Warum heute der Jobwechsel so schwierig scheint

Von Christina Holl on 8. April 2022
Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Wie schwer ist es, einen neuen Job zu finden? Das hat Robert Half Arbeitnehmer*innen in Deutschland gefragt. Ein Ergebnis der Studie: Die Mehrheit glaubt, dass die Jobsuche heute schwieriger ist als 2019. Woran das aus Sicht der Befragten liegt, zeigt die Erhebung ebenfalls.

Trotz Fachkräftemangel: Jobsuche ist schwierig

In Deutschland fehlen Tausende von Fachkräften – und das längst nicht mehr nur im IT-Bereich und in der Pflege, sondern über alle Branchen hinweg. Demnach müsste jetzt der ideale Zeitpunkt sein, um einfach und schnell einen neuen Job zu finden. Ganz so unkompliziert, wie es sich manche Wechselwillige vorstellen mögen, ist die Stellensuche aber offenbar nicht. Und so gelangen derzeit etliche Angestellte zu der Auffassung: „Ich finde keinen Job.”

Dass es sich hier keineswegs um Einzelfälle handelt, zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Robert Half. Sechs von zehn Arbeitnehmer*innen in Deutschland halten es heute für schwieriger als vor drei Jahren, eine passende Stelle zu finden. 2019, und damit vor der Corona-Pandemie, teilten diese Ansicht nur 40 %.

Arbeitnehmerstudie 2022

Warum scheint es heute so schwer, einen neuen Job zu finden?

Aus Sicht der Mehrheit der befragten Beschäftigten ist also die Jobsuche schwierig. Woran liegt das? Offenbar an einer Vielzahl teilweise höchst unterschiedlicher Ursachen, wie die Robert-Half-Umfrage zeigt.

Die Top-5-Gründe, warum der Jobwechsel nie so schwierig war wie heute:

  1. Trotz des Fachkräftemangels haben 43 % der Studienteilnehmer*innen den Eindruck, dass es momentan weniger freie Stellen als früher gibt. In der vorherigen Umfrage von 2019 führten diesen Punkt lediglich 28 % an.
  2. Mit 34 % macht rund ein Drittel die Rahmenbedingungen bei der Jobsuche für die schlechten Vermittlungschancen verantwortlich. Hier werden häufig Dinge wie geringer Urlaubsanspruch, befristete Arbeitsverträge und weniger Zusatzleistungen genannt.
  3. Ebenfalls ein Drittel (33 %) hält längere Bewerbungsprozesse für ursächlich.
  4. Etwas weniger (29 %) glaubt, dass unterschiedliche Gehaltsvorstellungen eine wesentliche Rolle spielen.
  5. Für weitere 22 Prozent liegt der Trend auch an geänderten Anforderungen, die die Unternehmen von den Bewerber*innen verlangen.

Marlene Pöhlmann, Managing Director bei Robert Half, fasst die Umfrageergebnisse so zusammen: „Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels hat sich die Situation am Arbeitsmarkt in einigen Branchen verschärft. Wirtschaftliche Unsicherheiten aufseiten der Unternehmen führen teilweise zu befristeten Arbeitsverträgen oder weniger Zusatzleistungen. Durch die beschleunigte Digitalisierung und zunehmende Komplexität der Aufgaben steigen zudem die Anforderungen an die Bewerber*innen.“

Digitalisierung: Neue Berufe, neue Anforderungen

Gerade die letzte Antwort in obiger Liste unterstreicht, dass sich die Arbeitswelt und mit ihr die Berufsbilder mittlerweile immer schneller ändern und deshalb die Jobsuche schwierig machen. Der technologische Wandel schreitet mit hohem Tempo voran und ändert die Ansprüche, die an Bewerber*innen gestellt werden. Wer mithalten will, muss sich stets weiterentwickeln. Das gilt sowohl für die einzelnen Beschäftigten, als auch für die Unternehmen.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen Unternehmen immer wieder neue und leistungsfähigere IT-Systeme. Hier ist im Vorteil, wer entsprechende Geräte und Programme bedienen kann. Das setzt permanente Weiterbildung im oder neben dem Job voraus. Nicht nur in Zeiten von Home-Office bietet beispielsweise Robert Half mehr als 8.000 E-Learning-Kurse - eine von mehreren guten Möglichkeiten, Weiterbildung von zu Hause aus zu betreiben.

Was Sie tun können, damit es mit dem neuen Job klappt

„Ich finde nicht den passenden Job.” Wenn das Ihr Eindruck von Ihrer Situation ist, dann ist das natürlich bitter. Aber daran lässt sich etwas ändern. Mit folgenden Tipps können Sie Ihre Lage und Ihre Chancen auf eine neue Tätigkeit verbessern.

  • Machen Sie sich Gedanken, was Ihnen bei einem Jobwechsel wirklich wichtig ist. Können Sie zum Beispiel finanzielle Abstriche verschmerzen, wenn Sie in der neuen Position viel Neues lernen und so Ihre Qualifikationen ausbauen können?
  • Haben Sie nicht zu viel Respekt vor Stellenausschreibungen. Die sind oft nur eine Art Wunschzettel des Unternehmen: In den Angeboten wird einfach alles aufgelistet, was man meint, irgendwie und irgendwann gebrauchen zu können. Das liegt oft auch daran, dass den Unternehmen bei offenen Positionen selbst noch nicht vollständig klar ist, welche Qualifikationen neue Mitarbeitende mitbringen müssen. Lassen Sie sich von ellenlangen Anforderungsprofilen also nicht verunsichern. Wichtig ist, dass Sie die zuerst genannten Fähigkeiten mitbringen, das sind die Must-haves für die Stelle.
  • Bilden Sie sich weiter! Grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, sich beruflich fortzubilden. Fragen Sie beispielsweise in Ihrem Unternehmen nach entsprechenden Möglichkeiten. Womöglich eröffnen sich für Sie auf diese Weise unerwartete Perspektiven an Ihrem bisherigen Arbeitsplatz. Dazu eignen sich ebenso Angebote von anerkannten Institutionen wie der IHK.

Sie wünschen sich Hilfe bei der Jobsuche? Kein Problem, unsere Personalberater unterstützen Sie gern dabei, den passenden Job für Sie zu finden. Laden Sie einfach hier Ihren Lebenslauf hoch, wir melden uns bei Ihnen.

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Bildquelle: © punttim - Unsplash.com


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