Gehaltserhöhung abgelehnt – was jetzt?

Richtig reagieren wenn Sie keine Gehaltserhöhung bekommen

Das letzte Gehaltsgespräch ist leider nicht so gelaufen, wie Sie gehofft haben: Die gewünschte Lohnerhöhung blieb leider aus. Haben Sie die erste Enttäuschung dann überwunden, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie jetzt reagieren.

Denn Ihr Verhalten entscheidet darüber, wie es für Sie im Unternehmen weitergeht – und wann die gewünschte Gehaltserhöhung schließlich genehmigt wird.

Wie Sie am besten auf eine abgelehnte Gehaltsforderung reagieren

Wir haben deutsche Arbeitnehmer gefragt, wie sie auf abgelehnte Gehaltserhöhungen reagieren:

  • Über die Hälfte wartet auf das nächste Gespräch.
  • Ein Drittel bittet um andere Benefits, wie Zusatzleistungen, Fortbildungen oder strebt eine Beförderung an.
  • Knapp jeder Zehnte sucht nach einem neuen Job.

Robert Half hat gefragt: „Wie reagieren Sie, wenn Ihr Chef Ihre Bitte um eine Gehaltserhöhung ablehnt?“

Befragte

Büro-

angestellte

Auf das nächste Mitarbeitergespr&aumlch warten, um erneut um eine Gehaltserhöhung zu bitten

52 %

Um etwas anderes bitten (mehr Zusatzleistungen, Fortbildungen, andere Aufgaben im Unternehmen mit höherem Gehalt)

33 %

Einen neuen Job suchen​

11 %

Bei Freunden, Kollegen und/oder dem Partner beschweren​

2 %

Sonstiges/ Keine Reaktion​

3 %

Quelle: Robert Half, Jobstudie 2015, Befragte: 1.000 Büroangestellte in Deutschland, Beträge über 100 % aufgrund von Rundungen

 

Jede dieser Reaktionen hat ihre Berechtigung. Welche in Ihrer Situation die beste ist, hängt nämlich maßgeblich vom Ablehnungsgrund ab. Zunächst wollen wir Ihnen jedoch zeigen, wie Sie auf keinen Fall reagieren sollten.

Gehaltserhöhung abgelehnt: So dürfen Sie nicht reagieren

Es ist leichter gesagt als getan, aber: Vermeiden Sie emotionale Reaktionen. Weder der Wutausbruch noch die Rolle der beleidigten Leberwurst bringen Ihnen die gewünschte Gehaltserhöhung. Im Gegenteil: So verschlechtern Sie das Verhältnis zum Chef und damit Ihre Verhandlungsposition im nächsten Gespräch.

Keine gute Idee ist es, sich die verdiente Gehaltserhöhung anderweitig „zu beschaffen“. Zum Beispiel, indem Sie sich großzügig an der Materialausgabe bedienen, überpünktlich Feierabend machen oder die Anzahl privater Telefongespräche hochschrauben. So erreichen Sie höchstens eine Abmahnung oder sogar die Kündigung – und natürlich leidet Ihr Arbeitszeugnis darunter.

Stattdessen sollten Sie Ihren Chef nach den Gründen fragen, warum er Ihnen keine Gehaltserhöhung geben kann oder möchte. Wenn es Ihnen schwerfällt, im Gespräch die Ruhe zu bewahren, bitten Sie ihn um eine Unterbrechung oder vereinbaren Sie ein Anschlussgespräch. 

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Wie Sie die Gründe gegen eine Gehaltserhöhung entkräften

Werden Sie aktiv, anstatt den Dingen ihren Lauf zu lassen. Wenn der Chef die Gehaltserhöhung ablehnt, müssen Sie sich damit nicht abfinden. Arbeiten Sie daran, die Gründe gegen die Erhöhung zu beseitigen.

