IT-Fachkräfte verzweifelt gesucht: Diese Positionen sind besonders schwer zu besetzen

Von Alenka Mladina 19. Februar 2019

Vor allem in der IT ist beim Fachkräftemangel kein Ende in Sicht. Ganz im Gegenteil: In diesem hochdynamischen Bereich ändern sich die Anforderungen so rasant, dass jetzt teilweise schon wieder völlig andere Experten gefragt sind als in der jüngsten Vergangenheit. Erfahren Sie hier, welche Positionen 2019 besonders nachgefragt werden und wie Sie dennoch passende IT-Experten finden. 

IT-Fachkräftemangel: Status Quo und Quo vadis?

Wer die Hoffnung hegte, die Spitze der Fahnenstange sei beim Fachkräftemangel allmählich erreicht, wird derzeit eines Besseren belehrt. Das gilt nach wie vor besonders für IT-Positionen.

In einer aktuellen Robert-Half-Umfrage im Zeitraum von Dezember 2018 bis Januar 2019 gaben knapp 70 % der befragten CIOs an, dass es für sie schwieriger geworden sei, qualifizierte IT-Experten zu finden als vor fünf Jahren. 

Eine signifikante Verbesserung der Situation in absehbarer Zeit erwarten die wenigsten. Im Gegenteil: Jeder dritte Befragte geht davon aus, dass es in den kommenden fünf Jahren noch erheblich schwieriger wird, den Fachkräftebedarf zu decken.

Weitere 37 % sind der Meinung, dass es zumindest etwas schwieriger werden wird, passende IT-Fachkräfte zu finden. Der Trend ist also eindeutig: Sieben von zehn CIOs blicken hinsichtlich der Personalbeschaffung pessimistisch in die Zukunft.

Fachkräftebedarf: Diese IT-Positionen werden 2019 besonders gesucht

Auffällig dabei: Der Fachkräftebedarf entwickelt sich ähnlich so dynamisch wie die Technologien selbst. Gehörten bis vor kurzem noch Software-Entwickler zu den gesuchtesten IT-Fachkräfte, wandelt sich das Bild in Zeiten von Big Data und Cloud Computing.

Wenngleich der Bedarf an Software-Entwicklern weiterhin hoch ist: Eine von LinkedIn durchgeführte Auswertung zeigt, dass der Software Engineer im Handel, im Dienstleistungssektor sowie im Bereich Bildung, Verwaltung und Non-Profit noch immer das am häufigsten rekrutierte Profil ist.

Besonders schwierig zu besetzen sind allerdings andere IT-Positionen. Besonders im Bereich IT-Security haben CIOs Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Das gilt erstaunlicherweise vor allem für Großunternehmen: Davon haben drei Viertel die größten Schwierigkeiten bei der Suche noch IT-Security-Experten. Bei Kleinunternehmen ist es nur jede zweite Firma.

Neue Technologien erfordern neue Experten. Und die sind oft noch rar gesät – und deshalb schwer zu finden. Das zeigt die folgende Tabelle der begehrtesten IT-Fachkräfte.

In diesen Bereichen sind qualifizierte IT-Experten für CIOs besonders schwierig zu finden

1. IT-Security 62 %
2. Cloud Technologie 38 %
3. Digitalisierung 35 %
4.  IT Audit 29 %
5. Software Entwicklung 27 %
6. Business Intelligence 25 %
7.  Data Management/ Datenbank Management 24 %
8. Anwendungsentwicklung 20 %
9.  Systemadministration 19 %
10. Netzwerke 18 %

Quelle: Robert Half, Datenbasis 200 CIOs, Mehrfachnennungen möglich

Für Sie als Personaler bedeutet das: Bei der Suche nach IT-Fachkräften für IT-Security, Cloud Technologie und Digitalisierung erwartet Sie der schärfste Wettbewerb. Stellen Sie sich darauf ein; planen Sie langfristig und definieren Sie Ihre Anforderungen möglichst genau.

Skills: Anforderungen an IT-Fachkräfte steigen

Ein Faktor, der es erheblich erschwert, geeignete IT-Experten zu finden sind die gestiegenen Ansprüche. Sogar für stark nachgefragte IT-Spezialisten reichen gute fachliche Qualifikationen schon heute nicht mehr aus.

Diese Experten müssen auch strategisch denken können und gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringen. Solche Soft Skills werden in der IT in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen.

Wir gehen davon aus, dass IT-Fachkräfte in den nächsten Jahren vor allem folgende Fähigkeiten brauchen:

  • Strategisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Belastbarkeit
  • Zusammenarbeit/Teamfähigkeit
  • Anpassungsfähigkeit
  • Wissbegierde
  • Emotionale Intelligenz

Lösungsansätze: Passende IT-Experten finden

Um den Fachkräftebedarf in diesem harten War for Talents zu decken, kann es helfen, die eigene Recruiting-Strategie zu anzupassen. Da die raren Experten in den meisten Fällen wohl bereits bei der Konkurrenz unter Vertrag stehen dürften, kann Active Sourcingeine geeignete Methode sein.

Bei dringendem, zeitkritischen Personalbedarf bietet sich der Einsatz von IT-Freelancern an.

Unter Umständen ist dies sogar eine bessere Option als nach einem geeigneten Kandidaten in Festanstellung zu suchen – nämlich dann, wenn die Qualifikationen nur temporär benötigt werden. Das kann zum Beispiel beim Aufsetzen und der Implementierung neuer Systeme der Fall sein.

Eine dritte Möglichkeit ist es, die Ansprüche an den zukünftigen Mitarbeiter herunterzuschrauben und ihn on-the-job zum gewünschten Experten aufzubauen.

Dies bedeutet natürlich einen gewissen Invest von Unternehmensseite. Gerade bei noch relativ jungen Positionen, für die es nur wenige Experten mit entsprechenden Qualifikationen gibt, kann sich dieses Vorgehen jedoch auf lange Sicht rechnen.

So zeigt eine Auswertung von LinkedIn beispielsweise, dass viele der begehrten Data Scientists vor fünf Jahren noch als Researcher oder Research Assistant tätig waren. Wenn die Grundlagen stimmen, ist ein solches „Upskilling“ offenbar oft erfolgreich.

Für ein Upskilling fehlt Ihnen die Zeit und Sie benötigen umgehend Unterstützung im Team? Wir helfen Ihnen, qualifizierte IT-Experten zu finden:

 

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Bildquelle: © Robert Half

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