Fehler beim Bewerbungsgespräch: 11 No-Gos, die Sie vermeiden sollten

Von Alenka Mladina 11. Juli 2017

Keine Frage: Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind, haben Sie mit Ihrem Anschreiben voll ins Schwarze getroffen. Nun gilt es, den guten Eindruck auszubauen. Fehler beim Bewerbungsgespräch machen Ihnen dabei einen Strich durch die Rechnung. Diese No-Gos sollten Sie umschiffen.

1. Den ersten Eindruck vermasseln

Die Chance auf den Job kann manchmal schon verloren sein, bevor das Gespräch begonnen hat. Wenn Sie im Fahrstuhl direkt das Gespräch der potenziellen Kollegen an sich reißen oder die Sekretärin unhöflich behandeln, befördern Sie sich unter Umständen direkt ins Aus – selbst wenn Ihre Qualifikationen überzeugen. Einer der wichtigsten Tipps für das Vorstellungsgespräch ist deshalb: Behandeln Sie alle Personen, mit denen Sie vor und beim Bewerbungsgespräch zu tun haben, freundlich und respektvoll. So zeigen Sie, dass Sie gut in die Belegschaft passen.

2. Zu spät kommen – oder zu früh da sein

Pünktlichkeit sollte selbstverständlich sein, wenn Sie sich um einen neuen Job bemühen. Ein großer Fehler beim Bewerbungsgespräch ist es deshalb, zu spät aufzutauchen. Fadenscheinige Ausreden wie „Mein Bus hatte Verspätung“ bringen Sie nicht weiter. Schließlich kann der potenzielle Arbeitgeber von Ihnen erwarten, dass Sie genug Zeit für den Weg einplanen. Den Tagesablauf des Ansprechpartners durch Unpünktlichkeit durcheinander zu bringen, ist ein denkbar schlechter Start. Schon eine halbe Stunde vorher zu klingeln wäre allerdings zu viel des Guten. Wer weiß: Vielleicht unterbrechen sie mit Ihrem Überraschungsauftritt ein laufendes Gespräch. Wer zu früh ist, geht besser noch eine Runde um den Block. Informieren Sie sich vorher mithilfe eines Routenplaners wie Google Maps, wie lange Sie für den Weg brauchen – und planen Sie noch einen Puffer ein.

3. Im Vorstellungsgespräch die falsche Kleidung wählen

Welches Outfit im Bewerbungsgespräch das richtige ist, hängt natürlich stark vom Unternehmen ab. Während Anzug beziehungsweise Rock mit Bluse und Blazer in einer Bank genau richtig sind, wirkt diese Kleidung beim Vorstellungsgespräch in einem lockeren Start-up fehl am Platz. Das Outfit soll zeigen, dass Sie gut in die Firma passen. Im Idealfall können Sie sich auf der Internetseite vorab ein Bild davon machen, wie die Unternehmenskultur und der Dresscode sind. Im Zweifelsfall kleiden Sie sich lieber etwas besser als die potenziellen Kollegen in ihrem Arbeitsalltag. Das wird Ihnen eher nachgesehen als ein zu saloppes Outfit. Schließlich handelt es sich für Sie um einen besonderen Termin.

4. Mit Mimik und Gestik irritieren

Verschränkte Arme, übertriebenes Gestikulieren oder kein Blickkontakt – all das kann Ihr Gegenüber stören und Sie verschlossen, hektisch oder sehr schüchtern wirken lassen. Achten Sie von Anfang an auf eine aufrechte und offene Körperhaltung und schauen Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen. Unterstreichen Sie Ihre Aussagen mit sparsamen, passenden Gesten und hören Sie aufmerksam zu. Gelangweilt den Blick schweifen zu lassen, gehört ebenfalls zu den No-Gos im Vorstellungsgespräch.

