Lost in Translation? Die Bedeutung von Jobtiteln

Von Alenka Mladina 10. Juni 2014

Englische Jobtitel klingen gut – manchmal sogar besser, als die Aufgaben tatsächlich sind. Doch viele Bewerber verstehen deren Bedeutung nicht. Eine Studie von Robert Half besagt zudem: Für die Karriere bringen sie wenig. Ich verrate Ihnen, warum Sie die gängigen Titel trotzdem kennen sollten.

Mancher Jobtitel verbirgt den Beruf

Englischsprachige Jobtitel können manchmal ganz schön in die Irre führen. Mein aktueller Favorit ist übrigens „Space Consultant“. Aufkommende Kindheitsphantasien muss ich enttäuschen. Hier geht es nicht etwa um den Weltraum, sondern um Wohnraum. Hinter dem Jobtitel versteckt sich der Immobilienmakler.

Derart verwirrende Berufsbezeichnungen sind leider keine Seltenheit. Immer öfter finden Bewerber englische Jobtitel in Stellenanzeigen und die Freunde der Globalisierung sagen: Dadurch werden Jobs international vergleichbar. Das mag sein. Aber ist es nicht kontraproduktiv, wenn Bewerber und manchmal sogar Personalentscheider ihre Bedeutung nicht mehr verstehen?

Die gängigen Jobtitel sollten Sie kennen

Im Prinzip ist es natürlich unwichtig, wie die Jobbezeichnung lautet, solange die Aufgaben spannend sind. Doch das Problem ist: Viele Bewerber lassen sich von unbekannten Jobtiteln abschrecken – Frauen übrigens öfter als Männer. Vertrackt wird es auch, wenn Sie in Suchmaschinen und Jobportalen nach Stellen suchen. Suchen Sie nach „Manager HR“ erhalten Sie andere Ergebnisse, als beim Begriff „Personalreferent“, für den „Key Account Manager“ sind völlig andere Stellen verfügbar, als für den „Großkundenberater“. Deshalb haben meine Kollegen ein Glossar erstellt, das Ihnen einen Überblick über die gängigen Jobtitel im Finanz- und IT-Bereich gibt und deren Bedeutung erklärt.

Personalentscheider schauen kaum auf den Jobtitel

Doch wie sehr achten Personalentscheider bei der Bewerberauswahl auf Jobtitel? Eine Robert-Half-Studie unter Führungskräften sagt: Die Bedeutung von Jobtiteln ist für Entscheider gering. Lediglich ein Prozent achtet als Erstes auf die Berufsbezeichnung. Stattdessen fällt der Blick zunächst auf Qualifikationen (25 %), Berufserfahrung (23 %) und Fähigkeiten (25 %). Unsere Personalberater raten deshalb Bewerbern, sich mit den gängigen Jobtiteln in ihrer Branche vertraut zu machen – aber sich nicht allein vom Klang leiten zu lassen. Denn für Ihre Karriere bringen Ihnen tolle Titel nichts.

Übrigens: Völlig sinnfreie, aber imposante Titel können Sie hier kreieren – verwirrte Gesichter beim nächsten Business-Smalltalk inklusive.

Wurden Sie auch schon mal durch einen Jobtitel getäuscht oder von einer Bewerbung abgehalten?

 

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