Innovationen: Was Google kann, können Sie auch

Von Alenka Mladina 12. Mai 2016

Was ist das Geheimnis innovativer Teams? Eine Google-Studie liefert ein überraschendes Ergebnis: Die Qualifikation der Mitglieder spielt eine untergeordnete Rolle. Worauf es stattdessen ankommt, lesen Sie in unserem Blogbeitrag.

Erfolgreiche Unternehmen wie Google, Apple & Co. zeichnen sich vor allem durch eines aus: Sie sind sehr innovativ und arbeiten ständig an der nächsten großen Idee. Ihnen ist längst klar, wie wichtig Innovationen sind. Grundlage dafür ist eine optimale Arbeitsumgebung und ein motiviertes Team.

Die folgenden Fragen versucht Google in einer jüngst veröffentlichten Untersuchung zu beantworten:

  • Wie setze ich mein Team optimal zusammen?
  • Welche Charaktere und Qualifikationen ergänzen sich?
  • Und wer blockiert sich vielleicht gegenseitig?

Das Unternehmen beobachtete über zwei Jahre hinweg mehr als 200 seiner Mitarbeiter. Das Ergebnis ist nicht nur für die Auftraggeber der Untersuchung eine Überraschung.

Fünf Faktoren spielen für erfolgreiche Teams eine Rolle. Also, Führungskräfte aufgepasst!

1. Vermitteln Sie Ihrem Team das Gefühl von Sicherheit

Das Thema psychologische Sicherheit sollten Sie sich ganz genau ansehen: Es ist das mit Abstand wichtigste Merkmal erfolgreicher Teams und dient als Grundlage für die vier weiteren Charakteristika.

Worum es geht: Geben Sie als Führungskraft jedem Mitarbeiter die Möglichkeit, sein volles Potenzial zu entfalten. Dafür muss eine Grundvoraussetzung gegeben sein: Jedes Teammitglied muss sich so sicher fühlen, dass es gerne neue und innovative Ideen frei äußert - egal ob sie später umgesetzt werden oder nicht. Auch sollte das Vertrauen so groß sein, dass die Mitarbeiter Unwissenheit eingestehen dürfen – ohne die Sorge, sich zu blamieren oder unbeliebt zu machen.

Die Theorie dahinter: Die Google-Studie ergab, dass Mitglieder solcher Teams das Unternehmen weniger wahrscheinlich verlassen und vorgeschlagene Ideen eher umgesetzt werden. Außerdem erzielen sie für ihr Unternehmen höhere Gewinne und werden von Führungskräften doppelt so häufig als leistungsstark eingestuft.

Praxistipp: Achten Sie als Führungskraft auf eine offene und respektvolle Kommunikationskultur. Die Devise lautet „miteinander reden“. Sprechen Sie Ihren Mitarbeitern bei guter Leistung ein Lob aus. Und wenn Sie einmal Kritik äußern müssen, tun Sie das sachlich und konstruktiv. Geben Sie konkrete Beispiele, an denen sich Ihre Kritik festmachen lässt. Stellen Sie Ergebnisse in den Mittelpunkt der Arbeit, nicht reine Anwesenheitszeiten.

Und ein weiterer Tipp: Halten Sie Ihre Tür für Mitarbeiter immer offen und ermuntern Sie sie, bei Fragen und Problemen jederzeit mit Ihnen zu sprechen.

2. Zuverlässigkeit in der Zusammenarbeit

Worum es geht: Zuverlässigkeit ist einer der weiteren entscheidenden Faktoren erfolgreicher Teams. Hierzu gehört nicht nur Termintreue und konstant gute Qualität der Arbeitsleistung, sondern auch, dass sich jeder im Team hundertprozentig auf den anderen verlassen kann.

Die Theorie dahinter: Wenn sich Teammitglieder gleichermaßen aufeinander verlassen können, Deadlines und Qualitätsstandards einhalten, funktioniert die Zusammenarbeit reibungslos. Unzuverlässige Mitglieder dagegen sind wie Sand im Getriebe. Sie bringen ein funktionierendes System ins Stocken und verursachen Mehraufwand für die Kollegen – worunter im schlimmsten Fall die Arbeitsergebnisse leiden.

Praxistipp: Leben Sie selbst Zuverlässigkeit vor und machen Sie sich ein Bild davon, was im Team funktioniert und an welchen Stellen Nachholbedarf besteht. Im gleichen Zug ist es wichtig, dem Team Ihre Erwartungen deutlich zu kommunizieren. So weiß jeder, was von ihm verlangt wird und kann sein Verhalten gegebenenfalls entsprechend anpassen.

3. Stellen Sie Aufgaben strukturiert und klar dar

Worum es geht: Wenn Mitarbeiter wissen, welche Rolle sie im Team einnehmen, welche Verantwortlichkeiten bei ihnen liegen und welche Ziele sie verfolgen, sind Teams überdurchschnittlich erfolgreich. Versäumen Sie als Führungskraft nicht, neben den individuellen Zielen auch übergeordnete, gemeinsame Ziele zu setzen.