Hier sind drei der häufigsten Chef-Argumente gegen eine Gehaltserhöhung – und Tipps, wie Sie darauf richtig reagieren:

 

Chef-Argument 1: Der Mitarbeiter hat seit der letzten Erhöhung keine Weiterentwicklung gezeigt oder mehr Verantwortung übernommen

Wie Sie darauf richtig reagieren

Prüfen Sie zunächst: Haben Sie sich tatsächlich nicht weiterentwickelt? Oder haben Sie es lediglich versäumt, Ihren Chef auf die gestiegene Verantwortung und Ihre Erfolge aufmerksam zu machen? Arbeiten Sie an Ihrem Selbstmarketing. Wie das geht, verrät der nachfolgende Punkt 2.

Falls die Kritik Ihres Chefs berechtigt ist: Fragen Sie ihn, welche Leistungen er von Ihnen erwartet, um die Gehaltserhöhung zu rechtfertigen. Jetzt haben Sie ein klares Ziel, auf das Sie sich in den nächsten Monaten konzentrieren können.

 

Chef-Argument 2: Der Mitarbeiter ist schlecht vorbereitet und hat seine Leistungen nicht überzeugend dargelegt

Wie Sie darauf richtig reagieren

Gute Arbeit zu leisten, bringt nichts, wenn der Chef es nicht erfährt. Offensichtlich haben Sie hier ein Defizit. Erstellen Sie eine Liste Ihrer Erfolge seit der letzten Gehaltserhöhung. Haben Sie dem Unternehmen Zeit oder Geld gespart? Erfolge, die Sie mit Zahlen belegen können, sind besonders überzeugend.

Vergleichen Sie die Jobbeschreibung in Ihrem Arbeitsvertrag: Übernehmen Sie mittlerweile mehr Aufgaben oder hat sich Ihr Verantwortungsbereich erhöht? Das sind gute Argumente für eine Gehaltserhöhung, die Sie Ihrem Chef präsentieren sollten.

 

Chef-Argument 3: Das Unternehmen steckt in einem großen Veränderungsprozess oder steht kurz vor einer Übernahme

Wie Sie darauf richtig reagieren

Zeigen Sie Verständnis dafür, dass sich das Unternehmen in einer schwierigen Situation befindet. Machen Sie aber auch deutlich, dass das Gehalt von Ihrer Leistung abhängen sollte und nicht vom Zustand des Unternehmens. Fragen Sie, wann und unter welchen Umständen die erwartete Gehaltserhöhung möglich ist.

Für einzelne gute Leistungen gibt es selten eine Gehaltserhöhung, sondern maximal eine Bonuszahlung. Ein höheres Gehalt erwartet Sie hingegen bei konstant guten Leistungen – und wenn Sie Ihren Wert für die Firma in Zukunft weiter steigern.

Den besten Verhandlungserfolg haben sie daher, wenn Sie nicht nur betonen was Sie in der Vergangenheit geleistet haben. Sie sollten vor allem hervorheben, was Sie der Firma im nächsten Jahr bringen werden.

 

Wann Sie aufgrund einer abgelehnten Gehaltserhöhung den Job wechseln sollten

Etwa jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland kündigt, wenn der Chef seinen Gehaltsvorstellungen nicht nachkommt. Ob auch Sie in dem Fall kündigen sollten, hängt nicht von der Gehaltserhöhung ab, sondern von Ihrer Zukunftsperspektive und wie zufrieden Sie generell sind.

Fragen Sie sich deshalb:

  • Wie stehen die Aussichten, dass Sie mittelfristig das Gehalt bekommen, mit dem Sie zufrieden sind?
  • Wie sind Ihre Aufstiegschancen bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber?
  • Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit Ihren Aufgaben?

Wenn Sie zum jetzigen Zeitpunkt unzufrieden sind und keine kurzfristige Änderung erwarten, sollten Sie daher überlegen, ob sich das innerhalb des nächsten Jahres ändern wird. Ist auch langfristig keine Änderung in Sicht, ist es vermutlich Zeit für einen Jobwechsel

 

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