Finanzprofi gesucht?! Diese 10 Fragen sollten Personaler im Vorstellungsgespräch stellen

Von Alenka Mladina 21. April 2017

Im Bewerbungsgespräch haben Sie als Führungskraft eine verantwortungsvolle Aufgabe: Aus vielen qualifizierten Bewerber wählen Sie den Finanzprofi aus, der sich am besten für die ausgeschriebene Position eignet.

Neben dem Fachwissen sind die sozialen Kompetenzen des Jobanwärters entscheidend. Gezielte Fragen helfen Ihnen, schnell den perfekten Kandidaten aus dem Bereich Finanz- und Bilanzbuchhaltung zu identifizieren.

Grundlage für ein gutes Vorstellungsgespräch schaffen mit Small Talk

Bestimmt erinnern auch Sie sich noch gut an Ihr eigenes Vorstellungsgespräch und wie nervös Sie waren? Für eine entspannte Atmosphäre von Anfang an helfen daher ein paar Minuten Small Talk - zum Beispiel über die Anreise oder das Wetter. Oft legt sich dabei schon die größte Nervosität beim Kandidaten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um ihn oder sie in der Kürze der Zeit richtig einschätzen zu können.

Direkt im Anschluss sollten Sie auch schon mit dem eigentlichen Vorstellungsgespräch loslegen. Als Einstieg können Sie zwischen zwei Optionen wählen: Entweder Sie bitten den Bewerber, seinen Lebenslauf nochmals kurz in eigenen Worten vorzustellen.

Oder aber Sie beginnen und erzählen zunächst etwas mehr über das Unternehmen und die offene Position. Wiederholen Sie dabei nicht nur das, was bereits in der Stellenanzeige steht. Für den Bewerber ist zum Beispiel äußerst interessant, wie groß das Team sein wird und an wen er berichten soll.

Nach dieser ersten Vorstellungsrunde ist der Zeitpunkt gekommen, die Erfahrungen und Fähigkeiten des Bewerbers mit gezielten Fragen wie den folgenden bewährten Fragen zu prüfen. Denken Sie jedoch daran, dass sich manche Fragen eher für Berufseinsteiger und andere eher für Führungskräfte eignen.

Zehn effektive Fragen für ein Vorstellungsgespräch mit Bilanzbuchhaltern, Controllern & Co.

Was ist der Unterschied zwischen Kreditoren und Debitoren?

Mit dieser Frage klopfen Sie absolutes Grundlagenwissen im Bereich Finanz- und Bilanzbuchhaltung ab. Deshalb ist sie vor allem für Berufseinsteiger gut geeignet. Beobachten Sie die Mimik und Gestik des Bewerbers, während er antwortet. So stellen Sie fest, wie sicher er sich auf diesem Gebiet fühlt.

Wie erklären Sie einem fachfremden Mitarbeiter aus einer anderen Abteilung die doppelte Buchführung?

Das ist ebenfalls eine faire Einstiegsfrage. Kandidaten, die eine Ausbildung absolviert oder bereits Berufserfahrung haben, können die doppelte Buchführung in wenigen Sätzen erläutern. Achten Sie darauf, wie verständlich der Bewerber die Zusammenhänge erklärt.

Mit welcher Buchhaltungssoftware haben Sie bis jetzt gearbeitet? Was sind Ihrer Meinung nach die Vor- und Nachteile dieser Software?

Damit geben Sie dem Bewerber die Möglichkeit, über seine bisherigen Berufserfahrungen zu berichten und seine eigene Meinung zu vertreten. Das gibt Ihnen einen Hinweis darauf, ob er mit einer Einstiegsposition über- oder unterfordert ist.

Wie gehen Sie vor, wenn Ihnen Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung auffallen?

Zugegeben, die Frage ist ein bisschen gemein. Beobachten Sie, wie Ihr Gesprächspartner reagiert. Bleibt er ruhig und gelassen, behält er vermutlich auch in stressigen Situationen im Berufsalltag einen kühlen Kopf.

