Erfolgreiche Mitarbeiterbindung setzt strategische Personalplanung voraus

Von Sven Hennige 19. September 2013

Heute möchte ich den Fokus erneut auf das Thema Talent Management legen. Nach den Herausforderungen bei der Personalgewinnung geht es nun um den bedeutenden Bereich der Mitarbeiterbindung.

Ein zentraler Aspekt unseres Beratungsalltags besteht darin, gemeinsam mit unseren Klienten die Profile für vakante Stellen zu definieren. In Gesprächen mit HR-Leitern stellt sich dabei oft heraus, dass der ideale Kandidat das Unternehmen gerade verlassen hat.

Professionelles Retention Management reduziert hohe Fluktuationsrate

Natürlich – eine gewisse Fluktuation ist normal und für die Entwicklung von Organisationen mitunter förderlich. In Anbetracht des demografischen Wandels ist es verständlich, dass Programme zur Mitarbeiterbindung im Rahmen strategischer Personalplanung an Bedeutung gewinnen.

Allerdings steckt professionelles Retention Management häufig noch in den Kinderschuhen. Bei vielen Unternehmen mangelt es an strategischen Konzepten und gezielten Aktivitäten, um wichtige Leistungsträger an sich zu binden.

Doch gerade weil in Zeiten einer sich stark verändernden Arbeitswelt jede vermeidbare Kündigung schmerzt, sollten Organisationen das Retention Management jetzt professionalisieren.

Konkret bedeutet das:

  1. Bestandsaufnahme der Fluktuation mit Blick auf Größenordnung und Kündigungsmotive
  2. Definition von Zielgruppen und Analyse geeigneter Bindungsmaßnahmen
  3. Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen sowie Erfolgskontrolle

Was zeichnet gute Mitarbeiterbindung eigentlich aus?

Kandidaten nennen hier in erster Linie Faktoren wie eine attraktive Vergütung, flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien, interessante Aufgaben, transparente Führungskräftekommunikation und strukturierte Weiterbildungsprozesse.

Auch Unternehmensinitiativen, die Mitarbeitern erlauben, private Geräte wie Smartphones, Laptops oder Tablets am Arbeitsplatz zu nutzen (BYOD), können die Zufriedenheit steigern, wie eine aktuelle Befragung von CIOs in unserem Auftrag zeigt.

Unternehmenskultur für Mitarbeiterbindung ausschlaggebend

Die weit verbreitete Annahme, insbesondere die Unzufriedenheit mit der aktuellen Tätigkeit sowie ein alternatives Jobangebot befeuerten Kündigungen, greift zu kurz. Denn sie missachtet wichtige Einflussgrößen: die Persönlichkeit und das soziale Gefüge der Mitarbeiter sowie vor allem die spezielle Kultur, die Unternehmen pflegen.

Studien zeigen, dass es deutschen Unternehmen kaum gelingt, eine emotionale Bindung aufzubauen. Dem Arbeitgeber emotional stark verbunden fühlten sich in den vergangenen zwölf Jahren maximal 16 % der deutschen Arbeitnehmer.

Aus meiner Sicht funktionieren die besten Maßnahmen und innovativsten Instrumente des Retention Managements nur auf der Grundlage einer gesunden Unternehmenskultur über alle Hierarchieebenen hinweg. Insofern ist das Bonmot „people leave managers – not companies“ für das Talent Management und die Mitarbeiterbindung nach wie vor eine gute Maßgabe.

Den Blogbeitrag zu den Herausforderungen bei der Personalgewinnung finden Sie hier.

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