5. Die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch vernachlässigen

Bei der Frage, was Sie an der ausgeschriebenen Stelle reizt, kommen Sie ins Stottern. Oder Sie selbst stellen eine Frage, die ein Blick auf die Website der Firma schnell beantwortet hätte. Schlechte Vorbereitung ist ein großer Fehler beim Bewerbungsgespräch. Machen Sie sich also rechtzeitig Gedanken, was Sie erwarten könnte, und legen Sie sich Antworten zurecht. Die Antworten auf typische Bewerbungsfragen, zum Beispiel nach Ihren Stärken und Schwächen, sollten Sie ohne Zögern beantworten können. Auch auf fachliche Fragen zu Ihrem Bereich sollten Sie vorbereitet sein. Ein Probegespräch mit einem Freund oder dem Partner kann helfen, Nervosität abzubauen.

Tipps fürs Vorstellungsgespräch

6. Unehrlich sein – ein Fehler beim Bewerbungsgespräch

Natürlich wollen Sie sich im Bewerbungsgespräch möglichst gut darstellen. Qualifikationen zu erfinden oder eine Lücke im Lebenslauf zu verheimlichen, ist dabei aber nicht der richtige Weg. Früher oder später kommt die Wahrheit ans Licht – der Arbeitgeber ist enttäuscht und Sie haben sein Vertrauen verspielt. Ihren Arbeitsalltag wird das sicherlich nicht angenehmer machen. Besonders ungünstig wäre es, sich in offensichtliche Lügen zu verstricken. Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch sieht anders aus.

7. Zu viel oder zu wenig reden

Weder einsilbige Antworten noch ein übertriebener Redeschwall überzeugen den Personaler oder den potenziellen Chef. Unpassendes Kommunikationsverhalten ist also ein weiterer Fehler beim Bewerbungsgespräch. Finden Sie das richtige Maß und kommen Sie bei Ihren Ausführungen schnell auf den Punkt. Diese Fähigkeit brauchen Sie meistens auch im späteren Berufsalltag.

8. Zu bescheiden auftreten

„Damit habe ich noch keine Erfahrung“, „Ich habe dabei bisher nur ausgeholfen“ oder „Diese Aufgabe könnte mich überfordern“ – mit solchen Aussagen werden Sie nicht überzeugen. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel. Die anderen Bewerber tun es auch nicht. Natürlich sollen Sie keine Lügen erzählen, aber falsche Bescheidenheit bringt Sie nicht weiter. Sagen Sie zum Beispiel lieber, dass Sie eine neue Aufgabe als Herausforderung empfinden und große Lust darauf haben.

9. Über den Ex-Arbeitgeber lästern

Negative Kommentare über den ehemaligen oder Noch-Arbeitgeber sind schlechter Stil und gefährden ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch. Schließlich muss das Gegenüber davon ausgehen, dass Sie später auch über ihn so sprechen könnten. Vermeiden Sie also Aussagen wie „Mein früherer Chef war völlig inkompetent und das Arbeitsklima richtig mies.“ Auch Betriebsgeheimnisse aus der alten Firma sind ein absolutes Tabu. Sie sollten auf keinen Fall versuchen, sich damit anzubiedern.

10. Keine oder die falschen Fragen stellen

Wer keine eigenen Fragen parat hat, macht einen großen Fehler beim Bewerbungsgespräch. Er wirkt nämlich uninteressiert. Natürlich kann es passieren, dass die Punkte, die Sie vorbereitet haben, sich bereits im Gespräch klären. Dann sollten Sie aber zumindest eine vertiefende Frage stellen, zum Beispiel zum Arbeitsalltag, der Sie im Unternehmen erwarten würde. Wer nur nach Gehalt und Urlaubstagen fragt, wirkt nicht besonders motiviert.

11. Die Verabschiedung in den Sand setzen

Das Vorstellungsgespräch ist eigentlich gut gelaufen, aber dann huschen Sie eilig aus dem Raum oder drängen den potenziellen Arbeitgeber unhöflich zu einer schnellen Rückmeldung – das sind weitere Fehler beim Bewerbungsgespräch. Bedanken Sie sich stattdessen für die Einladung und das interessante Gespräch und verabschieden Sie sich freundlich von allen Anwesenden. Auch höflich nachzufragen, wann Sie mit einer Antwort rechnen können und wie der weitere Prozess aussieht, ist durchaus legitim. So signalisieren Sie zum Abschluss noch einmal Interesse an der Position.

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Bildquelle: © Robert Przybysz / Fotolia.com

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