Lebenslauf erstellen: Wie Word und LinkedIn Ihnen dabei helfen

Von Alenka Mladina 15. März 2019

Machen wir uns nichts vor: Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen und aktuell zu halten, ist mühselig und zeitaufwendig. Sogar wenn Sie eigentlich wissen, was Sie können, ist es oft nicht so einfach, die eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten in ansprechender Form zu präsentieren. In Kombination können Word und LinkedIn Ihnen hilfreichen Input geben – ansprechende Vorlagen inklusive.

Hier lesen Sie:

Microsofts Lebenslauf-Assistent: Coach statt Generator

Im Internet wimmelt es inzwischen von Angeboten, die Sie auf dem Weg zum neuen Job unterstützen wollen: Unzählige PDF- und Word-Vorlagen für Ihre Bewerbungsunterlagen können Sie oft sogar kostenfrei herunterladen, wenn Sie sich im Gegenzug beim Anbieter registrieren und ihm Ihre Daten hinterlassen. 

Noch einfacher machen es Ihnen spezielle Editoren für Bewerbungsunterlagen: Darin tragen Sie einfach Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen in ein Formular ein, wählen ein Layout aus und lassen das Tool Ihren Lebenslauf erstellen.

Wem sogar das zu viel Aufwand ist, kann auch einen Lebenslauf-Generator nutzen: Diese Tools lesen die Berufserfahrungen aus Ihrem LinkedIn- oder Xing-Profil aus und stricken daraus einen Lebenslauf.

Nun will auch Softwarehersteller Microsoft in diesem Bereich mitmischen und bietet in seiner Office-365-Lösung in Kooperation mit LinkedIn einen sogenannten Lebenslauf-Assistenten an.

Damit kann Microsoft Word jetzt vieles von dem, was die Anbieter im Web bereits versprechen, auch machen: Es liefert optisch ansprechende Vorlagen, die Sie nur noch ausfüllen müssen. Und es kann Ihre Daten aus LinkedIn automatisch übernehmen.

Aber Words Lebenslauf-Assistent bietet noch etwas, was die anderen digitalen Helfer nicht können: Er liefert Ihnen Ideen, Input und Tipps, während Sie Ihren Lebenslauf erstellen.

Voraussetzungen: Aktuelle Office-365-Version und Verknüpfung mit LinkedIn

LinkedIn wurde Ende 2016 von Microsoft übernommen – es ist also naheliegend, die Textverarbeitung, mit der wohl ein Großteil aller Lebensläufe erstellt wird, mit dem Karrierenetzwerk zu verbinden. Das müssen Sie allerdings erst zulassen:

Um den Word Lebenslauf-Assistenten zu nutzen, müssen Sie Ihrer Office-365-Version zunächst die Zusammenarbeit mit dem Karrierenetzwerk erlauben, sofern das noch nicht geschehen ist. Dazu öffnen Sie in Microsoft Word die Optionen und aktivieren unter Allgemein die LinkedIn Funktionen

Am meisten profitieren Sie beim Erstellen Ihres Lebenslaufs von der LinkedIn-Integration, wenn Sie bei dem beruflichen Netzwerk ohnehin schon ein Profil haben und es aktiv nutzen. Denn mit dem Word Lebenslauf-Assistenten wird es einfacher, dies aktuell zu halten und um relevante Inhalte zu ergänzen, nach denen Recruiter suchen.

Und natürlich können Sie Ihren neu erstellten Lebenslauf auch direkt aus Word auf LinkedIn hochladen. Zwingend erforderlich ist ein LinkedIn-Konto für die Nutzung des Assistenten jedoch nicht.

Wichtig: Microsoft rollt diese Funktion schrittweise und nur für Office-365-Abonnenten aus. Es ist also möglich, dass der Lebenslauf-Assistent in Ihrer Word-Version (noch) nicht verfügbar ist.

Word-Assistenten starten: So legen Sie los

Der Lebenslauf-Assistent startet automatisch, wenn Sie in Word eine der inzwischen sehr zahlreich vorhandenen Lebenslauf-Vorlagen öffnen. Möchten Sie ein bereits vorhandenes Lebenslauf-Dokument bearbeiten, können Sie den Assistenten auch manuell starten.

Sofern die Funktion verfügbar ist, finden Sie die entsprechende Schaltfläche im Menüband Überarbeiten. Falls sie dort nicht ist, geben Sie im Menüband Start einfach “Lebenslauf-Assistent” in das Suchfeld (“Was möchten Sie tun?”) ein.

Der Lebenslauf-Assistent liegt auf der rechten Seitenleiste neben dem Dokument – Sie haben seine Vorschläge also immer im Blick, während Sie Ihren Lebenslauf erstellen oder überarbeiten.

