Wie Sie mit einem leistungsabhängigen Bonus das Gehalt aufbessern können

Von Alenka Mladina 24. Oktober 2014

Ein attraktives Gehalt setzt sich immer öfter aus verschiedenen Komponenten zusammen und ein leistungsabhängiger Bonus ist längst nicht mehr nur etwas für Führungskräfte.

Motivierte Arbeitnehmer, die in der Gehaltsverhandlung flexibel sind, können mit einer variablen Vergütung unterm Strich sogar mehr verdienen.

 

Der leistungsorientierte Bonus – ein interessanter Kompromiss bei Gehaltsverhandlungen

Verdienen, was einem zusteht, und für gute Leistungen belohnt werden – das wünscht sich jeder Mitarbeiter. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb zusätzlich zum Festgehalt auf erfolgsabhängige Prämien. Meiner Meinung nach ist das ein interessanter Kompromiss bei Gehaltsverhandlungen: Der Mitarbeiter möchte mehr verdienen und ist bereit, dafür mehr zu leisten.

Wenn die Leistung stimmt, ist der Arbeitgeber auch bereit, mehr zu bezahlen. Boni sind in diesem Fall sozusagen eine Win-Win-Situation. Wenn Sie auch kurz vor einer Gehaltsverhandlung stehen und sich überlegen, wie viel Geld Ihnen zusteht, denken Sie unbedingt auch über diese Variante nach. Denn immer mehr Unternehmen beteiligen ihre Mitarbeiter in Form von Prämienzahlungen am Gewinn.

Worauf Sie bei leistungsabhängigen Boni achten müssen

Ein Unternehmen kann Zusatzzahlungen an zwei Bedingungen knüpfen: den allgemeinen Unternehmenserfolg oder Ihrer persönlichen Leistung. In manchen Unternehmen setzt sich der Boni sogar aus beiden Komponenten zusammen. Doch leider hören wir von Bewerbern oft, dass es gerade bei leistungsabhängigen Bonuszahlungen, die vom persönlichen Erfolg abhängig sind, häufig zu Konflikten kommt.

Damit Ihnen das nicht passiert, habe ich Ihnen die folgenden Tipps für die Verhandlung Ihrer variablen Vergütung zusammengestellt:

  • Klare Formulierung: Im Arbeitsvertrag oder der Zielvereinbarung sollten die Bedingungen für den Bonus klar und unmissverständlich formuliert sein. „Bei erfolgreicher Leistung, erhält der Arbeitnehmer einen Bonus“ ist zu ungenau. Stattdessen müssen dort konkrete Ergebnisse stehen.
  • Messbarkeit: Achten Sie darauf, dass das Erreichen der Ziele messbar ist. Einigen Sie sich bei der Gehaltsverhandlung auf nachvollziehbare Werte. Ist die Bonus-Höhe gestaffelt, sind die einzelnen Grenzen ebenfalls klar zu definieren.
  • Erreichbarkeit: Die Ziele dürfen zwar anspruchsvoll sein, sollten sich aber erreichen lassen. Denn die höchsten Summen bringen Ihnen nichts, wenn sie nur auf dem Papier existieren.
  • Zeitraum: Sie sollten sowohl festhalten, in welchem Zeitraum Sie die Ziele erreichen müssen, als auch, wann der variable Gehaltsanteil ausbezahlt wird.

Welchen Anteil am Gehalt sollte der leistungsabhängige Bonus ausmachen?

Da die Boni-Höhe nicht genau planbar ist, sollte das Fixgehalt den größten Anteil an Ihrem Gehaltspaket darstellen. Schließlich müssen Sie damit Ihre Lebenshaltungskosten monatlich begleichen können. Meistens einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einen variablen Vergütungsanteil zwischen 5% und 20%. Als Faustregel gilt: Der Anteil des variablen Gehalts steigt mit den Jahren an Berufserfahrung und mit der Übernahme von Führungsverantwortung. Letztendlich müssen Sie aber den prozentualen Anteil des leistungsabhängigen Bonus mit Ihrem Arbeitgeber individuell aushandeln. 

Je mehr Berufs- und Branchenerfahrung Sie haben, umso souveräner werden Sie bei der Einschätzung sein. Berufseinsteigern empfehle ich, vorsichtiger zu agieren. Unternehmenserfolge aus der Vergangenheit müssen sich in der Zukunft nicht zwangsläufig wiederholen. Denn bei leistungsabhängigen Gratifikationen sind anfängliche Erfolge meist einfacher erreichbar, kontinuierliche Steigerungen hingegen oftmals eine große Herausforderung.

Sie sollten gut abwägen, ob Sie die Ziele auch langfristig erreichen können. Wichtig: Genau wie das Urlaubsgeld  kann der Arbeitgeber in den Arbeitsvertrag oder die Zielvereinbarung Klauseln einfügen, die den Bonus zu einer freiwilligen Leistung innerhalb des Gehaltspakets machen, die er widerrufen kann. Klären Sie diese Punkte vorab mit Ihrem Unternehmen und achten Sie auf detaillierte Formulierungen.

Was denken Sie, wären Sie motivierter wenn Sie einen leistungsabhängige Boni erhalten würden oder sind Sie es schon, weil Sie einen bereits bekommen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Bildquelle: © PhotographyByMK - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren