Erfolgreich arbeiten im Großraumbüro – mit diesen fünf Regeln klappt’s

Von Alenka Mladina 18. August 2016

Die einen lieben es, die anderen hassen es: das Großraumbüro. Mit vielen Menschen auf engem Raum möglichst produktiv zu arbeiten, ist eine Herausforderung. Doch mit Höflichkeit und Nachsicht und mit unseren Tipps meistern Sie Ihren Arbeitsalltag mit Bravour.

Klingelnde Telefone, quietschende Stühle, quatschende Kollegen – ein Großraumbüro ist wahrlich keine Ruheoase. Gleichzeitig fördert die Zusammenarbeit ohne Türen und Hindernisse jedoch die Kreativität und den Austausch zwischen den Mitarbeitern. Deshalb geht auch in Deutschland der Trend zum Großraumbüro wie Google und Co. es vorleben.

Über die Vor- und Nachteile eines Großraumbüros lässt sich vortrefflich streiten. Als Arbeitnehmer können Sie sich jedoch meistens sowieso nicht aussuchen, ob Sie ein Einzelbüro bekommen oder an einem Schreibtisch neben vielen anderen Kollegen sitzen. Die folgenden Regeln helfen Ihnen dabei, auch in einem Großraumbüro produktiv zu arbeiten.

Regel 1: Offen und ehrlich kommunizieren

Im Normalfall verbringen Sie mindestens 40 Stunden in der Woche im Großraumbüro – kein Wunder, dass Sie da manchmal genervt sind. Wenn das laute Privatgespräch Ihres Kollegen dafür sorgt, dass Sie sich nicht konzentrieren können, hilft nur eins: Sprechen Sie an, was Sie stört – und zwar sofort.

Leiden Sie nicht still vor sich hin, wenn Ihre Sitznachbarin so laut mit ihrem Kaugummi schmatzt, dass Sie immer nervöser und aggressiver werden. Bleiben Sie bei dem Gespräch freundlich und diplomatisch. So verhindern Sie, dass Ihnen der Kragen platzt und Sie die Betroffene vor dem versammelten Team anschnauzen – und Sie so selber für Ablenkung bei den Kollegen sorgen.

Regel 2: Lernen Sie Ihre Kollegen kennen

In der Regel macht der Job mehr Spaß, wenn Sie mit Gleichgesinnten zusammenarbeiten. In einem Großraumbüro haben Sie die Möglichkeit, viele Kollegen in kurzer Zeit kennenzulernen. Dabei stellen Sie schnell fest, mit wem Sie gemeinsame Interessen teilen. Nutzen Sie diese Chance und unterhalten Sie sich auch mit Kollegen aus anderen Bereichen.

Das bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Je mehr Kollegen Sie kennen, desto eher erfahren Sie Neuigkeiten und wichtige Informationen. Zum Beispiel, ob die Projekte erfolgreich laufen und die Kunden zufrieden sind. Vielleicht ergibt sich daraus dann der richtige Zeitpunkt, beim Vorgesetzten an die Fortbildung oder die Gehaltserhöhung zu erinnern, auf die Sie seit geraumer Zeit warten.

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Regel 3: Vorsicht vor Tratsch und Klatsch

Der Vorteil eines regen Austausches wird schnell zum Nachteil, wenn Sie jemandem etwas Vertrauliches erzählen – egal, ob Ihrem Sitznachbarn oder Ihrem Partner am Handy. Gehen Sie immer davon aus, dass Ihre Kollegen rundherum mithören. Denn das tun sie meistens und vor allem dann, wenn Sie versuchen, besonders leise zu sprechen. So verbreiten sich plötzlich Geschichten über Sie, die niemanden etwas angehen.

Führen Sie private Gespräche deshalb lieber an der frischen Luft oder in einem freien Besprechungsraum. Ebenso wenig gehören Lästereien oder Beschwerden über den Chef ins Großraumbüro. Bedenken Sie, dass Ihnen Kollegen über die Schulter schauen können, wenn Sie im Internet surfen oder private E-Mails schreiben. Seien Sie damit im Open Space Office vorsichtig, auch wenn Ihr Arbeitgeber es grundsätzlich erlaubt.

Regel 4: Rücksicht nehmen

Dem einen Kollegen ist ständig zu warm, der andere beschwert sich, dass es zieht. Eine Mitarbeiterin sprüht sich regelmäßig mit ihrem penetranten Deo ein, bei der anderen piepst ständig das Handy. Kennen Sie solche Fälle? Es gibt leider viele Menschen, die sich verhalten, als wären sie alleine auf der Welt – oder im Großraumbüro. Damit sind sie eine Zerreißprobe für die Nerven der Kollegen.

Wie in einer Wohngemeinschaft funktioniert auch im Open Space Office das Zusammenleben und -arbeiten am besten, wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Bemühen Sie sich, Kompromisse zu finden. Dabei können Sie es vielleicht nicht allen recht machen – aber doch Wege finden, um den Alltag für sich selbst und die Kollegen angenehmer zu gestalten.

Regel 5: Abtauchen erlaubt

An manchen Tagen wollen Sie einfach Ihre Ruhe haben, zum Beispiel weil Sie unter Zeitdruck an einem komplizierten Projekt arbeiten oder einfach schlecht gelaunt sind. Am besten informieren Sie Ihre Sitznachbarn kurz darüber, dass Sie nicht gestört werden wollen. Dafür müssen Sie keine Gründe angeben. Wenn Sie sich mit Ihrer Lieblingsmusik im Ohr besser konzentrieren können, blenden Sie mit Kopfhörern das Großraumbüro für eine gewisse Zeit aus.

Nutzen Sie die Mittagspause für einen Spaziergang, um den Kopf freizukriegen. Wenn Sie dem Geräuschpegel im Großraumbüro entfliehen möchten, statten Sie der Kaffeeküche hin und wieder einen Besuch ab oder schnappen Sie vor der Tür frische Luft.

Egal, ob Sie Ihr Großraumbüro lieben oder hassen – versuchen Sie Ihre Kollegen und deren Macken nicht allzu ernst zu nehmen. Manchmal hilft Ihnen ein bisschen Humor mehr, als sich ständig über Kleinigkeiten aufzuregen.

Welche Tricks haben Sie, um den Arbeitsalltag so angenehm wie möglich zu gestalten? Wir freuen uns über Tipps aus Ihrem eigenen Erfahrungsschatz. Schreiben Sie uns einen Kommentar!

Bildquelle: © mooshny / Fotolia.com

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