Mitarbeiterzufriedenheit: 6 Faktoren für mehr Freude im Job

Von Alenka Mladina 16. März 2017

Zufriedene Mitarbeiter identifizieren sich mit Ihrem Unternehmen, bringen bessere Leistung und sind belastbarer. Doch wann sind Mitarbeiter am Arbeitsplatz glücklich? Und wie können Sie als Vorgesetzter Mitarbeiterzufriedenheit gezielt fördern? Das haben wir bei Robert Half in einer internationalen Studie zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit untersucht. Hier zeigen wir Ihnen sechs Faktoren, mit denen Sie positive Emotionen und Freude am Arbeitsplatz beeinflussen.

„Sind Sie immer glücklich in Ihrem Job“? Die meisten Ihrer Mitarbeiter würden diese Frage wohl eher mit Nein beantworten. Denn Stressfaktoren wie hohe Arbeitsbelastung, strenge Deadlines, komplizierte Projekte und Probleme im Team stellen Ihre Belegschaft immer wieder auf die Belastungsprobe.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Ihre Mitarbeiter prinzipiell unglücklich sind und innerlich bereits gekündigt haben: Auch ein Mitarbeiter, dessen Projekt gerade nicht gut läuft, kann in seinem Job sehr zufrieden sein.

Berufliche Glücksmomente hängen nicht davon ab, ob Ihre Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag gerade mit schwierigen Herausforderungen jonglieren. Im Gegenteil: Als Führungskraft können Sie aktiv dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter mit Freude arbeiten – auch in stressigen Zeiten. Unsere aktuelle Studie zum Thema “Work Happy” zeigt Ihnen, wie Sie ein positives Arbeitsumfeld schaffen und Ihre Mitarbeiter so zu Höchstleistungen motivieren.

Studie: Die Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter

Glücklich arbeiten: Die Wissenschaft der positiven Emotionen

Doch was beeinflusst Mitarbeiterzufriedenheit genau? Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig herauszufinden, was Freude am Arbeitsplatz konkret bedeutet. Ist es das gute Gefühl Ihrer Mitarbeiter, wenn sie ein Projekt erfolgreich abgeschlossen haben und dafür von Ihnen gelobt werden? Oder sind es tieferliegende Faktoren, die Moral, Produktivität und Engagement Ihrer Mitarbeiter antreiben?

Dr. Christine Carter ist leitende Wissenschaftlerin am Greater-Good Science-Center der Universität von Kalifornien. Laut der Expertin machen Menschen häufig den Fehler und verwechseln Freude am Arbeitsplatz (und im Leben) mit flüchtigen Momenten des Glücks. Dabei ist Freude im Job viel mehr als nur eine temporäre Stimmung: „Glück ist unsere Fähigkeit, auf eine breite Palette an positiven Emotionen zurückgreifen zu können. Dazu gehören zum Beispiel Hoffnung, Optimismus, Vertrauen, Dankbarkeit, Inspiration und Ehrfurcht“, betont die Soziologin und Buchautorin.

Mitarbeiterzufriedenheit: So fördern Sie Freude am Arbeitsplatz

Als Führungskraft haben Sie darauf einen entscheidenden Einfluss: Schaffen Sie ein positives Arbeitsumfeld für Ihre Mitarbeiter, in dem diese Werte erlebt und gelebt werden. Dabei ist es wichtig, dass Sie die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter nicht als Gegebenheit ansehen, sondern als ein Ziel, auf das Sie gemeinsam hinarbeiten.

Das Ergebnis der Studie von Robert Half zeigt: Diese sechs Faktoren fördern Freude und positive Emotionen am Arbeitsplatz – und tragen zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit bei.

1. Der richtige Mitarbeiter für Job und Firma

Stellen Sie Leute ein, die mit Ihren persönlichen und fachlichen Skills gut in Ihre Unternehmenskultur passen. Ihnen fällt es leichter, sich anzupassen, einzugewöhnen und schnell gute Leistungen zu bringen. Gleichzeitig setzen sie neue Impulse und motivieren so Ihre gesamte Belegschaft. Umgekehrt kann ein ungeeigneter Mitarbeiter die Arbeitsmoral Ihres gesamten Teams schwächen.

