Jobangebot am Telefon: So gehen Sie mit Headhuntern um

Von Christina Holl 28. Mai 2014

Ich bekomme gerne Komplimente! Und Sie? Stellen Sie sich vor, Ihr Telefon klingelt und der Anrufer bietet Ihnen einen neuen Job an. Ist das nicht ein schönes Kompliment für Ihre beruflichen Fähigkeiten? Wenn Sie zunächst skeptisch sind, geht es Ihnen wie den meisten, die das erste Mal von einem Headhunter kontaktiert werden. Doch Headhunting ist in Zeiten des Fachkräftemangels keine Seltenheit. Im besten Fall wartet am anderen Ende der Leitung Ihre Traumposition– ohne dass Sie dafür nur eine Bewerbung schreiben müssen.

Headhunter suchen nicht nur nach Topmanagern

Headhunting klingt im ungeübten Ohr nach Wildem Westen. Doch keine Angst: Headhunter sind lediglich Personalberater, die im Auftrag von Unternehmen nach gefragten Spezialisten suchen. In Zeiten des Fachkräftemangels betrifft das nicht nur Topmanager.

Wenn Firmen mit Ihrem eigenen Know-How nicht mehr weiterkommen oder eine offene Stelle lange unbesetzt bleibt, schalten Sie Profis wie die Personalberater von Robert Half ein – und dann klingelt unter Umständen bei Ihnen das Telefon.

Der Anruf am Arbeitsplatz ist legal

Werden Sie das erste Mal von einem Headhunter angerufen, fühlen Sie sich wahrscheinlich wie tausende Kandidaten vor Ihnen: Sie sind stolz darauf, dass der Personalberater Ihre Fähigkeiten so sehr schätzt, dass er Ihnen am Telefon einen Job in Aussicht stellt. Und Sie haben gleichzeitig ein schlechtes Gewissen gegenüber Ihrem Arbeitgeber – fast so als würden Sie hinter dem Rücken Ihres Partners flirten.

Vor allem der Anruf am Arbeitsplatz könnte Sie verunsichern. Darf der das denn? Und was passiert, wenn Ihr Boss davon Wind bekommt? Keine Sorge, die Kontaktaufnahme durch Headhunter ist in Deutschland sogar durch Gesetze und Gerichtsurteile geregelt. Weder Ihnen noch dem Headhunter blüht eine Strafe, wenn er Sie am Arbeitsplatz kontaktiert.

Ein seriöser Personalberater wird Ihnen die offene Stelle beschreiben und Ihnen ungefähre Größe und Branche des suchenden Unternehmens nennen. Anschließend tauschen Sie Kontaktdaten aus und erläutern die Details nach Feierabend auf dem Privattelefon.

Ein kleiner Tipp: Lassen Sie sich unbedingt die Nummer des Beraters geben. Sonst sind Sie davon abhängig, dass er sich bei Ihnen meldet.

Das Wesentliche ist das Jobangebot – nicht das Ego

Wenn ich auf meine bisherige Berufslaufbahn zurückblicke, muss ich gestehen: Als Berufseinsteiger fühlte ich mich sehr vom Interesse von Headhuntern geschmeichelt. Die Gefahr dabei ist, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: den angebotenen Job.

Sie sollten sich nie auf die Kontaktaufnahme eines Headhunters einlassen, um sich eine Ego-Dusche zu holen. Damit verschwenden Sie nicht nur die eigene Zeit, sondern auch die des Headhunters. Und wer weiß: Beim nächsten interessanten Angebot hat er sie dann womöglich gar nicht mehr auf der Liste.

Ehrliches Auftreten überzeugt

Seien wir ehrlich: Wenn Ihnen in ungekündigter Position ein Job angeboten wird, wollen Sie sich finanziell erstmal nicht verschlechtern. Das wissen Sie und das weiß auch der Headhunter. Gerade deshalb sollten Sie es erst einmal unausgesprochen lassen und sich nach der Position und den Aufgaben erkundigen. Denn der Headhunter sucht in erster Linie einen fachlich kompetenten und motivierten Kandidaten.

Haben Sie keinerlei Interesse an einem Jobwechsel oder der beschriebenen Stelle, lassen Sie es die andere Seite so früh wie möglich wissen. Blocken Sie aber nicht prinzipiell die Kontaktaufnahme von Headhuntern ab. Womöglich entgeht Ihnen sonst die Chance auf Ihren Traumjob.

Übrigens, mit einem gut gepflegten und aktuellen Onlineprofil erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, von potenziellen Arbeitgebern und Headhuntern gefunden zu werden.

Wurden Sie auch schon vom Headhunter kontaktiert? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Tipps mit uns.

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