Kollegen Hund & Co. im Büro schaffen positives Arbeitsklima

Von Alenka Mladina 10. Juli 2014

Manche Arbeitgeber erlauben Ihren Angestellten, das Haustier ins Büro mitzubringen. Sie versprechen sich davon ein besseres Arbeitsklima. Aber ist der Hund im Büro wirklich eine gute Idee? Und wann darf der Chef sein Direktionsrecht nutzen und „nein“ sagen?

Hunde im Büro sind gut für das Arbeitsklima

Als Personaldienstleister lernen wir viele unserer Kunden vor Ort kennen. Wir sehen die Büroräume, erleben die Atmosphäre und treffen die Mitarbeiter. Und manche dieser Mitarbeiter heben sich markant vom Rest ab: Statt am Schreibtisch zu sitzen, liegen sie darunter. Statt sich um Finanzen und IT zu kümmern, lassen sie sich lieber hinter dem Ohr kraulen.

Und wie reagieren Chefs und Kollegen? Die versichern, dass diese speziellen Mitarbeiter die Motivation und das Arbeitsklima steigern.

Dass Angestellte Ihre Haustiere mit ins Büro bringen, ist in Deutschland keine Seltenheit mehr. Der Weltkonzern Google betreibt sogar eine rigorose Dog Policy. Eine amerikanische Universität hat außerdem herausgefunden, dass ein Hund im Büro den Blutdruck senken kann. Aber eignet sich wirklich jedes Tier fürs Büro und wer darf das letztendlich entscheiden?

Direktionsrecht: Ob das Tier ins Büro darf, bestimmt der Chef

Wenn Sie Ihr Haustier gerne bei der Arbeit dabei hätten, sollten Sie das auf jeden Fall zuvor mit Ihrem Chef besprechen. Der Chef darf laut Direktionsrecht entscheiden und kann seine Erlaubnis auch widerrufen, wie ein Gerichtsurteil bestätigt.

Bevor Sie über ein Büro-Tier nachdenken, sollten Sie unbedingt auch mit Kollegen sprechen und sich nach Allergien oder Phobien erkundigen? Sie wollen ja nicht, dass dass so mancher Kollege künftig einen großen Bogen um Ihr Büro macht.

Eine gute Möglichkeit herauszufinden, ob ihr Hund ins Büro passt, bietet der Aktionstag „Kollege Hund“ vom Deutschen Tierschutzbund. Teilnehmende Firmen gestatten Ihren Mitarbeitern, den Vierbeiner einen Tag lang probeweise zur Arbeit zu bringen. Diese Möglichkeit können Sie natürlich auch mit Ihrem Chef diskutieren, wenn Sie ein anderes Tier als einen Hund mitbringen wollen.

Trägt jedes Tier zum Arbeitsklima bei?

Kollegen und Chefs sind eine Seite der Medaille – aber fühlt sich auch das Tier am Arbeitsplatz wohl? Hunde im Büro hält der Deutsche Tierschutzbund für unbedenklich, aber wie sieht es mit Katzen oder Nagetieren aus?

Pauschale Ratschläge zu geben, fällt hier schwer. Schließlich hat jedes Tier seinen individuellen Charakter. Während Hunde Rudeltiere sind und sich gut anpassen, haben Katzen ihren eigenen Kopf. Da hängt es sehr von der jeweiligen Katze ab, ob sie sich einfügt.

Nagetiere im Käfig sind zwar pflegeleicht. Aber tragen sie auch zu einem guten Arbeitsklima bei? Immerhin sind die meisten nachtaktiv und kommen erst aus ihren Höhlen, wenn Sie längst Feierabend haben.

Weniger zum Kuscheln allerdings sehr beruhigend sind Fische – das wohl belieteste Tier in Arztpraxen. Außerdem lassen sich Wärme und Wasser im Aquarium auch gut für die Zeit regulieren, in der niemand im Büro ist.

Homeoffice – bringen Sie das Büro zum Haustier

Wenn Sie Ihr Tier gerne auch im Büro um sich hätten, es sich aber nicht mit dem Arbeitsplatz vereinbaren lässt, könnte das Homeoffice eine Lösung sein. Statt den Hund ins Büro zu bringen, bringen Sie eben das Büro zum Hund. Einen Anspruch hierauf gibt es allerdings nicht. Am besten Sie handeln eine gewisse Anzahl an Homeoffice-Stunden bereits bei der Einstellung aus und lassen es in den Arbeitsvertrag aufnehmen.

Und für alle, die sich fragen, was Sie mit Ihrem Haustier während der Urlaubszeit machen: Der Deutsche Tierschutzbund bringt auf seiner Internetseite Tierbesitzer zusammen, die im Urlaubsfall gegenseitig auf ihre Tiere aufpassen.

Haben Sie auch schon Erfahrung mit Hunden oder anderen Tieren im Büro gemacht?

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