Filmreife Konkurrenz: Heldenkämpfe am Schreibtisch

Von Alenka Mladina 18. März 2016

Kleine Konkurrenzkämpfe am Arbeitsplatz sind durchaus normal. Häufig sorgen sie sogar für das Quäntchen Extra-Motivation, das Büro-Helden noch erfolgreicher macht. Schädlich wird es jedoch, wenn die Konkurrenz unter Kollegen eskaliert.

Batman kämpft gegen Superman? Auch wenn die neue Comic-Verfilmung schon vor Jahren angekündigt wurde, wundern sich immer noch viele Kinobesucher: Wie kann es sein, dass sich zwei der größten Comic-Helden plötzlich auf der Leinwand bekämpfen? Sie sind doch eigentlich so etwas wie Kollegen. Sollten Sie nicht zusammenarbeiten?

Der Zankapfel der Büro-Helden

​So weit ist das Leinwand-Szenario gar nicht hergeholt. Auch im Büroalltag arbeiten Batman und Superman häufiger gegeneinander als man zunächst denkt. Anlässe für diese Konkurrenz unter Kollegen sind paradoxerweise meist gemeinsame Ziele:

  • Demnächst wird ein spannendes Projekt vergeben. Natürlich würden sowohl Batman als auch Superman es gern übernehmen. Aber wie das manchmal im Leben eines Helden ist: Es kann nur einen Gewinner im Konkurrenzkampf unter Kollegen geben.
  • Wer will schon sein Leben lang einfacher Superheld bleiben, wenn er stattdessen sein eigenes Team von Superhelden leiten könnte. Wie verlockend, dass gerade ein Posten frei wird. Und schon bringen sich unsere Helden in Stellung.
  • Held sein ist ja gut und recht, aber die Miete will auch bezahlt werden. Da käme der Quartalsbonus oder ein höheres Gehalt für den besten Mitarbeiter gerade recht. Doch dafür muss Superman erst einmal Batman hinter sich lassen.

All diese Gründe sind eine legitime Motivation für unsere beiden Superhelden, ihr Bestes zu geben. Gleichzeitig bewegen sie sich aber auch auf einem schmalen Grat: Um selbst erfolgreich zu sein, konkurrieren Sie gegen die Kollegen. Gar nicht so einfach, dabei das richtige Maß einzuhalten.

Zu viel Eifer: Wann Büro-Helden über die Stränge schlagen

​In einer Konkurrenzsituation haben die Helden nur die Belohnung im Blick. Mit der Zeit werden sie immer immer verbissener - und merken dabei gar nicht, dass sie sich in etwas verrannt haben:

  • Ganz auf den Bonus fixiert vergleicht Batman seine Arbeit ständig mit Superman: Ist er engagierter als er? Hat er größere Erfolge zu verzeichnen? Ob er seinem Unternehmen hilft, spielt keine Rolle mehr - Hauptsache er lässt Superman hinter sich.
  • Superman hat mit seiner Abteilung einen großen Erfolg eingefahren. Aber er kann sich nicht darüber freuen, weil Batman der Initiator des Projekts ist. Stattdessen denkt er schon darüber nach, wie er Batman beim nächsten Mal ausstechen kann.
  • Batman hat vom Chef wichtige Informationen bekommen, die er an alle Kollegen weitergeben soll. Aber würde er Superman damit nicht helfen? Also entscheidet er sich anders: Er gibt nur einen Teil der Informationen weiter. Soll Superman mal sehen, wie er damit klarkommt. Anders herum würde der ihm bestimmt auch nicht helfen.
  • Superman hat das Gefühl, dass er mit guter Leistung allein nicht mehr weiterkommt. “Dieser Batman spielt doch auch nicht fair”, denkt er sich und überlegt sich, wie er den lästigen Konkurrenten ausbremsen könnte: Er könnte seine PC-Maus verstecken. Das hält Batman sicher für eine Weile beschäftigt.

Helden-Therapie: Konkurrenzkämpfe in 5 Schritten ein für alle Mal beendet

Da haben sich unsere Büro-Helden ja ganz schön was erlaubt. Hoffentlich lassen es die beiden nicht wirklich soweit kommen, bevor sie etwas gegen ihr ungesundes Konkurrenzverhalten unternehmen. Aus der verzwickten Situation können die beiden nämlich auf 5 absolut erfolgsversprechenden Wegen ausbrechen:

  • Selbstkritik üben: Die eingefahrene Konkurrenzsituation unserer Helden hat ihren Fokus komplett verschoben. Inzwischen geht es ihnen nur noch darum, den anderen auszustechen. Ihre eigentlichen Ziele haben sie inzwischen aus den Augen verloren. Höchste Zeit, dass Sie sich wieder darauf besinnen: Wenn Superman tatsächlich befördert werden will, sollte er sich darauf konzentrieren, wie er seine Teamfähigkeit verbessern kann. Schließlich will er später ein ganzes Team leiten - und muss dann auch mit Batman als Mitarbeiter auskommen.
  • Aufeinander zugehen: Nachdem ihnen ihre eigenen Ziele wieder bewusst sind, sollten unsere Helden den Zwist in einem Gespräch beilegen. Es ist nicht nötig, dass sie sich von ihren Zielen erzählen. Aber sie sollten zumindest alle Querelen beilegen und im Sinne der übergeordneten Unternehmensziele zusammenarbeiten.
  • Den Teamgeist wecken: Eigentlich haben Batman und Superman gar nichts gegeneinander. Tatsächlich haben sie einige Gemeinsamkeiten. Wenn sie sich gegenseitig besser kennen würden, kämen sie bestimmt auch im Büro-Alltag besser miteinander klar. Sie sollten einfach mal zusammen Mittagessen gehen oder sich nach der Arbeit zum Bowling verabreden. Vielleicht wird daraus sogar ein festes Ritual, dass die Zusammenarbeit dauerhaft verbessert
  • Mit dem Chef sprechen: Haben auch die Gespräche miteinander nicht geholfen, müssen unsere Helden das Problem eine Etage höher tragen. Es mag zunächst unangenehm erscheinen, aber wenn Batman partout nicht einlenken will, hat Superman keine andere Möglichkeit. Bei eingefahrenen Konkurrenzdenken unter Kollegen muss manchmal der Chef ein Machtwort sprechen.
  • Aussteigen: Hilft auch die Intervention durch den Chef nicht, sollten unsere Helden ernsthaft überlegen, ob sie sich in einem anderen Arbeitsumfeld nicht wohler fühlen. Schließlich schlägt eine angespannte Situation langfristig nicht nur auf das Gemüt, sondern auch auf die Gesundheit. Und ganz ehrlich: Jemand mit ihren Fähigkeiten findet bei dem aktuellen Angebot an Jobs bestimmt schnell eine neue Herausforderung.

Top-Fachkräfte wie Batman und Superman sollten sich nicht gegenseitig bekämpfen. Auf der Kinoleinwand mag es unterhaltsam sein, im Berufsalltag hält das nur auf: die Abteilung, das Unternehmen - und auch die Karriere unserer Büro-Helden. Wenn es Ihnen ähnlich geht, nehmen Sie sich den 5-Punkte-Plan doch mal zu Herzen - wäre doch schade, wenn Sie Ihre Superkräfte im Konkurrenzkampf vergeuden.

Gibt es auch bei Ihnen Konkurrenz unter Kollegen? Wie gehen Sie damit um? Schreiben Sie uns, gleich unten im Kommentarfeld oder an [email protected]

 

Das könnte Sie auch interessieren