Karriere machen: Brechen Sie die Regeln!

Warum es sich lohnt, die eine oder andere Regel zu brechen – und gerade deshalb Karriere zu machen.

Jeder kennt sie – die vermeintlich gut gemeinten Hinweise und Ratschläge, wie Sie im Job Karriere machen. Jetzt wird es Zeit, zum „Revoluzzer“ zu werden: Brechen Sie die Regeln! Denn das ist in manchen Fällen genau das Richtige, um beruflich weiterzukommen. Lesen Sie hier, warum auch Ihr Mut gefragt ist, wenn Sie Karriere machen wollen.

Regel Nummer 1: Um Karriere zu machen, brauchen Sie einen interessanten Job

Schon Konfuzius wusste: „Wähle einen Beruf, den Du liebst, und Du brauchst keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten!“ Und noch immer raten Ihnen viele Menschen, beruflich Ihrer Leidenschaft nachzugehen, um zufrieden und glücklich zu sein. Klar, jeder sehnt sich nach Erfüllung im Job, einem Beruf, der ihm Spaß macht – weil er täglich das tun kann, was er liebt. Doch was, wenn Sie keine entsprechende Arbeitsstelle finden und Sie in Ihrem jetzigen Job nicht Ihrer großen Leidenschaft nachgehen können: Frustriert sein, aufgeben oder gar kündigen?

Bevor Sie voreilig reagieren, machen Sie sich in Ruhe Gedanken: Halten Sie sich vor Augen, was Sie im Leben glücklich macht. Auch wenn Sie keine Erfüllung im Job finden und nicht groß Karriere machen: Durch Ihren Beruf finanzieren Sie sich Ihre Freizeit und somit die schönen Dinge und Momente in Ihrem Leben. Dann ist es auch in Ordnung, wenn Job einfach nur Job ist.

Vielleicht liegt Ihre Priorität bei Ihrer Familie, mit der sie am liebsten jede freie Minute verbringen möchten. Möglicherweise haben Sie ein Hobby wie Wandern, Reiten oder Reisen, dem Sie leidenschaftlich nachgehen.

Regel Nummer 2: Kündigen Sie niemals ohne neuen Arbeitsvertrag

Sind Sie frustriert, demotiviert und sehen keine Möglichkeit, in Ihrem jetzigen Job Karriere zu machen? Die meisten Menschen werden Ihnen raten, die Zähne zusammenzubeißen – zumindest solange, bis Sie eine neue Stelle haben. Ganz nach dem Motto: Niemals ein Arbeitsverhältnis vor einem neuen Vertrag kündigen.

Doch was nützt es Ihnen, wenn Sie Ihre berufliche Situation aktuell so belastet, dass Sie deshalb psychisch oder körperlich krank werden? Wägen Sie ab, ob und wie lange Sie noch durchhalten. Kalkulieren Sie auch, bis wann Sie mit Ihren Finanzen über die Runden kommen. Es kann mehrere Monate dauern, bis Sie einen neuen Job finden.

Ist Ihre derzeitige Arbeitsstelle für Sie unerträglich, sollten Sie das Verhältnis beenden, dadurch tun Sie sich selbst einen Gefallen. Zudem brauchen Sie Ihre Energie, um später im neuen Job Karriere zu machen.

Regel Nummer 3: Sie müssen mindestens ein Jahr beim gleichen Arbeitgeber bleiben

Ein Lebenslauf mit vielen Jobwechseln lässt Arbeitgeber hellhörig und vorsichtig werden. Sie wirken dadurch unzuverlässig und sprunghaft – soweit das Klischee, das in vielen Köpfen nach wie vor verankert ist. Aber was bedeutet das für Sie als Mitarbeiter, wenn Sie dem Unternehmen noch kein ganzes Jahr zugehören? Müssen Sie jetzt länger in einem Job ausharren, der Ihnen nichts gibt – oder gehen Sie volles Risiko?

