Kommt die zweite Corona-Welle? 10-Punkte-Plan fürs Risikomanagement

Von Christina Holl on 7. September 2020

Ob eine zweite Welle der Corona-Pandemie kommt, ist ungewiss. Trotzdem sollten Unternehmen das Risikomanagement für ihr Personal und die betrieblichen Abläufe darauf vorbereiten. Deshalb hat Robert Half einen 10-Schritte-Plan für die neue Normalität im Business aufgestellt.

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Risikomanagement für die “neue Normalität” der Arbeitswelt

Ein Ende der Corona-Pandemie ist noch nicht in Sicht. Wenn Unternehmen die Covid-19-Phase überstehen wollen, kommen noch weitere Herausforderungen auf sie zu. Das war zu Beginn nicht einfach, weil der Lockdown sehr plötzlich kam. Mittlerweile sind die Corona-Regeln nicht mehr so streng und viele Beschäftigte kehren aus dem Home-Office zurück. Doch das Risiko einer zweiten Welle der Infektionen besteht weiterhin. Deshalb sollten Betriebe jetzt die Zeit nutzen, um sich darauf vorzubereiten. Was ist dafür erforderlich?

In den nächsten drei bis sechs Monaten ist für Führungskräfte vor allem einer Kombination aus starker und empathischer Führung, effektivem Kostenmanagement, agilen Geschäftsmodellen und flexiblen Personalstrategien ausschlaggebend. Vor diesem Hintergrund haben wir die folgende Liste mit zehn Schritten erstellt, um Entscheidern den Weg in die neue Normalität der Arbeitswelt zu erleichtern.

Schritt 1: Bisherige Corona-Strategie prüfen

Zu Beginn der ersten Covid-19-Welle musste das Risikomanagement schnell reagieren. In der aktuell etwas “ruhigeren” Phase sollten Führungskräfte die anfangs getroffenen Maßnahmen auf Effizienz und Effektivität hin prüfen. Welche Richtlinien und Taktiken haben sich bewährt? Wo muss optimiert werden, um beispielsweise den Umgang mit lokalen oder regionalen Spitzen bei den Infektionszahlen zu verbessern?

Die besten Antworten darauf sind ein schnelles Reaktionsvermögen und eine gute Anpassungsfähigkeit. Spielen Sie mit Ihrem Team unterschiedliche Corona-Szenarien durch und legen Sie sich Notfallpläne zurecht. Setzen Sie dafür Ihre bisherigen Erfahrungen ein.

Schritt 2: Home-Office konkret regeln

Falls Sie noch keine konkreten Home-Office-Regeln formuliert haben, dann ist jetzt der Zeitpunkt dafür gekommen. Denn Sie müssen sich darauf einstellen, dass das Thema Remote-Work Teil der neuen Normalität sein wird. Viele Ihrer Beschäftigten dürften gern weiterhin ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten wollen. Laut einer aktuellen Mitarbeiterumfrage von Robert Half trifft das auf 80 % der Interviewten zu.

Schritt 3: Stimmung in der Belegschaft einschätzen

Mehr als ein Drittel der Arbeitgeber (37 %) ist sich bewusst, dass die Belegschaft derzeit ein hohes Pensum bewältigen muss und teils sogar kurz vor dem Burn-out steht. Auch das geht aus einer Robert-Half-Untersuchung hervor. Die angespannte Situation kann zu unzufriedenen Mitarbeitern führen. Die mögliche Folge sind mangelnde Motivation und Produktivitätseinbußen. Deshalb sollten Sie bei Ihren Beschäftigten regelmäßig den “Puls fühlen”, um sich ein Stimmungsbild zu verschaffen. Flankieren Sie das gegebenenfalls mit:

  • Schulungen,
  • Einführung effektiver Tools für die Online-Zusammenarbeit,
  • Neubewertungen der Arbeitsbelastung und
  • Neubewertung von Prioritäten.

Diese und ähnliche Maßnahmen tragen zur Widerstandsfähigkeit, Moral und psychischen Gesundheit der Mitarbeiter in diesen sich ständig ändernden Zeiten bei.

Schritt 4: Mitarbeitergespräche sensibel führen

Die Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern ist generell ein entscheidender Faktor für die Stabilität im Unternehmen. Jetzt ist sie noch wichtiger. Sprechen Sie also mit den Beschäftigten. Es dürften durchaus sensible und schwierige Unterhaltungen werden. Deshalb hier ein kurzer Leitfaden dazu.

  • Führen Sie die Gespräche stets respektvoll, mitfühlend und professionell.
  • Halten Sie sich an die wesentlichen Fakten.
  • Geben Sie den Mitarbeitern einen klaren Überblick über die aktuelle Situation und die möglichen individuellen Auswirkungen.
  • Transparenz ist der Schlüssel. Erläutern Sie Kernaufgabe und Kultur des Unternehmens. Zeigen Sie, dass dies die Grundlagen für die anstehenden Veränderungen und für schwierige Entscheidungen sind und bleiben.
  • Sagen Sie, wie die ergriffenen Maßnahmen das Geschäft stabilisieren oder ggf. zu dessen Wiederaufbau beitragen.