Die Theorie dahinter: Mit einer definierten Struktur und Klarheit bieten Sie dem Mitarbeiter Sicherheit und Orientierung und er arbeitet produktiver, schneller und präziser. Definieren Sie die Aufgaben nur schwammig, steigt auch das Fehlerrisiko bei Ihren Mitarbeitern.

Praxistipp: Definieren Sie eindeutige Arbeitsprozesse und Verantwortlichkeiten, halten Sie diese in einer für alle zugänglichen Datei fest und machen Sie sie für das gesamte Team transparent. Für die Aufgabenverteilung ist es vorteilhaft, wenn Sie sich die Stärken und Schwächen Ihrer Mitarbeiter noch einmal genau anschauen. Nur so können Sie sie für die am besten geeigneten Aufgaben einsetzen.

4. Identifikation mit den Aufgaben

Worum es geht: Wenn sich Ihre Mitarbeiter mit ihren Aufgaben identifizieren, liegt ihnen mehr daran, sie zu erfüllen. Laut Google-Studie geben Teammitglieder ihr Bestes, wenn sie einen Mehrwert in ihrer Arbeit sehen.

Die Theorie dahinter: Mitarbeiter, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren, haben einen höheren Anspruch an sich und ihre Leistung – und das wiederum macht sich in erfolgreichen Ergebnissen bemerkbar. Die Bindung kann auf mehreren Ebenen stattfinden – emotional, moralisch und rational – und wird zu einer Verpflichtung für optimale Performance nicht nur sich selbst gegenüber, sondern auch gegenüber dem Team und dem Arbeitgeber.

Praxistipp: Zunächst einmal sollten die Rahmenbedingungen stimmen. Schaffen Sie also – falls nicht bereits geschehen – eine ansprechende und Kreativität fördernde Umgebung für Ihre Mitarbeiter. Das geht etwa mit Pflanzen im Büro oder einem Raum, in den sich der Mitarbeiter bei kniffligen Aufgaben zurückziehen kann. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die die Identifikation von Mitarbeitern mit ihrem Unternehmen positiv beeinflussen:

  • Verantwortung
  • ein sicherer Arbeitsplatz
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • Zusammenarbeit mit engagierten und motivierten Kollegen

Der wichtigste Faktor aber ist Anerkennung. Sprechen Sie Ihren Mitarbeitern für gute Arbeit ein Lob aus - und vergessen Sie nicht, dass sich dieses Lob auch hin und wieder in einem höheren Gehalt niederschlagen sollte. Das motiviert, sorgt für ein angenehmes Arbeitsumfeld – und weitere Erfolge.

5. Erfolgreicher mit sinnvollen Aufgaben

Worum es geht: Last but not least ist es wichtig, dass Teammitgliedern die Vision, der Sinn hinter ihren Aufgaben, bewusst ist. Sehen sie in ihrer Tätigkeit einen Nutzen für ihre Umwelt, ihre Kunden oder das Unternehmen selbst, spornt das an und mündet in Erfolg.

Die Theorie dahinter: Sinn in dem zu erfahren, was man tut, macht zufrieden – auch im Job. Hier geht das Ganze sogar noch ein Stück weiter. Laut einer repräsentativen Umfrage von Ashoka und McKinsey würden 40 % der Menschen keinen Job haben wollen, den sie nicht auch als sinnstiftend bewerten. Wenn Arbeitnehmer ihre Tätigkeit als sinnvoll einschätzen, sind sie auch weniger frustriert, wenn das Gehalt einmal nicht erhöht wird oder Überstunden anfallen.

Praxistipp: Unternehmensziele transparent zu kommunizieren und die Hintergründe von Entscheidungen zu erklären, ist bereits ein erster wichtiger Schritt, um Arbeitnehmern den Sinn ihrer Aufgaben zu vermitteln. Auch die Definition ethischer Regeln kann unterstützen. Wenn die Produkte oder Dienstleistungen Ihres Unternehmens etwa eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellen, fühlen sich die Mitarbeiter besser. Machen Sie sich das bewusst und versuchen Sie, Ihren Arbeitnehmern entsprechend den Sinn hinter ihrem Tun nahezubringen.

Gute Mitarbeiter – die Basis erfolgreicher Teamarbeit

Bevor Ihr Team allerdings innovativ und erfolgreich sein kann, geht es darum, es optimal zusammenzustellen – das stellt für Sie als Führungskraft bisweilen eine enorme Herausforderung dar. Nicht immer sind die richtigen Fachkräfte bereits im Team vorhanden - und die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern ist nicht einfach. Daher ist es wichtig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.

Eine ausgeprägte Innovationskultur ist längst kein Privileg mehr von Google, Facebook und Co., wie auch unsere Studie „IT-Insights“ über Innovationen in Unternehmen zeigt.

Sind Sie auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern, um erfolgreiche und innovative Teams aufzubauen? Nutzen Sie unsere Unterstützung und nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir wissen, wobei es bei der Kandidatensuche ankommt.

Bildquelle: © paul prescott / Fotolia.com

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