Ist das Gehalt noch Statussymbol im Job?

Von Alenka Mladina 16. Oktober 2019

Firmenwagen, Eckbüro – das waren früher die Statussymbole im Job. Wer heute mit materiellem Luxus protzt, wirkt schnell vorgestrig. Statt PS und teuren Anzügen zählen mittlerweile ganz andere Dinge. Welche Rolle das Gehalt dabei spielt, erfahren Sie hier.

Firmenwagen: Früher begehrt, heute vielen egal

Das Auto galt jahrzehntelang als “liebstes Kind der Deutschen”: je mehr PS, desto prestigeträchtiger. Natürlich auch beim Dienstwagen, der im Arbeitsleben lange Zeit eines der begehrtesten Statussymbole war. Das wird jedoch zunehmend differenzierter gesehen. 

Laut dem “Firmenwagenmonitor 2019” der Vergütungsberatung Compensation Partner fuhren im aktuellen Jahr rund 12 % der männlichen Fachkräfte und rund 49 % der männlichen Führungskräfte einen Dienstwagen. Bei den Frauen waren es 3,5 % (Fachkräfte) bzw. rund 29 % (Führungskräfte).

Vielfach stehen die Dienstfahrzeuge aber nicht nur als glänzendes Statussymbol auf dem Firmenparkplatz, sondern werden tatsächlich für die Arbeit benötigt: Sowohl bei den Fach- als auch bei den Führungskräften, die einen Firmenwagen nutzen, bilden Vertriebsprofis, die viel unterwegs sind, die größte Gruppe. 

Wer hingegen das Auto nicht zwingend für den Job braucht, legt oft auch keinen Wert mehr auf den Dienstwagen. In Zeiten von Nachhaltigkeits- und Klimaschutzbemühungen werden gerade in Großstädten andere Mobilitäts-Alternativen beliebter.

Auch ein Fahrrad oder E-Bike kann mit der richtigen Ausstattung zum Statussymbol werden. Und wenn schon Dienstwagen, dann möglichst sauber: Nicht mehr die PS-Zahl ist für viele entscheidend, sondern seine Umweltverträglichkeit. Bei Robert Half stellen wir beispielsweise aktuell alle Firmenwägen auf Hybrid um.

Das Auto als Statussymbol an sich dürfte künftig zudem weiter an Bedeutung verlieren. Das legt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Branchenverbands Bitkom aus dem Jahr 2019 nahe. Demzufolge sagen insgesamt 62 % der Deutschen: Ein eigenes Auto zu besitzen, ist kein Statussymbol mehr. In der jüngsten befragten Zielgruppe (16 bis 29 Jahre) sind sogar 70 % dieser Meinung. 

Markenkleidung: Früher ein Muss, heute schnell peinlich

Neben einem dicken Auto waren früher Markenkleidung und -accessoires ein klassisches Statussymbol im Job. Zugegeben, dahinter verbirgt sich teilweise auch der das Bestreben, den firmen- oder branchenüblichen Dresscode einzuhalten.

In einem Punkt ist man sich aber fast überall einig: Große Markenlogos wirken nicht edel und exklusiv, sondern vulgär. Sie zeigen, dass der Träger buchstäblich um jeden Preis beweisen möchte, was er hat.

Souverän wirkt hingegen, wer “zwischen den Zeilen” vermittelt: Ich habe es nicht nötig, mich jedem zu beweisen. 

Ein Statussymbol ist daher heute fair und nachhaltig produzierte Kleidung. Die ist ebenfalls nicht billig, verrät aber viel über die Haltung dessen, der sie trägt. Allerdings nur denjenigen, die sich faire Kleidung selbst leisten können. Marktschreierische Logos waren gestern: Heute definiert man sich über sogenannte “Stealth Luxury”, also heimlichen Luxus, den nur Eingeweihte erkennen. 

Das gilt auch fürs bereits erwähnte Fahrrad, mit dem sportliche und umweltbewusste Kollegen morgens anstelle des Dienstwagens vorfahren. Ist es von der richtigen (kostspieligen) Marke, wird es Insidern ein anerkennendes Kopfnicken entlocken. Für alle, die noch nach dem Firmenwagen lechzen, ist es einfach nur ein Fahrrad.

