Arbeitsmarkt: Neue (und alte) Herausforderungen im Recruiting

Von Christina Holl on 3. Juli 2019

Für Personalexperten bleibt es auch in der zweiten Jahreshälfte 2019 spannend. Wer dachte, die größten Herausforderungen der Digitalisierung seien schon gemeistert, der irrt! Das Gegenteil ist der Fall: Die fortschreitende digitale Transformation sorgt weiter für einen disruptiven Arbeitsmarkt. Neben bekannten Baustellen zeichnen sich für Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half, zwei neue HR-Trends ab, die Personaler in diesem Jahr vor neue Herausforderungen im Recruiting stellen.

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Neue und alte Probleme sorgen für Herausforderungen im Recruiting

Für beinahe jeden zweiten Entscheider sind die verstärkte Spezialisierung und die steigenden Ansprüche an die Flexibilität die beiden großen Arbeitsmarkttrends, die ihr Unternehmen in diesem Jahr am stärksten beeinflussen. Das zeigt unsere aktuelle Arbeitsmarktstudie. 

Doch auch der anhaltende War for Talents gehört nach wie vor zu den großen Herausforderungen im Recruiting. Eine Entspannung der Lage ist meiner Einschätzung nach nicht in Sicht – im Gegenteil. Es droht ein noch größerer Fachkräftemangel, da die Babyboomer jetzt das Rentenalter erreichen.

Da überrascht es nicht, dass in diesem Jahr auch die alternde Belegschaft zu den Themen gehört, die Personalentscheider beschäftigen.  

Was wird 2019 wichtig? Die Top-5-Arbeitsmarkt-Trends 2019

Höherer Spezialisierungsgrad 49 %
Gestiegene Flexibilitätsanforderungen 49 %
Personalmangel / War for Talents 43 %
Alternde Belegschaft 41 %
Technologische Disruption 34 %

Quelle: Robert Half Arbeitsmarktstudie 2019; Befragte: 200 CFOs, 200 CIOs, 300 Personalverantwortliche

Neue Positionen: Digitale Spezialisten gefragt – nicht nur in der IT 

Die digitale Transformation sorgt nicht nur dafür, dass sich Mitarbeiter umstellen müssen und sich ihre Aufgaben teilweise radikal ändern. Es entstehen auch völlig neue Jobs durch den Wandel – oft mit einem hohen Spezialisierungsgrad. Andere, bereits existierende Rollen gewinnen künftig stark an Bedeutung.

Abzuschätzen, in welchem Umfang beides geschieht und rechtzeitig erforderliche Maßnahmen zu ergreifen, ist eine der großen, aktuellen Herausforderungen im Recruiting.

Neue Berufsbilder entstehen nicht nur in der IT. Der Wandel trifft nahezu alle Unternehmensbereiche. 

Welche neuen Berufe entstehen durch die Digitalisierung oder gewinnen an Bedeutung? (Top 3)

IT-Bereich Finanzwesen Kaufmännischer Bereich
Chief IoT Officer 32% Steuerexperte 29% E-Learning-Manager/ Digital-Learning-Manager

34%

Cloud Builder/ Cloud Computing Engineer 28% Risikomanager 29% Virtueller (persönlicher) Assistent 32%
Spezilaist für Infromationssicherheit/Security Strategist 28% Experten für strategische Planung 27% E-Commerce Experten/ Online-Shop-Manager 31%

Quelle: Robert Half Arbeitsmarktstudie 2019; Befragte: 702 Personalverantwortliche

Neue und (zu) alte Technologien

IT-Security, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und das Internet der Dinge (IoT) stehen bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Aus gutem Grund, denn wer sich neuen Entwicklungen verschließt, riskiert seine Wettbewerbsfähigkeit – und zwar auch am Arbeitsmarkt.

Veraltete Technologie gehört neben starken lokalen Wettbewerbern und einem zu langen Recruitingprozess zu den wichtigsten Gründen, warum manche Unternehmen im War for Talents ins Hintertreffen geraten. Hochqualifizierte Fachkräfte entscheiden sich lieber für Arbeitgeber, die technologisch auf der Höhe der Zeit sind.

Allein mit der Einführung neuer Technologien ist es allerdings längst nicht getan – zumindest nicht aus HR-Sicht. Um gute Mitarbeiter zu halten, müssen sie einfühlsam auf anstehende Veränderungen vorbereitet werden. Damit der Wandel gelingt, ist es meiner Einschätzung nach elementar, dass Unternehmen gegenüber der Belegschaft klar und offen kommunizieren, welche Änderungen auf sie zukommen und aufzeigen, welche Unterstützung sie erhalten.

Neue Anforderungen und (un)typische Skills

Auch wenn längst noch nicht alle Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt absehbar sind, so bin ich davon überzeugt, dass eine Welle von Veränderungen auf uns zukommt. Und die fordern von allen Mitarbeitern eine deutlich höhere Flexibilität im Beruf. Aufgaben brechen weg, neue kommen hinzu und ständig sind neue Anpassungen erforderlich. 

Eine logische Konsequenz der Digitalisierung ist, dass technisches Know-how oder zumindest technisches Verständnis in allen Bereichen zu den wichtigsten Qualifikationen gehört. Im Zuge der Transformation und der damit verbundenen zunehmenden Vernetzung von Teams sind kommunikative Fähigkeiten allerdings nahezu genauso bedeutsam. 

Dies gilt auch für Bereiche, in denen fachlich versierte Mitarbeiter bislang noch ohne große Kommunikationskompetenz gute Karrierechancen hatten.

Beispiel digitalisierte Buchhaltung:
Mit ihren Tools generieren Controller heute detaillierte Analysen und Prognosen, die eine wichtige Grundlage für unternehmerische Entscheidungen sind. Allerdings müssen sie dafür ihre Erkenntnisse nachvollziehbar und für die Entscheidungsträger verständlich aufbereiten können. 

Noch stärker wächst die Bedeutung von kommunikativen Skills in der IT. Im Zuge der Digitalisierung wurden vormals verstärkt reaktiv tätige Programmierer zu wichtigen Innovationstreibern, die mitunter erheblichen Einfluss auf künftige Ausrichtung ihres Unternehmens haben.

Das geschieht in engem Austausch mit der Führungsebene – klare Vermittlung ist hier Pflicht. Aber auch im Tagesgeschäft werden kommunikative Skills für ITler wichtiger. Nach der Implementierung neuer Technologien müssen diese beispielsweise vorgestellt und Mitarbeiter geschult werden.

 

Welche Herausforderung im Recruiting sehen Sie auf Ihr Unternehmen zukommen? Schreiben Sie mir, ich freue mich auf eine spannende Diskussion: [email protected]

Verlieren Sie aufgrund einer zu langen Time-to-hire immer wieder Top-Kandidaten an die Konkurrenz? Wir helfen Ihnen, das Problem in den Griff zu bekommen. Fordern Sie unseren kostenlosen Recruiting-Guide an. 

Als Personaldienstleister haben wir uns die Aufgabe gestellt, Sie bei Ihrer Personalsuche eingehend zu unterstützen. Unsere Expertise umfasst nicht nur Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Mitarbeiter, sondern auch nach dem richtigen Job, sowie Beratungen zu allen Stationen des Bewerbungsprozesses und darüber hinaus. Dafür stehen wir Ihnen in ganz Deutschland zur Verfügung; unter anderem bieten wir eine zuverlässige Personalsuche in Frankfurt und an weiteren Standorten an. Als Bewerber können Sie von uns eine persönliche, kostenfreie und individuelle Betreuung erwarten.

Bildquelle: © romankraft - Unsplash.com

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