Mitarbeiter gekündigt: So informieren Sie die Kollegen

Von Christina Holl on 11. September 2020

Es ist nicht einfach, Mitarbeiter darüber zu informieren, dass einem Kollegen gekündigt wurde. Wann ist der Zeitpunkt günstig, welche Worte sind die richtigen? Hier brauchen Vorgesetzte viel Fingerspitzengefühl und Empathie, um Unruhe oder Gerüchte im Unternehmen zu vermeiden.

In diesem Artikel lesen Sie:

Gehen Sie sensibel mit dem Thema um

Eine Entlassung ist für alle Beteiligten eine schwierige Situation. Und zu den Beteiligten zählen nicht nur die Vorgesetzten und der betroffene Mitarbeiter, sondern auch die direkten Kollegen. Für sie kann der personelle Verlust oder Wechsel große Auswirkungen auf die eigene Tätigkeit haben, zu Verunsicherung führen und emotional belastend sein. Deshalb sollten Führungskräfte das Thema sensibel behandeln und in angemessener Art und Weise mit dem Team darüber reden.

Es ist schon in normalen Zeiten eine große Herausforderung, dabei den richtigen Ton zu finden. Während der Corona-Pandemie kommt erschwerend hinzu, dass viele Beschäftigte im Home-Office sind. Das macht eine direkte Kommunikation schwierig oder häufig sogar unmöglich. Um Ihnen die Aufgabe zu erleichtern, haben wir Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie Ihre Mitarbeiter über die Kündigung eines Kollegen informieren.

Sprechen Sie möglichst früh über die Kündigung

Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür gekommen, ein Team oder die gesamte Belegschaft über das Ausscheiden eines Kollegen in Kenntnis zu setzen? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Allerdings sollten Sie die Angelegenheit möglichst bald ansprechen. Denn je länger Sie damit warten, desto größer wird die Gefahr, dass etwas durchsickert und sich das Thema im Flurfunk verselbstständigt. In dem Fall wird es schwierig, die Hoheit über die Kommunikation zu behalten oder zurückzugewinnen.

Sprechen Sie deshalb so früh wie möglich mit dem engeren Kollegenkreis des ausscheidenden Mitarbeiters. Bereiten Sie sich gut darauf vor und wählen Sie einen günstigen Termin, der Ihnen und den betreffenden Kräften Spielraum lässt. Das Thema unter Zeitdruck zu behandeln, ist keine gute Idee.

Formulieren Sie einfach und sachlich

Gehen Sie behutsam und mitfühlend vor, wenn Sie die Kündigung intern kommunizieren. Ein falsches oder missverständliches Wort kann sich schnell negativ auf die Stimmung in der Belegschaft auswirken. Achten Sie also darauf, was Sie wie sagen und halten Sie die Sache möglichst einfach und transparent.

  • Beginnen Sie mit den wesentlichen Fakten und nennen Sie den Grund für die Kündigung, sofern er nicht Teil einer Verschwiegenheitsklausel ist.
  • Vermeiden Sie eine wortreiche und verquaste Erklärung.
  • Gehen Sie respektvoll mit den Teilnehmern des Gesprächs um.
  • Erläutern Sie, welche Auswirkungen die Entlassung ihres Kollegen haben wird.
  • Betonen Sie die Kernaufgabe und die Werte Ihres Unternehmens, welche die Grundlage für die Veränderungen und schwierigen Entscheidungen sind.
  • Stellen Sie vor allem klar, wie Ihre personelle Entscheidung zur Stabilisierung des Geschäfts beiträgt.
  • Sprechen Sie gegebenenfalls offen und ehrlich über weitere mögliche Entlassungen. So können sich Ihre Mitarbeiter auf anstehende Veränderungen einstellen. Außerdem kommen Sie damit Gerüchten zuvor, die für viel Unruhe unter den Beschäftigten sorgen können.

Führen Sie Einzel- und Gruppengespräche

Sind viele Ihrer Mitarbeiter im Home-Office, gibt es kaum die Chance auf einen direkten persönlichen Kontakt. Stattdessen läuft die Kommunikation über elektronische Kanäle. Sie müssen damit rechnen, dass sich einzelne Teammitglieder an Sie wenden werden, um mit Ihnen über die Situation nach der Kündigung zu sprechen. Achten Sie darauf, dass gezielte Anfragen nicht im Rest der Online-Kommunikation untergehen.

Natürlich können Sie Ihre Mitarbeiter per E-Mail über die Kündigung eines Kollegen informieren. Das bietet sich allerdings in erster Linie für Beschäftigte an, die mit der gekündigten Person eher weniger zu tun hatten. Das von der Entlassung direkt betroffene Team sollten Sie hingegen möglichst persönlich informieren. Das bedeutet zum Beispiel, Zeit für (individuelle) Voice- oder Videoanrufe einzuräumen.

  • In Einzelgesprächen können Sie besser auf die jeweiligen Sorgen und Fragen Ihres Gegenübers eingehen. Der intensive Austausch verhindert, dass Ihr Gesprächspartner eventuell falsche Schlüsse aus der Lage zieht.
  • Wenn Sie ein (Video-)Meeting mit den engeren Kollegen des gekündigten Mitarbeiters abhalten, können Sie Ihre Solidarität mit Ihren Beschäftigten unterstreichen.

Es kann also sinnvoll sein, beide Kommunikationswege zu kombinieren.

Schalten Sie sich in die Diskussion ein

Unabhängig von Ihrer Art der Kommunikation kann die Kündigung zu einem informellen Thema werden. Das mag über private E-Mails passieren, in Online-Chats oder sozialen Medien. Sofern möglich, sollten Sie sich in die Diskussion einschalten. Besonders dann, wenn dort offensichtlich falsche Behauptungen oder Informationen kursieren.

  • Bleiben Sie stets höflich im Ton. Versuchen Sie nicht, andere Meinungen zu unterdrücken oder falschen Aussagen zu widersprechen, ohne dafür Nachweise zu bringen.
  • Verfolgen Sie aufmerksam und regelmäßig die Debatte.
  • Bieten Sie sich für Gespräche an.
  • Greifen Sie Fragen und Bedenken einzelner auf und vereinbaren Sie bei Bedarf ein individuelles Gespräch.

So schaffen Sie Klarheit und die Angelegenheit läuft nicht aus dem Ruder. 

Zeigen Sie Präsenz

Wenn Sie eine Kündigung intern kommunizieren, sollten Sie anschließend unbedingt ansprechbar und einfach zu erreichen sein. Eine Führungskraft kann allein mit Ihrer Präsenz in solchen angespannten Situationen für Ruhe und Vernunft sorgen. Auch zeigt sie damit Solidarität mit den verbleibenden Mitgliedern des Teams.

Seien Sie einfühlsam, zugänglich und authentisch in Ihrem Verhalten, sowie klar und transparent in der Kommunikation. Damit bewahren Sie nicht nur das Vertrauen und die Loyalität des Teams, sondern Sie erweisen sich auch in dieser schwierigen Zeit als eine effektive Führungskraft.

Mussten Sie sich auch wegen der Folgen der Corona-Pandemie von Personal trennen oder haben Sie offene Stellen? Dann kann Zeitarbeit in der Übergangsphase eine sinnvolle Lösung sein. Senden Sie uns gerne eine Personalanfrage. Wir melden uns bei Ihnen.

Personalanfrage senden

 

Bildquelle: © youxventures - unsplash.com

Hide Breadcrumb
Off
Hide Title
Off