ihnen leichter, bisherige Prozesse zu hinterfragen, Effizienzpotenziale zu entdecken und noch besser in Ihrem Job zu werden. 

Wie war Ihre Rückkehr nach der Elternzeit? Oder steht Ihnen diese gerade bevor? Wie sind gespannt auf Ihre ganz persönliche Erfahrung. Schreiben Sie uns, gleich unten im Kommentarfeld oder an [email protected]

 

Wenn es trotz Ihres Organisationstalents und guter Planung mit der erfolgreichen Rückkehr nach der Elternzeit nicht klappt, schauen Sie sich lieber gleich nach anderen Jobs um. Auch die Zeitarbeit bietet einen idealen Einstieg nach der Elternzeit. Viele unserer Zeitarbeitnehmer wurden nach Einsatzende fest übernommen.

 

Bildquelle: © Sergey Nivens / Fotolia.com

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