Geheimnis gelüftet: So bekommen Sie einen Bonus zum Jahresende

Von Alenka Mladina 24. November 2015

Das Jahr verlief beruflich sehr gut - Sie haben mehr Verantwortung übernommen und Prozesse in Ihrer Abteilung effizienter gestaltet. Da muss doch nun am Jahresende ein Bonus drin sein. Doch das gelingt nur dann, wenn die Argumente stimmen – und Sie den Vorgesetzten überzeugen.

Auch Alexander Schmidt hat im Job 2015 einige Erfolge zu verzeichnen. Der Buchhalter hat zu Beginn des Jahres neue Aufgaben übernommen und verantwortet seit Januar die Lohnbuchhaltung. Seine Arbeit kann sich sehen lassen, aber kann er seinen Chef von einer Extrazahlung überzeugen?

Wer hat einen Bonus verdient?

Wenn das Jahr nicht nur für den Mitarbeiter gut verlief, sondern ebenso für das Unternehmen, stehen die Chancen auf einen Endjahresbonus gut. Auf Schmidts Arbeitgeber trifft das zu: Umsatz und Gewinn sind in den vergangenen 12 Monaten ansehnlich gewachsen. Das sind die besten Voraussetzungen, um über einen Bonus zu sprechen und gute Argumente dafür zu finden.

Die richtigen Argumente

Alexander Schmidt hat im vergangenen Jahr mehr geleistet als im Arbeitsvertrag gefordert. Dieses Argument ist im also sicher: Er hat nicht nur alle Aufgaben erledigt, sondern durch gezielte Maßnahmen für mehr Effizienz in seiner Abteilung gesorgt. Dadurch konnten interne Aufgaben schneller erledigt werden und es blieb auch noch Zeit, die Kollegen aus der Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung zu unterstützen.

Hätte er seine Ziele nicht erreicht, wären die Bonusverhandlungen sehr viel schwieriger. Er könnte sich allerdings überlegen, was er im nächsten Jahr verändern kann, um seine gesteckten Ziele zu erreichen.

Überzeugungsarbeit im direkten Gespräch

Doch wie soll Alexander Schmidt nun konkret vorgehen, um einen Bonus zu erhalten? Wichtig ist es, dass sein Chef über seine guten Leistungen Bescheid weiß - und dabei führt der beste Weg über ein Mitarbeitergespräch. Anstatt ihm seine Forderungen offen und direkt zu präsentieren, sollte Schmidt zunächst mit ihm zusammen seine Leistung aus dem vergangen Jahr bewerten.

Dabei liegt es am Mitarbeiter, seine Erfolge deutlich genug herauszustellen. Und deutlich heißt: So, dass sie der Chef schnell einordnen und gut nachvollziehen kann. Zahlen überzeugen am besten. So kann er beispielsweise darlegen, wie viel Zeit er durch Effizienzmaßnahmen gespart hat. Und ein weiterer Pluspunkt ist, wenn sich beispielsweise auch Alexander Schmidts Mitarbeiter positiv über seinen Führungsstil oder die Kollegen über die Zusammenarbeit äußern.

Wenn der Chef den Bonus ablehnt

Trotz guter Leistungen und eindrucksvollen Belegen ist es durchaus möglich, dass Anfragen nach einem finanziellen Bonus scheitern. Auch darauf sollten Mitarbeiter vorbereitet sein. Alexander Schmidt etwa hat Alternativen zu einem finanziellen Bonus parat: ein Zuschuss zum monatlichen ÖPNV-Ticket. Möglich sind auch Essensgutscheine, Zuschüsse zur Kinderbetreuung, zusätzliche Urlaubstage oder Tankgutscheine, die bis zu einer bestimmten Höhe sogar steuerfrei sind.

Wird auch das abgelehnt, sollte zumindest die Chance genutzt werden, ein persönliches Gespräch mit dem Vorgesetzten zu führen, um herauszufinden, warum die Zusatzzahlung abgelehnt wurde: Im besten Fall ergibt sich daraus detailliertes Feedback, das bei der Zielerreichung und Verhandlung im nächsten Jahr weiterhilft.

Erarbeiten Sie in diesem Gespräch gemeinsam mit dem Chef Ziele für das kommende Jahr. Wenn der Vorgesetzte dazu bereit ist, machen Sie Nägel mit Köpfen und vereinbaren Sie leistungsabhängige Boni.

Ein Gewinn ist nicht immer finanzieller Natur

Wichtig ist bei solchen Gespräche letztendlich nicht nur das kurzfristige Ziel (= der Bonus), sondern die langfristige Perspektive. Es gilt jedoch: Gute Leistungen sollten sich auszahlen, sonst bringen Mitarbeiter ihren Einsatz womöglich demnächst beim Wettbewerb. Ob ein Gehalt der branchenüblichen Bezahlung entspricht, verrät beispielsweise die Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half – damit haben Sie gute Argumente für das nächste Gespräch mit dem Vorgesetzten.

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