Einstiegsgehalt: In 4 Schritten zum Wunschverdienst

Von Alenka Mladina 21. Oktober 2014

Die Frage, was Sie verdienen möchten, macht viele Bewerber nervös. Sie wollen weder zu viel verlangen und eine Absage riskieren, noch zu wenig und unter Wert bezahlt werden. Doch niemand kommt an einer Antwort vorbei. Deshalb sollten Sie sich gut vorbereiten, bevor Sie zum Vorstellungsgespräch gehen. Wie Sie in vier Schritten Ihr optimales Startgehalt erzielen.

Wie viel Sie beim neuen Arbeitgeber verdienen, hängt von vielen Faktoren ab

„Welches Gehalt haben Sie sich denn vorgestellt?“ – diese Frage bereitet vielen Berufsanfängern Bauchschmerzen. Bei der Antwort gibt es schließlich viele Faktoren zu beachten: Der eigene Abschluss, die Branche, die Region und die Größe des Unternehmens beeinflussen die Höhe.

Aber ich kann Sie beruhigen, es ist halb so wild: Mit einer guten Vorbereitung meistern Sie diese Aufgabe perfekt und hinterlassen einen guten Eindruck. Denn mit realistischen Forderungen zeigen Sie dem Unternehmen, dass Sie die Branche und Ihren eigenen Marktwert kennen – und erhöhen Ihre Chancen auf den Job.

1. Schritt: Finden Sie den richtigen Rahmen

Eine wichtige Grundregel: Die eine, richtige Summe gibt es nicht. Stattdessen sollten Sie die branchenübliche Vergütungsstruktur kennen. Dazu benötigen Sie Informationen über Angestellte in ähnlichen Positionen.

Bekannte und Studienkollegen zu befragen, mag der erste Impuls sein, hilfreich ist das nicht immer. Denn einzelne Gehaltsangaben sagen wenig über den Markt aus. Vielmehr sind es die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen sowie Faktoren wie Unternehmensgröße, Standort und die Nachfragesituation am Markt, die Sie für Ihren Gehaltsvergleich heranziehen sollten.

2. Schritt: Legen Sie Ihre persönliche Preisspanne fest

Innerhalb des marktüblichen Rahmens sollten Sie für sich einen Bereich festlegen, der als Startgehalt in Frage kommt. Selbstverständlich spielen dabei auch Ihre persönlichen Bedürfnisse eine Rolle: Machen Sie eine Aufstellung Ihrer laufenden Kosten und berücksichtigen Sie auch, wie Sie in ein paar Jahren leben möchten. Denn die Einstiegssumme ist die Grundlage für die weitere Gehaltsentwicklung.

Beachten Sie auch, dass das Unternehmen in vielen Fällen Ihre Gehaltsvorstellung nochmal verhandeln wird. Überlegen Sie deshalb, wie weit Sie von Ihrer Ausgangsforderung abweichen können.

Dabei lohnt es sich, immer im Hinterkopf zu behalten, dass es neben dem Gehalt noch weitere Vergütungsmöglichkeiten gibt. Wenn Sie bei Ihrer Wunschvorstellung Abstriche machen, kann Ihnen das Unternehmen im Gegenzug mehr Urlaubstage anbieten, Zuschüsse zu den Fahrtkosten oder einen Firmenwagen. Eine Übersicht der häufigsten Zusatzleistungen haben wir nachfolgend zusammengestellt:

© Robert Half

3. Schritt: Persönliche Gehaltsargumente

Sie wissen jetzt, welche Summe Sie fordern werden und auf welche Kompromisse Sie sich einlassen können. Doch das allein reicht noch nicht. Sie müssen Ihre Forderungen auch schlüssig darlegen. Das einzige Argument, dass in diesem Fall für den (zukünftigen) Arbeitgeber zählt, ist Ihr Wert für die Firma.

Versuchen Sie bitte nicht, mit hohen Lebenshaltungskosten zu argumentieren. Stattdessen sollten Sie sich darauf konzentrieren, was Sie von anderen Bewerbern abhebt: Haben Sie wertvolle Zusatzqualifikationen? Sind Sie besonders flexibel? Am leichtesten wird es Ihnen fallen, wenn Sie die Argumentation vorab schon einmal mit einem Freund üben. Weitere Tipps zur Argumentation finden Sie hier.

4. Schritt: Die Verhandlung um das Einstiegsgehalt

Wenn Sie die ersten drei Schritte befolgt haben, können Sie entspannt ins Vorstellungsgespräch gehen. Sie kennen die branchenübliche Vergütung, haben eigene Anforderungen definiert und auch einen Plan B in der Tasche.

Wichtig ist jetzt, dass Sie den Gedanken an Ihren Wunschverdienst zur Seite schieben und sich auf das Gespräch konzentrieren. Schließlich gibt es wichtigere Faktoren dafür, ob Job und Unternehmen die Richtigen für Sie sind.

Verläuft das Gespräch gut, können Sie das Thema übrigens proaktiv ansprechen. Idealerweise warten Sie damit aber bis zum zweiten Gespräch. Machen Sie sich aber keine Sorgen, wenn man Sie nicht sofort nach Ihren Gehaltswünschen fragt. Das heißt nicht, dass Sie den Job nicht bekommen werden.

Fällt es Ihnen auch schwer, die “richtige” Gehaltshöhe zu bestimmen?

Bildquelle: © Anthony Leopold - Fotolia.com

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