Im falschen Film: Wenn die neue Stelle mehr Flop als Top ist

Von Alenka Mladina 13. Oktober 2015

Voller Elan gehen Sie die ersten Wochen an Ihren neuen Job. Doch langsam wird Ihnen bewusst: Irgendwie hatten Sie sich das alles anders vorgestellt.

Die tatsächlichen Aufgaben sind weit von denen in der Stellenbeschreibung entfernt und auch gar nicht, was Sie machen möchten. Klar fragen Sie sich, wie Sie darauf reagieren sollen.

Sie erinnern sich noch genau an das Vorstellungsgespräch: Ihr künftiger Chef hatte Ihnen die Leitung der Finanzabteilung mit großem Entscheidungsspielraum und einem strategischen Fokus versprochen. Genau der Job, den Sie schon immer haben wollten.

Nach kurzer Zeit jedoch merken Sie, dass Sie die meiste Zeit mit operativen Aufgaben beschäftigt sind und Sie keine Entscheidung ohne die Einbindung der Führungsebene fällen dürfen.

Ihr anfänglicher Euphorismus ist fast gänzlich verschwunden und Sie werden von Tag zu Tag demotivierter. Fast schon bereuen Sie, die Unterschrift unter den Arbeitsvertrag gesetzt zu haben.

Wenn Ihnen die unerwarteten Aufgaben keinen Spaß machen

Das Sie sich Ihre neue Stelle wirklich anders vorgestellt haben, sollten Sie vor Ihrem Chef nicht verbergen. Vereinbaren Sie ein Feedbackgespräch. Legen Sie ihrem direkten Vorgesetzten sachlich dar, dass eigentlich etwas anderes vereinbart war, und Sie die Arbeit ausüben wollen, die Ihnen versprochen wurde.

Zeigt Ihr Chef Verständnis, sollten Sie darüber sprechen, wann Sie Ihre eigentlichen Aufgaben übernehmen können. Mitunter ist jetzt ein bisschen Toleranz von Ihrer Seite gefragt. Eventuell müssen Sie noch ein wenig auf die Umstellung warten. Vereinbaren Sie am besten einen zeitlichen Ablaufplan.

Ist eine Umstellung am derzeitigen Arbeitsplatz nicht möglich, müssen Sie entscheiden, ob Sie den Job dennoch weiter ausüben wollen. Wenn Ihnen das Unternehmen gefällt, gibt es immer noch die Möglichkeit, intern auf eine Stelle zu wechseln, die Ihren Ansprüchen und Fähigkeiten besser entspricht. Auch über diese Möglichkeit sollten Sie sich mit dem Vorgesetzten unterhalten.

Keine Angst vor einem erneuten Jobwechsel

Im schlimmsten Fall zeigt Ihr Chef kein Verständnis und denkt gar nicht daran, die Situation zu verbessern. Das bringt Sie in eine unangenehme Lage. Schließlich möchten Sie sich nicht schon wieder einen neuen Job suchen und bestimmt befürchten Sie, die kurze Station schadet Ihrem Lebenslauf.

Die gute Nachricht ist: Lassen Sie das nicht Ihre größte Sorge sein. Sie verbringen viel Zeit an Ihrem Arbeitsplatz. Wenn Sie die tägliche Arbeit nicht ausfüllt, müssen Sie etwas ändern. Angesichts der hohen Nachfrage an Fachkräften, die aktuell gerade im Finanz-, IT- und administrativen Bereich herrscht, gibt es viele Alternativen.

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Die kurze Zeit auf der aktuellen Stelle wird Ihrem Lebenslauf nicht schaden. Vorausgesetzt natürlich, Sie werfen nicht bereits nach 3 Wochen das Handtuch. Wichtig ist, dass Sie im Anschreiben deutlich machen, dass Sie dort nicht nach Ihren Vorstellungen eingesetzt und gefordert wurden.

Unstimmigkeiten mit Kollegen oder Vorgesetzten, sollten Sie im Bewerbungsgespräch hingegen außen vor lassen. Anschuldigungen dieser Art führen leicht dazu, selbst als Unruhestifter zu gelten. Ansonsten läuft dieses Gespräch nach dem gewohnten Muster ab.

Sie sollten sich nicht länger über Ihre aktuelle Situation grämen – sondern sich darauf freuen, dass Sie bald einen neuen Job haben, der Ihren Vorstellungen voll und ganz entspricht.

Wenn Ihnen die unerwarteten Aufgaben doch Spaß machen

Vielleicht sind Sie aber gar nicht so unglücklich über die veränderte Aufgabenstellung und Sie merken, dass der Job Ihnen sogar so viel mehr Spaß macht? Selbst dann sollten Sie das Gespräch mit dem Chef suchen. Bitten Sie darum, das veränderte Aufgabenfeld in Ihre Stellenbeschreibung aufzunehmen.

Wenn Sie später einmal weitere Verantwortung und Aufgaben übernehmen, wird Ihnen dies eine perfekte Argumentationshilfe für die nächste Beförderungsrunde bieten. Passen Sie unbedingt zusammen mit Ihrem Vorgesetzten auch Ihre Zielvereinbarung entsprechend an. Die ist wichtig für Ihre Karriereplanung und liefert Ihnen Argumente für die nächste Gehaltsverhandlung.

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Betonen Sie gegenüber Ihrem Vorgesetzten, dass Ihnen Ihre Aufgaben gefallen, aber dass Sie eine detaillierte Einweisung oder eine Fortbildung benötigen, um sie erfolgreich abzuwickeln. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ihr Engagement belohnt wird – und Sie wertvolle Fähigkeiten hinzugewinnen.

Machen Ihnen die Aufgaben zwar Spaß, aber Ihnen fehlen noch nötige Kenntnisse, ist es besonders wichtig, dass Sie mit Ihrem Chef darüber sprechen. Die Gefahr, dass Ihnen Fehler unterlaufen ist groß und könnten Ihre gute Bewertung gefährden.

Wurden Sie schon einmal im neuen Job enttäuscht? Wie sind Sie damit umgegangen - Schreiben Sie uns, gleich unten im Kommentarfeld oder an [email protected].

 

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