Schritt 5: Remote-Work technisch absichern

Wie erwähnt, geht der Trend hin zu mehr Home-Office. Das erfordert nicht nur entsprechende Regeln, sondern auch technische Lösungen und gilt einerseits für die Ausstattung Ihrer Mitarbeiter im heimischen Büro und andererseits für die IT- und Datensicherheit. Ziel ist es, Remote-Work einfacher und zuverlässiger zu gestalten. Deshalb sollten Sie:

  • Datenverarbeitungsprotokolle optimieren,
  • IT-System- und Desktop-as-a-Service-Lösungen (DaaS) verbessern,
  • cloud-basierte Kollaborationsplattformen online stellen,
  • E-Commerce-Tools bei Bedarf entwickeln.

Denken Sie daran: Die richtige technischen Ausstattung ermöglicht Ihrem Unternehmen in einem zunehmend digitalisierten Geschäftsumfeld Wettbewerbsvorteile.

Schritt 6: Business-Intelligence einsetzen

In der ersten Corona-Welle erwiesen sich Big Data und automatisierte Prozesse vielfach als wichtige Entscheidungshilfen im Risikomanagement. Auch diese Entwicklung dürfte künftig dauerhaft zur neuen Normalität gehören. Heißt: Der Stellenwert von Business-Intelligence (BI) zwecks Erfassung und Analyse von Mitarbeiter- und Kundendaten erhöht sich. Und beschleunigt so unter anderem digitale sowie mobile Prozesse und Workflows deutlich.

Deshalb sollten Sie vor einer zweiten Welle BI einführen beziehungsweise optimieren, um damit interne wie externe Abläufe zu rationalisieren und zu automatisieren. Auf diese Weise schaffen Sie trotz der besonderen Umstände effizientere Arbeitsschritte und halten gleichzeitig die Produktivität aufrecht.

Schritt 7: Rekrutierungen vorbereiten

Ein großer Faktor beim Risikomanagement für Ihr Personal ist eine strategische Mitarbeitersuche. Prüfen Sie im Vorfeld einer möglichen zweiten Welle, welche Optionen sich dafür bieten. Erstellen Sie zum Beispiel prophylaktisch Rekrutierungspläne und Stellenprofile für Positionen, die dann erforderlich sein werden. Damit können Sie schnell reagieren und verschaffen sich im Kampf um Fachkräfte einen Zeitvorteil gegenüber dem Wettbewerb.

Oder entwerfen Sie gemeinsam mit einem Personaldienstleister einen Plan für die Phase der neuen Normalität. Der kann Ihnen dank seiner Erfahrung und Kontakte wertvolle und schnelle Dienste leisten.

Schritt 8: Urlaubsvertretung garantieren

Die vergangenen Monate waren anstrengend und die nächsten können es werden. Ihre Mitarbeiter haben sich eine angemessene Erholung verdient. Sorgen Sie dafür, dass die dringend notwendigen Pausen den ohnehin angeschlagenen Geschäftsbetrieb nicht aus dem Tritt bringen. Achten Sie deshalb auf eine gut organisierte Urlaubsplanung.

Können unerledigte Aufgaben nicht von internen Beschäftigten übernommen werden, brauchen Sie Unterstützung von außen. Auch hier können Sie auf einen Personaldienstleister zurückgreifen. Stellen Sie in jedem Fall sicher, dass Mitarbeiter vor ihrer Auszeit umfassende Übergabeprotokolle anfertigen, um so den Geschäftsbetrieb bis zu ihrer Rückkehr aufrechtzuerhalten.

Schritt 9: Kompetenzen stärken

Im Zuge der Pandemie haben sich Kundenanforderungen geändert oder es sind womöglich ganz neue Arbeitsabläufe entstanden. Das kann dazu führen, dass sich in Ihrem Unternehmen plötzlich Qualifikationslücken ergeben haben. Die können Sie mit strategischen Festanstellungen, Zeitarbeitskräften oder Interim Managern schließen.

Eine weitere Möglichkeit für Ihr Risikomanagement: Statten Sie Ihr Personal mit den entsprechenden Kompetenzen aus. Bieten Sie Weiterbildungsmaßnahmen und Schulungen an, um benötigte Fähigkeiten zu ergänzen.

Schritt 10: Auf betriebliches Gesundheitsmanagement fokussieren

Schützen Sie weiterhin Ihre Belegschaft vor einer Covid-19-Infektion! Sie benötigen einen strategischen Plan, der die Gesundheit sowohl Ihrer Mitarbeiter als auch die von Besuchern, Kunden und Lieferanten garantiert. Achten Sie deshalb darauf, geeignete Protokolle und Vorsichtsmaßnahmen schnell an neue Lagen anzupassen und umzusetzen.

So signalisieren Sie gleichzeitig im gesamten Unternehmen, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement für Ihre Mitarbeiter weiterhin oberste Priorität hat.

Die aktuellen Herausforderungen erhöhen den Druck auf das Management. Manchmal bleibt deshalb kaum Zeit für strategisches Recruitment. Robert Half stellt dafür Ressourcen zur Verfügung und unterstützt Sie bei der Planung und Einstellungen. Senden Sie uns eine Personalanfrage und wir melden uns bei Ihnen.

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Bildquelle: © earano - pexels.com

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