5 interessante Fakten zum Pokern ums Einstiegsgehalt

Von Alenka Mladina 5. Juni 2019

Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Das wusste schon der alte Goethe und verewigte diese Lebensweisheit in seinem "Faust I". Heute geht es weniger um das Edelmetall, sondern mehr ums Geld. Davon wollen Bewerber bei einem Jobwechsel immer öfter mehr, als ihnen der neue Arbeitgeber anfangs vorschlägt.

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Feilschen wird zum Normalfall 

“Über das Gehalt müssen wir aber nochmal reden.”
 

Diesen Satz hören Personaler nicht gern, aber immer öfter im entscheidenden Vorstellungsgespräch oder kurz danach. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Erhebung von Robert Half in 28 großen US-Städten. 

Für die Untersuchung wurden 2.700 Angestellte und 2.800 Führungskräfte befragt. Thema war die Gehaltsverhandlung im Zuge einer Neueinstellung in Unternehmen ab 20 Mitarbeitern. Dabei zeigte sich, dass Bewerber häufig die ursprüngliche finanzielle Offerte für verbesserungswürdig halten.

Hier die Ergebnisse im Detail:

1. Die meisten Chefs rechnen mit Nachverhandlungen

Kandidaten, die kurz vor dem Vertragsabschluss stehen, lassen sich heute gern bitten. Sie wissen natürlich um ihren Marktwert, der angesichts des Fachkräftemangels beträchtlich angestiegen ist. Und das wiederum wissen Recruiter und Abteilungsleiter. 

70% der Entscheider gehen deshalb davon aus, dass sie eine Unterschrift nur noch gegen ein aufgestocktes Angebot bekommen – obwohl Gehaltsverhandlungen für Mitarbeiter besonders anstrengend sind.

2. Bewerber verlangen häufiger Wechsel-Geld  

Die Chefetage unkt zu Recht: Mehr als die Hälfte (55%) der interviewten Angestellten gab zu, ihren Jobwechsel nicht nur mit Karrierechancen, sondern auch mit mehr Einkommen verbunden und entsprechend Gehalt nachverhandelt zu haben.

Das ist der Stand zum Umfragezeitpunkt im dritten Quartal 2018. Ein Jahr zuvor gaben sich aussichtsreiche Bewerber noch bescheidener. Damals pokerten 39% ums Wechsel-Geld.

3. Arbeitgeber werden kompromissbereiter 

Das große Selbstbewusstsein der Kandidaten trägt zählbare Früchte. So zeigten sich im Herbst 2018 immerhin 62% der Unternehmen zugänglicher für Verhandlungen über Kompensationen oder geldwerte Vorteile als im Vorjahreszeitraum.

4. Besonders Männer schachern ums Gehalt

Beim Feilschen saßen Personaler laut der jüngsten Umfrage vor allem mit einer Personengruppe am Tisch: Männer. 68% des starken Geschlechts forderte mehr Geld. Frauen waren da mit 45% deutlich zurückhaltender. 

5. Jüngere verhandeln öfter

Das Pochen auf mehr Einkommen ist aber nicht nur eine Frage des Geschlechts. Es kommt auch stark auf das Alter der Bewerber an. Am größten ist das finanzielle Interesse bei den Jüngeren. In der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen wollen mehr als zwei Drittel (65%) mehr herausschlagen, als die Ausschreibung eigentlich hergibt.

Im Alter zwischen 35 bis 54 Jahren schwächt sich die Verhandlungsbereitschaft auf 55% ab. Wer mindesten 55 Jahre alt ist, macht sich offenbar noch weniger Gedanken ums liebe Geld (38%).

 

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Sind sie mit ihrem Verdienst zufrieden? Was Sie – und Ihre Kollegen – in Ihrem Job erwarten können, erfahren Sie schnell online in der aktuellen Robert Half Gehaltsübersicht.

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Bildquelle: © mparzuchowski - Unsplash.com

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