Machen Sie den Test: Sind Sie ein schlechter Chef?

Von Alenka Mladina 15. März 2016

Niemand ist unfehlbar, doch bei Führungskräften wirken sich Versäumnisse und schlechtes Verhalten auf das ganze Team aus. Fünf Fehler, die Sie sich als Chef nicht leisten sollten.

Jeder hat mal einen schlechten Tag. Doch wenn Ihre Mitarbeiter dauerhaft unzufrieden mit Ihren Fähigkeiten als Vorgesetzter sind, ist es an der Zeit zu handeln. Beantworten Sie sich die folgenden 5 Fragen ehrlich und Sie wissen, ob Sie ein guter Chef sind - oder an welchen Stellschrauben Sie noch drehen können.

1. Demotivieren Sie Ihre Mitarbeiter durch Ihr Auftreten?

Für einen schlechten Chef ist das Glas meist halb leer. Er sieht nicht die kleinen Erfolge, sondern immer das, was nicht erreicht wurde. Mit Wertschätzung und Anerkennung ist er sparsam, dafür zeigt er bereits mit seinem Auftreten, dass er mit der Leistung der Kollegen unzufrieden ist. Er beschränkt sich in der Regel auf knappe Anweisungen, fordert aber lange Erklärungen, wenn Ziele nicht erreicht werden. Das demotiviert seine Mitarbeiter, weil sie immer den Eindruck haben, ihre Arbeit sei nicht gut genug.

Wer hingegen auch in herausfordernden Situation optimistisch bleibt und sich auf Ziele statt Probleme konzentriert, regt seine Mitarbeiter dazu an, dasselbe zu tun. Auch wenn es nicht immer leicht fällt: So steigern Sie die Motivation im Team und sorgen auch in anstrengenden Phasen für gute Stimmung.

2. Sind Sie ein Mikromanager?

Jeder Mitarbeiter braucht von Zeit zu Zeit Unterstützung, aber zu viel „Hilfe“ kann schnell zum Hindernis für seine Arbeit werden. Anstatt zu delegieren und auf seine Mitarbeiter zu vertrauen, sind die Anzeichen eines Mikromanagers, dass er sich in trivialen Details verliert.

Wenn Sie jeden Arbeitsschritt kontrollieren und jede Entscheidung selbst treffen möchten, egal wie klein sie ist, riskieren Sie, Ihr Team zu demotivieren. Überlegen Sie sich gut, in welche Prozesse Sie sich einmischen: Hat Ihr persönliches Eingreifen keinen Mehrwert, tun Sie sich selbst und Ihrem Team einen Gefallen und lassen Sie es bleiben.

3. Sind Sie schlecht zu erreichen, wenn Not am Mann ist?

Auch der hingebungsvollste Chef braucht ab und zu mal eine Auszeit von der Arbeit. Manchmal auch kurzfristig und zu Zeiten, zu denen er normalerweise arbeitet. Wenn es nötig ist, die Akkus aufzuladen, sollten Sie das tun. Vielleicht ist sogar ein längerer Urlaub die richtige Maßnahme oder Sie wollen generell kürzer treten.

Egal, wie lange die Auszeit dauert: Sorgen Sie dafür, dass in Ihrer Abwesenheit alles seinen gewohnten Gang geht, so dass Sie gelassen in den Urlaub gehen können. Informieren Sie Ihr Team darüber, für welchen Zeitraum Sie nicht im Büro sind. Ob Sie eine Art Notfallnummer für wichtige Vorkommnisse hinterlassen oder die Verantwortung in Ihrer Abwesenheit an einen Mitarbeiter abgeben, müssen Sie entscheiden (siehe Frage 2). Aber lassen Sie Ihre Crew nicht ohne einen Steuermann zurück.

4. Kritisieren Sie Ihre Mitarbeiter vor den Kollegen?

Es ist leicht, sich darüber aufzuregen, wenn eine Mitarbeiterin eine Deadline verpasst oder ein Kollege ein wichtiges Dokument verlegt. Aber bevor Sie einen Mitarbeiter öffentlich zur Rechenschaft ziehen, sollten Sie überlegen, wie Ihr Auftreten die Produktivität und Moral im gesamten Team beeinflusst. Öffentliche Kritik geht selten über die Demonstration von Autorität hinaus. Die meisten Mitarbeiter reagieren verunsichert – nicht nur diejenigen, denen die Kritik gilt.

Wenn Sie mit einem Mitarbeiter über seine Leistung sprechen möchten, sollten Sie das unter vier Augen tun. Sie sollten ihm außerdem die Möglichkeit geben, sich ausreichend auf das Gespräch vorzubereiten. In vielen Fällen gibt es plausible Erklärungen für Versäumnisse. Oft decken Sie in einem offenen Gespräch auch Verbesserungsmöglichkeiten für Arbeitsabläufe oder die Bürokommunikation auf. Den Ärger im ersten Moment herunterzuschlucken, ist zwar nicht immer leicht, aber das Büroklima profitiert langfristig davon.

5. Bevorzugen Sie Kollegen aufgrund persönlicher Sympathie?

Mit manchen Menschen versteht man sich intuitiv besser als mit anderen. Das ist nur menschlich. Die Dynamik am Arbeitsplatz sollte das allerdings nicht beeinflussen. Wenn es darum geht, wer an einem bestimmten Projekt arbeitet, sollte die Entscheidung auf nachvollziehbaren Fähigkeiten und Kenntnissen gründen.

Fragen Sie sich selbst, ob Sie in der näheren Vergangenheit Entscheidungen getroffen haben, die eher aufgrund von Sympathie als aufgrund einer professionellen Einschätzung gefällt wurden. Im Alltag müssen manche Entscheidungen schnell getroffen werden und nicht immer ist uns bewusst, worauf wir uns bei unserem Urteil verlassen. Deshalb ist es sinnvoll, die Entscheidungen von Zeit zu Zeit zu prüfen und die inneren Stellschrauben neu zu justieren. Nur wenn die Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sie Ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden, sind sie engagiert bei der Sache und bringen volle Leistung.

Natürlich hat man auch als Chef weniger gute Tage, an denen einem der ein oder andere Fehler unterläuft. Das ist nicht weiter schlimm. Wenn im Unternehmen eine gute Fehlerkultur etabliert ist, können Sie ganz offen damit umgehen. Allerdings haben Führungskräfte eine besondere Vorbildfunktion und müssen das eigene Verhalten deshalb stärker im Blick haben als vielleicht ihre Mitarbeiter. Doch auch schlechte Gewohnheiten lassen sich mit etwas Sorgfalt abtrainieren.

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