Nach der Bewerbung anrufen? Wie lange Sie warten sollten

Von Alenka Mladina 29. Juni 2016

Ihre Bewerbung haben Sie nun schon vor ein paar Tagen verschickt und die Spannung steigt dementsprechend. Ob Sie doch mal anrufen und nachhaken sollten, wie Ihre Chancen auf den Job stehen?

Stellen Sie sich vor, Sie haben sich für Ihren Traumjob beworben und möchten die Stelle unbedingt haben. Jetzt ist es schon eine knappe Woche her, dass Sie Ihre Bewerbungsunterlagen weggeschickt haben. Seitdem herrscht Funkstille.

Ist das ein gutes Zeichen? Vielleicht lässt sich das Unternehmen ja besonders viel Zeit für das Sichten der Bewerbungen. Oder, fragen Sie sich, ist Ihre Bewerbung womöglich doch schon aussortiert worden? Am liebsten würden Sie dort anrufen und Klarheit gewinnen.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um zum Telefonhörer zu greifen? Schließlich wollen Sie nicht aufdringlich wirken, indem Sie sich zu früh melden.

Wie Sie sind sich viele Bewerber bei dieser Frage unsicher. Deshalb haben wir in unserer Arbeitsmarktstudie bei 200 Personalverantwortlichen in Deutschland nachgefragt und zeigen Ihnen hier die wichtigsten Ergebnisse.

Wie lange Sie warten sollten, um nach der Bewerbung anzurufen

Um grundsätzlich mit der Frage, ob Sie als Bewerber überhaupt nachhaken sollten, aufzuräumen: 92 % der HR-Manager finden es absolut in Ordnung, wenn Bewerber nachhaken, nachdem sie ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht haben.

Dennoch sollten Sie sich in Geduld üben. In den Personalabteilungen kämpfen Mitarbeiter heutzutage mit einer Flut von Bewerbungen und sichten unzählige Unterlagen. Das kann mehrere Tage und manchmal sogar Wochen dauern.

  • Deshalb finden es auch nur 6 % der von uns befragten Personalentscheider in Ordnung, wenn sich ein Bewerber bereits innerhalb der ersten drei Tage meldet.
  • Für ein Viertel der Personalleiter ist eine Wartezeit von mindestens 11 Tagen angebracht.
  • Die meisten Personalentscheider (52 %) empfehlen, 6 bis 10 Tage zu warten.

Wie lange sollten Bewerber nach dem Einreichen ihrer Bewerbung warten, bevor sie den Personalverantwortlichen/ das Unternehmen kontaktieren?

Befragte Gesamt >50 - 499 Mitarbeiter 500 - 999 Mitarbeiter > 1.000 Mitarbeiter
1 - 3 Tage 6 % 6 % 5 % 6 %
4 - 5 Tage 12 % 6 % 14 % 14 %
6 - 7 Tage 28 % 32 % 29 % 20 %
8 - 10 Tage 24 % 28 % 23 % 20 %
11 - 14 Tage 18 % 20 % 11 % 30 %
> 14 Tage 7 % 6 % 8 % 4 %

Bewerber sollten den Personalverantwortlichen/ das Unternehmen nach Einreichen der Bewerbung überhaupt nicht kontaktieren

6 % - 9 % 4 %

Quelle: Arbeitsmarktstudie 2016, Robert Half, Befragte: 200 Personalchefs in Deutschland

Beim Nachtelefonieren einer Bewerbung kommt es auch auf die Unternehmensgröße an

In kleinen und mittelständischen Unternehmen sind oftmals weniger Personen in den Bewerbungsprozess involviert und die Entscheidungswege bei Einstellungen häufig kürzer. Bei diesen sogenannten KMUs können Sie daher bereits am 6. oder 7. Tag, nachdem Sie Ihre Bewerbung verschickt haben, getrost anrufen.

Länger warten sollten Sie hingegen bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. In diesem Fall empfiehlt jeder dritte Personalentscheider Bewerbern, mindestens 10 Tage zu warten. Idealerweise kontaktieren Sie die Personalabteilung oder den genannten Ansprechpartner 11 bis 14 Tage, nachdem Sie die Bewerbungsunterlagen verschickt haben.

Bevor Sie zum Hörer greifen: Bereiten Sie das Gespräch vor

Nehmen wir an, heute ist es soweit. Sie haben ein paar Tage gewartet und möchten jetzt anrufen. Aufgeregte Anrufer, die den laufenden Betrieb aufhalten, machen jedoch keinen besonders guten Eindruck.

