Mit der Digitalisierung erfolgreich wachsen – Blogparade #DigiEmX

Die Digitialisierung fordert Veränderungsbereitschaft

Die Digitalisierung revolutioniert die Arbeitswelt und sorgt für widersprüchliche Meinungen: Die einen feiern sie als Jobmotor und Arbeitsplatzgarant für Talente. Die anderen befürchten, der Mitarbeiter werde von der Technisierungswelle überrollt oder sogar ganz überflüssig. Doch welches Zukunftsszenario ist realistisch?

Für die Blogparade Digital Employee Experience #DigiEmX habe ich die digitale Transformation genauer unter die Lupe genommen – inklusive aller Chancen, die sich daraus für Mitarbeiter und Unternehmen ergeben. 

Digitalisierung: Gesunder Menschenverstand – Quo vadis? 

Der technologische Wandel und die Digitalisierung verändern die Geschäftsmodelle und Strukturen in vielen Branchen. Je effizienter die Prozesse, desto mehr Ressourcen sparen die Unternehmen. Der Weg dorthin ist verbunden mit einem rigorosen Umdenken auf allen Ebenen – sowohl auf Mitarbeiter- als auch auf Unternehmensseite.

Arbeitsfelder sind längst nicht mehr klar voneinander getrennt. Die unterschiedlichen Abteilungen vernetzen sich und bündeln Synergien. Statt strengem Silodenken geht es darum, Fachwissen untereinander auszutauschen. Je mehr die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr braucht es gesunden Menschenverstand und Expertise.

Die Angst, der Mitarbeiter werde bei allem Fortschritt übergangen, ist deshalb unbegründet: Durch die Digitalisierung werden viele Aufgaben automatisiert – und unliebsame oder monotone Arbeiten fallen weg. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an die Tätigkeiten und neue Jobprofile entstehen. Die wichtigste Ressource, um die Digitalisierung in Unternehmen zu meistern, sind deshalb die Mitarbeiter.

Damit bietet die digitale Revolution Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen die einmalige Chance auf ein Arbeitsumfeld mit neuen Gestaltungsspielräumen und modernen Führungsstrukturen.

Punkten Sie durch Veränderungsbereitschaft: Der Mitarbeiter in der Arbeitswelt 4.0

Noch nie war das Credo lebenslangen Lernens so aktuell wie heute. Als Mitarbeiter in der digitalisierten Arbeitswelt wird von Ihnen erwartet, dass Sie mit den schnellen Veränderungen Schritt halten. Dabei geht es nicht nur darum, eine „digitale Veranlagung“ mitzubringen und durch technologisches Know-how zu punkten. Es geht darum, sich auf Neues einzulassen und die Chancen dahinter zu sehen.

Ein Beispiel dafür sind digitale Tools. Sie heben die Kommunikationsmöglichkeiten auf ein neues Level. Soziale Kanäle etwa werden immer häufiger firmenintern eingesetzt, um Mitarbeiter aus den verschiedensten Abteilungen miteinander zu verbinden und Kompetenzen zu vernetzen. Oder sie vereinfachen die Zusammenarbeit, wie etwa Dropbox Enterprise, das aktuell Adidas seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellt.

Unternehmen suchen händeringend nach Kandidaten, die neue Ideen zulassen, sich abteilungsübergreifend mit den Kollegen austauschen, vernetzen und voneinander lernen. Ganz nach dem Motto: Silodenken war gestern – was heute zählt, sind die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, neue Impulse zu setzen und Verantwortung zu übernehmen.

Als Bewerber müssen Sie sich sicher zwischen den Schnittstellen verschiedener Jobprofile bewegen und flexibel mit Veränderungen umgehen. Beispiele dafür sind der Buchhalter, der immer mehr Aufgaben aus dem Controlling übernimmt und Big Data systematisch analysieren kann. Oder die Assistenz, die auch mit Skills im Social-Media-Bereich punktet und das Intranet mit Leben füllt.

Damit bringen Sie die wichtigste Stärke für den Arbeitsmarkt der Zukunft mit: Die Bereitschaft, offen auf Neues zu reagieren und digitale Prozesse sogar mitzugestalten.

Unternehmen: Schrauben Sie an Ihrer Personalstrategie

Für Unternehmen dagegen wird es immer schwieriger, Kandidaten mit entsprechenden Skills zu finden und an das eigene Unternehmen zu binden. In Zeiten der digitalen Revolution spitzt sich der Kampf um die besten Talente weiter zu: Top-Kandidaten, die mit fachlichem Know-how und guten Soft Skills punkten, sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt.

Digitalisierung beginnt deshalb bereits beim Recruiting. So ist Active Sourcing das Wort der Stunde: Wo viele Unternehmen um wenige qualifizierte Kandidaten buhlen, steigt die Bedeutung von Netzwerkarbeit. Dazu gehören Empfehlungsrecruiting und Engagement in den sozialen Netzwerken genauso, wie die Unterstützung seitens eines professionellen Personaldienstleisters.

Beim Recruiting hört die Digitalisierung jedoch nicht auf. Denn es geht nicht nur darum, Mitarbeiter zu gewinnen, sondern auch nachhaltig an das eigene Unternehmen zu binden. Neue Technologien entwickeln sich in rasender Geschwindigkeit weiter, Digitalisierung ist ein ständiger Prozess. Wem es gelingt, die Mitarbeiter und damit deren fundiertes Know-how an sich zu binden, hat daher einen großen Wettbewerbsvorteil.

In den Führungsetagen muss ein Umdenken einsetzen. Im Klartext bedeutet das: Es braucht eine Führungskultur, die dem Thema Mitarbeiterbindung höchste Priorität einräumt. Nur, wer sich langfristig als attraktiver Arbeitgeber positioniert, seine Mitarbeiter fördert und ihnen Entwicklungs- und Karriereperspektiven bietet, hebt sich von der Konkurrenz ab.

Dazu gehören neben einem attraktiven Gehalt auch externe wie interne Fortbildungen, mehr Gestaltungsspielraum, und flexible Arbeitszeiten – um nur einige Anreize für Mitarbeiter zu nennen.

Arbeitsmarkt 4.0: Veränderungen vorantreiben

Mangelnde Veränderungsbereitschaft ist eines der größten Hindernisse für eine erfolgreiche Digitalisierung. Aus Unternehmenssicht wird deshalb eine Strategie immer wichtiger, die Personalmanagement und Digitalisierung vereint.

Mit dem richtigen Change Management setzen Unternehmen hier wichtige Weichenstellungen, um sich für die Zukunft zu positionieren. So leben Sie als Führungsspitze den Wandel vor, den Ihre Mitarbeiter erfolgreich in die täglichen Prozesse integrieren. Damit nutzen beide Seiten die Chance, die ihnen die Digitalisierung bietet: Mit Veränderungen erfolgreich zu wachsen.

Oder, wie es Professor Dr. Christian Scholz im ersten Beitrag zur Blogparade Digital Employee Experience #DigiEmX so treffend auf den Punkt bringt:

„Nicht die Menschen müssen sich einer vordeterminierten ‚Digitalisierung‘ anpassen, wir sollten vielmehr die Digitalisierung für die Menschen gestalten.“

 

 

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