Standardmäßig stehen dort auch die Informationen aus Ihrem öffentlichen LinkedIn-Profil zur Verfügung, zum Beispiel aktuelle Position und derzeitiger Arbeitgeber. Diese können Sie in Ihren Word-Lebenslauf übernehmen.

Lebenslauf erstellen mit dem Word-Assistenten: So gehen Sie vor

Der Word Lebenslauf-Assistent kennt aber nicht nur Ihr LinkedIn-Profil, sondern auch alle anderen öffentlichen Profile in seinem Netzwerk. Genau das ist die Stärke des Tools: Es liefert Ihnen reale Beispiele für Qualifikationen, Tätigkeitsbeschreibungen etc. anderer LinkedIn-Mitglieder in ähnlichen Positionen.

Diese Angaben können Sie als Inspiration für Ihren eigenen Lebenslauf nutzen. Wie das funktioniert erfahren Sie im Folgenden Schritt für Schritt.

  1. Position eingeben: 
    Nachdem Sie den Assistenten mit einem Klick auf "Erste Schritte" gestartet haben, geben Sie im oberen blauen Bereich eine Position ein, für die Sie den Lebenslauf erstellen wollen. Zusätzlich können Sie auch eine Branche angeben. Möglicherweise sind diese Felder automatisch mit den entsprechenden Informationen aus Ihrem LinkedIn-Profil ausgefüllt.
     
  2. Beispiele für die Darstellung von Berufserfahrung nutzen: 
    Wenn Sie nun auf “Beispiele anzeigen” klicken, können Sie sehen, wie andere LinkedIn-Mitglieder in der von Ihnen angegebenen Position ihre Berufserfahrung aufbereitet haben. Dies kann Ihnen Input und Anhaltspunkte für die Beschreibung Ihrer beruflichen Stationen in Ihrem Lebenslauf geben.
     
  3. Wichtige Kompetenzen aufspüren:
    Ein typisches Problem, mit dem viele Bewerber beim Verfassen Ihres Lebenslaufs hadern: Sich die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse bewusst machen. Mit dem Lebenslauf-Assistenten können Sie sich die wichtigsten Qualifikationen für die von Ihnen angegebene Position anzeigen lassen. Sie werden Ihnen im Bereich Berufserfahrung, Beispiele angezeigt. Filtern Sie hier nach den Top-Kenntnissen. Sie erhalten eine Liste von Know-how, das andere LinkedIn-Nutzer in Ihren Profilen angegeben haben.
     
  4. Nebenbei nach passenden Jobs suchen:
    Obwohl diese Funktion wohl vor allem für mehr Besuche auf der LinkedIn-Webseite sorgen soll, ist sie auch durchaus nützlich für Sie: Weiter unten im Word Lebenslauf-Assistenten werden Ihnen nämlich zu Ihren Qualifikationen passende Stellenangebote angezeigt. Wo Sie ohnehin schon dabei sind einen Lebenslauf zu erstellen – warum nicht gleich auch dort bewerben? Praktischer Zusatznutzen: Sie haben die Stellenanzeige beim Schreiben des Lebenslaufs direkt im Blick und können Ihre Bewerbung einfacher auf die Anforderungen zuschneiden.

Was der Lebenslauf-Assistent (noch) nicht kann

Da der Lebenslauf-Assistent in Word noch relativ neu ist, dürften nach und nach weitere Funktionen hinzukommen. Derzeit ist es beispielsweise noch nicht möglich, das eigene Profil bei LinkedIn als Lebenslauf zu exportieren, sodass es direkt in eine Word-Vorlage eingepasst wird. 

Wer es sich derart einfach machen möchte, findet im Web einige Lebenslauf-Generatoren, die aus Ihrem Profil bei LinkedIn einen Lebenslauf erstellen. Empfehlenswert ist dieses Vorgehen jedoch nur bedingt.

Denn höchstwahrscheinlich wird der Empfänger Ihrer Bewerbung ohnehin Ihre Profile bei Xing und LinkedIn checken und so schnell feststellen, dass Sie sich bei der Erstellung Ihrer Unterlagen nicht sonderlich viel Mühe gegeben haben. Die Stärke des Assistenten ist es, Ihnen Input und Inspirationen für Ihr eigenes Curriculum Vitae (CV) zu liefern.

Schreiben müssen Sie Ihren Lebenslauf jedoch immer noch selbst. Ein wirklicher Nachteil ist das allerdings nicht: Mit einem individuellen Lebenslauf können Sie sich von Mitbewerbern mit einem Standard-CV aus Lebenslauf-Generatoren positiv absetzen – sofern Sie dabei typische Fallstricke vermeiden.

 

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Bildquelle: © bernardhermant - unsplash.com

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