Wer sich gut vorbereitet und überlegte Fragen stellt, überzeugt hingegen durch Souveränität. Aus einem spontanen Anruf kann nämlich schnell ein spontanes Bewerbungsgespräch entstehen.

7 Tipps, wie Sie nach Versenden der Bewerbung professionell nachhaken

 

  • Legen Sie sich die Stellenanzeige und die Bewerbungsunterlagen zurecht. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Stärken und Ihr Interesse an dem Job im Gespräch unterbringen können.
  • Suchen Sie sich einen ruhigen Ort. Führen Sie das Gespräch nicht zwischen Tür und Angel.
  • Wenden Sie sich immer an die in der Stellenanzeige genannte Person. Sie haben keine Telefonnummer? Die lässt sich über den Empfang, die Webseite oder in manchen Fällen über soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn herausfinden.
  • Eine kurze Einleitung erleichtert es Ihrem Ansprechpartner, Sie einzuordnen. Formulieren Sie einige Sätze zu sich und Ihrer Bewerbung. Aber Vorsicht: Lesen Sie die Sätze nicht ab! Geschulte Personaler merken das sofort und es hinterlässt einen negativen Eindruck.
  • Sie haben Fragen zur Stelle oder zum weiteren Ablauf des Bewerbungsprozesses? Ein sehr guter Aufhänger, um ins Gespräch zu kommen. Halten Sie sich kurz und geraten Sie nicht ins Plaudern!
  • Bekräftigen Sie im Gespräch Ihr Interesse an der Position. Nutzen Sie Begriffe, die einen Bezug zwischen Ihrer aktuellen Stelle und Ihrer Wunschposition haben. Achten Sie dabei auch auf die Wortwahl in der Stellenbeschreibung und verwenden Sie die gleichen Begriffe. So zeigen Sie, dass Sie dieselbe Sprache wie der potenzielle neue Arbeitgeber sprechen.
  • Auch wenn Ihr Ansprechpartner keine Zeit für Sie hat – bleiben Sie freundlich. Fragen Sie einfach nach, wann ein erneuter Anruf besser passen würde. Beziehen Sie sich beim zweiten Anruf auf das erste Telefonat. Damit verstärken Sie nochmals den Eindruck eines sehr interessierten Bewerbers.

So bitte niemals einer Bewerbung nachtelefonieren!

Ein souveräner Anruf bringt Ihnen nicht nur Klarheit, er kann Ihre Jobchancen sogar erhöhen. Mit der falschen Herangehensweise können Sie sich hingegen schnell ins Abseits stellen. Was Sie auf keinen Fall machen sollten, nachdem Sie Ihre Bewerbung verschickt haben:

  • Ihrem Gesprächspartner eine SMS oder eine Nachricht über einen der zahlreichen Messenger-Dienste wie Whatsapp schicken.
  • Den Gesprächspartner über soziale Netzwerke kontaktieren, die in der Regel privat genutzt werden, wie Facebook. Berufliche Netzwerke wie Xing und Linkedin sind dafür geeigneter. Am besten ist aber immer noch der Anruf. Haben Sie damit keinen Erfolg, können Sie auch eine professionell formulierte E-Mail an die Geschäftsadresse senden.
  • Nachfragen auf Social-Media-Seiten des Unternehmens. Wer den Twitter-, Instagram- oder Facebook-Account betreut, hat mit der Personalauswahl sehr wahrscheinlich nichts zu tun. Außerdem könnte Ihr aktueller Arbeitgeber von Ihren Wechselwünschen auf diese Weise Wind bekommen. Das möchten Sie sicherlich vermeiden.

Lassen Sie professionelle Karrierepartner für Sie nachfassen

Eine elegante Lösung für den Anruf nach der Bewerbung bietet Ihnen ein Personaldienstleister. Wenn Ihre Bewerbung beispielsweise über einen Mitarbeiter von Robert Half beim Unternehmen eingereicht wird, dann hakt dieser Mitarbeiter auch für Sie nach.

Sie umgehen damit vollkommen, ins Fettnäpfchen zu treten und sparen sich zudem eine ganze Menge Zeit. Mehr über die Zusammenarbeit mit Robert Half erfahren Sie hier: Vorteile für Bewerber. Wenn Sie auf der Suche nach Jobs im Finanz- und Rechnungswesen, IT oder administrativen Bereich sind, können Sie sich gleich hier bewerben - der Lebenslauf genügt!

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