2. Mehr Verantwortung übertragen

Mitarbeiter wollen Verantwortung übernehmen – geben Sie Ihnen die Möglichkeit dazu. Wer das Gefühl hat, selbstständig wichtige Entscheidungen im Job zu treffen, wächst an dieser Herausforderung. So helfen Sie Ihren Mitarbeitern dabei, sich weiterzuentwickeln, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben und ihre Karriere durch bessere Leistung voranzutreiben. Wenn Ihre Mitarbeiter sich sinnvoll in Ihr Unternehmen einbringen können, fühlen sie sich diesem auch stärker verbunden.

3. Positives Feedback geben

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie ihre harte Arbeit und ihren Einsatz schätzen. Echte Anerkennung für gezeigte Leistungen schafft ein positives Arbeitsklima und motiviert Ihre Mitarbeiter zu weiteren Höchstleistungen. Dr. Christine Carter empfiehlt: „Loben Sie aufrichtig, direkt und so schnell wie möglich. Dann hat Ihr positives Feedback maximalen Effekt“.

4. Interessante und sinnstiftende Aufgaben

Mitarbeiter, die ihre Aufgaben als sinnvoll erachten, sind stolz auf das, was sie tun – und sie sind stolz auf ihr Unternehmen. Unsere Studie zeigt, dass sinnstiftende Arbeit einer der wichtigsten Treiber für Freude im Job ist: Angestellte arbeiten 2,4 Mal glücklicher als andere, die nicht so empfinden. Machen Sie Ihren Mitarbeitern deshalb klar, wie wichtig ihr Beitrag für den Erfolg des Unternehmens ist. So fördern Sie den Stolz auf die eigene Arbeit gezielt. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern eine gemeinsame Vision. Sie hilft der gesamten Belegschaft dabei, sich auf die gesteckten Ziele zu konzentrieren – in guten genauso wie in schlechten Zeiten.

5. Vorgelebte Fairness

Leben Sie Fairness im Job vor und lassen Sie Ihre Angestellten an Ihren Entscheidungen teilhaben. Dazu gehört eine transparente Kommunikationspolitik: Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern offen über Gehalt, Karrierechancen und Projekte – ohne dabei ein Teammitglied auszuschließen. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass sie sich jederzeit an Sie wenden können, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Dadurch machen Sie deutlich, dass jede Meinung zählt und Ihre Angestellten fühlen sich ernst genommen.

6. Positive Beziehungen am Arbeitsplatz

Teamgeist, Kollegialität und gelebter Zusammenhalt sind der soziale Klebstoff in Ihrem Unternehmen. Ein gesundes Arbeitsklima stärkt und motiviert Ihre gesamte Belegschaft – und fördert die Freude im Job. Dadurch kommunizieren, kooperieren und arbeiten Ihre Mitarbeiter besser. Gehen Sie deshalb als Führungskraft mit gutem Beispiel voran: Wenn Sie einen positiven Umgang vorleben, beeinflussen Sie damit Ihr Team, Ihre Kunden und sogar die Kunden Ihrer Kunden.

Als Vorgesetzter können Sie natürlich nicht alle Faktoren für Mitarbeiterzufriedenheit kontrollieren. Eine allgemeine Formel für Glück gibt es nicht. Was Sie allerdings tun können, ist, eine positive und gesunde Arbeitsumgebung zu schaffen – Schritt für Schritt. Machen Sie Mitarbeiterzufriedenheit zur Priorität. Sie werden schnell feststellen, dass Ihre Mitarbeiter produktiver arbeiten, Sie neue Talente für Ihr Unternehmen gewinnen und wertvolle Angestellte langfristig binden. So tragen Sie nachhaltig zum Erfolg Ihres Unternehmens bei.

Studie: Die Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter.

Was machen Sie im Arbeitsalltag, um die Mitarbeiterzufriedenheit gezielt zu fördern und zu stärken? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Bildquelle: © Hero Images / Getty Images

Das könnte Sie auch interessieren