Smartphone und Co.: Früher revolutionär, heute Massenware

Und was ist mit andere Dingen, die früher als Statussymbol der Erfolgreichen galten? Viele sind heute schlicht und einfach Massenware. 

Beispiel Mobiltelefon: Wer in den 1990er Jahren sein Diensthandy zückte, stach aus der Menge hervor. Ihn umgab ganz automatisch die Aura des Wichtigen.

Und wer zehn Jahre später eines der ersten Smartphones oder Tablets besaß, wurde neidvoll angeschaut: Der Kollege war in technischer Hinsicht up to date und verdiente anscheinend auch das nötige Kleingeld, um sich solche Technik-Spielereien leisten zu können. 

Heute genügt ein Blick ins U-Bahn-Abteil auf dem Weg zur Arbeit: Fast jeder Mitfahrer zwischen 10 und 65 Jahren sitzt über sein Smartphone gebeugt, das jeweils neueste Modell scheint schon für Schüler zur Standard-Ausstattung zu gehören. Entsprechend entlockt das aktuelle Smartphone auf dem Meetingtisch den Kollegen nicht mal mehr einen interessierten Seitenblick.

Tolles Büro – oder doch lieber Home Office?

Die interne Rangordnung und der Status des Einzelnen innerhalb der Firma definiert sich aber nicht nur über Dinge. Auch die Verteilung der Büros sagt viel darüber aus.

Der Chef residiert im geräumigen Eckbüro mit Panorama-Blick und nicht in der düsteren Abstellkammer – das war immer so und daran wird sich wohl auch zukünftig kaum etwas ändern. Zumindest nicht dort, wo Präsenzpflicht am Arbeitsplatz herrscht und Home Office keine Option ist.

Genau das wünschen sich Arbeitnehmer aber zunehmend. Zeitliche Flexibilität und die Möglichkeit, Job und Familie miteinander zu vereinbaren, sind vielen wichtiger als das repräsentative Büro.

Die Möglichkeit, aus dem Home Office arbeiten zu können, zählt zu den begehrtesten Benefits.  Eine weitere repräsentative Bitkom-Umfrage offenbart, dass Arbeitgeber diesem Wunsch zunehmend entsprechen: Gaben 2014 noch 22 % der befragten Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten, waren es 2018 schon 39 %. 

Unbezahlbare Statussymbole: Zeit ist wichtiger als materielle Güter

Zeit ist ohnehin eines der wichtigsten Statussymbole geworden. Heutzutage gilt nicht mehr der als erfolgreich, der auch während der Grillparty am Wochenende hektische geschäftliche Telefonate führt. Vielmehr beeindruckt sein Banknachbar, der statt des Diensthandys lieber stolz seinen Sohn präsentiert und Zeit mit ihm verbringt. 

Auch das hat wieder mit Souveränität zu tun. Wer sich trotz eines ausgefüllten Berufslebens Zeit für Privates nehmen kann, hat im Job meist schon so viel erreicht, dass er sich nicht mehr ständig durch Emsigkeit beweisen muss. Stattdessen kann er auch mal delegieren.

Und wer Zeit hat, kann sich auch persönlich weiterentwickeln – getreu der modernen Devise: Sein statt Haben.

Ist das Gehalt noch ein Statussymbol?

Statussymbole sind das eine – der notwendige finanzielle Unterbau ist das andere. Was natürlich nicht heißt, dass Geld heute verzichtbarer wäre als früher.

Wer offen mit seinem Gehalt prahlt, sich einen Sportwagen oder eine teure Uhr kauft, zeigt sehr direkt, dass er gut verdient. Und eckt damit vermutlich bei vielen Mitmenschen an.

Aber auch faire Kleidung und das gute Fahrrad – also Dinge, die für Nachhaltigkeit stehen und mit einem positiven Image behaftet sind, – gibt es nicht zum Discount-Preis. 

So bleibt das Gehalt also auch immer ein indirektes Statussymbol. Neu ist aber, dass heute differenzierter entschieden wird, was man sich davon leistet und innerhalb welcher Gruppe man seinen Status definiert. 

Wie wichtig sind Ihnen Statussymbole? Schreiben Sie uns: [email protected].

 

Bildquelle: © Sergey Nivens - Fotolia.com

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