Bevor Sie überstürzt kündigen, schauen Sie in Ihrem Unternehmen erst einmal nach links und nach rechts: Vielleicht gibt es andere Teams oder Abteilung, in denen Sie gerne arbeiten würden. Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten, erklären Sie ihm Ihre Situation. Bitten Sie um eine interne Versetzung – und seien Sie unbedingt offen und ehrlich dabei. Sehen Sie nach wie vor keine Chance, in diesem Unternehmen Karriere zu machen, ist es besser für Sie, dieses frühzeitig zu verlassen – auch unter einem Jahr Unternehmenszugehörigkeit. Aktualisieren Sie Ihren Lebenslauf und nehmen Sie Ihren weiteren Karriereweg selbst in die Hand oder lassen Sie sich  von einem Personalberater helfen.

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Regel Nummer 4: Ein Jobwechsel bedeutet, nochmals ganz unten anzufangen

Vielleicht hält Sie auch der Gedanke von einem Jobwechsel ab, wieder ganz von vorne beginnen zu müssen. Sie haben in Ihren momentanen Job Zeit, Engagement und vor allem Nerven investiert, um Karriere zu machen. Zwar sehen Sie momentan keinerlei Perspektiven – doch die Vorstellung, nochmals ganz unten anfangen zu müssen, schreckt Sie ab.

Diese Sorgen sind unbegründet: Wenn Sie jetzt Ihren Job wechseln, stehen Sie nicht wieder dort, wo alles begann. Sie haben über die Jahre an Wissen, Fähigkeiten und Kontakten gewonnen. Ihre erworbenen fachlichen und persönlichen Skills sind ein Gewinn für jedes Unternehmen. Erweitern Sie diese, indem Sie Veranstaltungen sowie Seminare besuchen, und lassen Sie Ihre Kontakte spielen. Ihre Freunde und Bekannte kennen Ihre Fähigkeiten, womöglich können sie Ihnen den perfekten Job vermitteln.

Regel Nummer 5: In Gehaltsverhandlungen niemals als Erster eine Zahl nennen

Ein weiterer vermeintlicher Karrieretipp, der sich hartnäckig hält: Nennen Sie in einer Gehaltsverhandlung niemals als Erster eine Zahl. Geben Sie eine bestimmte Summe vor, haben Sie selbst eine Obergrenze gesetzt – und somit womöglich Ihre Chance auf mehr Gehalt vertan. Doch was tun, wenn Sie nach Ihren Gehaltsvorstellungen gefragt werden: Eine utopische Zahl nennen und sich damit ins Aus katapultieren oder realistisch bleiben und sich eventuell unter Wert verkaufen?

Möchte ein Arbeitgeber einen bestimmten Betrag hören, wird er Sie direkt darauf ansprechen. Vielleicht fordert er Sie auch auf, diesen bereits in Ihrem Bewerbungsschreiben anzugeben. Nennen Sie eine Summe, die über Ihren Vorstellungen liegt, sich jedoch im Rahmen befindet. Um diese herauszufinden, ist es wichtig, dass Sie sich im Vorfeld über die jeweiligen Gehälter informieren – zum Beispiel in der Gehaltsübersicht von Robert Half. Sie können ebenso versuchen, die Frage des Personalers umzudrehen, indem Sie ihn fragen, welches Gehalt er denn für die Stelle vorgesehen hat. Wofür Sie sich auch entscheiden: Bleiben Sie sachlich und kompetent – zwei gute Voraussetzungen, um Karriere zu machen.

Fazit: Ausnahmen bestätigen die Regel

Diese beschriebenen Karrieretipps sind grundsätzlich nicht falsch – im Gegenteil. Doch gibt es viele Ausnahmen, in denen es Sie weiterbringt, Regeln gezielt zu brechen und somit motiviert zu arbeiten. Denken Sie deshalb zweimal nach, bevor Sie diesen klassischen Weisheiten blind vertrauen. Vielleicht sind gerade Sie eine dieser Ausnahmen!

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