Was tun Sie, um Fehler in Ihrem Job zu vermeiden?

Mit dieser Frage klopfen Sie zwar kein Fachwissen, dafür aber die Kreativität Ihres Bewerbers ab: Ein erfahrener Kandidat  antwortet souverän und berichtet aus seinem Erfahrungsschatz. So nutzt er neben gängigen Kontrollmechanismen und Tools vielleicht eigene Tricks, um konzentriert zu arbeiten, wenn um ihn herum das Chaos ausbricht.

Was verstehen Sie unter dem Begriff „Big Data“ und warum ist er wichtig für die Finanz- und Bilanzbuchhaltung?

Mit dieser Frage finden Sie heraus, ob der Bewerber aktuelle Entwicklungen in seiner Branche verfolgt und Veränderungen gegenüber offen und aufgeschlossen ist.

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Was Arbeitgeber bieten müssen, um für Bewerber und Mitarbeiter attraktiv zu sein, verrät unsere kostenlose Studie "Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter."

Wie gehen Sie mit Beanstandungen in Bezug auf Rechnungsposten um? Was tun Sie, wenn ein Kunde nicht bezahlen kann oder möchte?

Ebenso wichtig wie Fachwissen und IT-Kenntnisse ist für Finanz- oder Bilanzbuchhalter ein geschickter Umgang mit Kunden. Ein geeigneter Kandidat kennt die rechtliche Grundlage und ist in der Kommunikation mit dem Kunden diplomatisch und höflich, aber bestimmt.

Ein Privatunternehmen, das gerade so schwarze Zahlen schreibt, erhält eine zehn Millionen Euro Investition. Wie würden Sie eine Strategie entwickeln, um das Geld auszugeben oder zu investieren?

Stellen Sie diese Frage im Vorstellungsgespräch auch dann, wenn solche Entscheidungen nicht in den Verantwortungsbereich der ausgeschriebenen Position fallen. So erfahren Sie, ob der Bewerber die Fähigkeit mitbringt, sich in eine bestimmte Situation hineinzudenken und nach einer Lösung zu suchen. Wie er an die Sache rangeht, zeigt Ihnen, ob seine Denkweise zu Ihrer Unternehmenskultur passt.

Beschreiben Sie bitte anhand einer Situation aus Ihrem Berufsleben, wie Sie eine strategische Analyse durchführen und Ihre Entscheidungen treffen.

Nutzen Sie diese Frage, um mehr über die Arbeitsweise des Bewerbers herauszufinden. Achten Sie dabei nicht nur auf die analytischen Fähigkeiten, sondern auch darauf, inwieweit der Kandidat andere in die Entscheidungsfindung mit einbezieht. Das spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn der Jobanwärter später eng mit Kollegen zusammenarbeiten oder sogar führen muss.

Welche Herausforderungen sehen Sie, wenn Sie ein Projekt leiten? Wie gehen Sie damit um?

Das ist eine Frage für angehende Führungskräfte. Die Antwort verrät Ihnen viel darüber, wie der Kandidat ein Team leitet.

Anhand dieser Fragen stellen Sie schon im ersten Vorstellungsgespräch fest, ob der Kandidat in die nächste Runde kommen sollte. Eines sollten Sie aber auf keinen Fall vergessen: Nicht nur Sie möchten sehr viel über den Bewerber herausfinden. Auch der Bewerber möchte das Vorstellungsgespräch nutzen, um für sich zu prüfen, ob das der richtige Job und Sie der richtige Arbeitgeber sind.

Lesen Sie übrigens hier, wie andere Arbeitgeber gegengesteuert haben, wenn sie befürchten mussten, der ideale Bewerber springt doch noch ab.

Sie kennen weitere Fragen, die im Vorstellungsgespräch nicht fehlen dürfen? Schreiben Sie uns bitte, wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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