Einmal recht freundlich, bitte: So gelingt Ihr Bewerbungsfoto

Von Christina Holl on 2. September 2020

Pflicht ist ein Bewerbungsfoto inzwischen zwar nicht mehr, wichtig ist es aber nach wie vor. Viele Personaler schauen in einer Bewerbung zuerst auf das Foto. Das Bild muss also unbedingt ansprechend sein, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Aber ist dafür im Zeitalter der Digitalfotografie und Bildbearbeitung immer noch ein professioneller Fotograf nötig? Nicht zwingend! Selfies und Schnappschüsse sind zwar ein No-Go, aber wenn Sie einige Dinge beachten, lässt sich ein gutes Bewerbungsfoto auch selber machen.

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Gute Fotos, schlechte Fotos: Türöffner und K.o.-Kriterium

Seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Jahr 2006 dürfen Unternehmen nicht mehr auf Bewerbungsunterlagen mit Foto bestehen. Doch zu einem Durchbruch der bilderlosen Bewerbung hat das nicht geführt. Und das hat gute Gründe: Ein sympathisches Bewerbungsfoto ist nämlich immer noch ein Türöffner.

Das menschliche Gehirn reagiert nun einmal besonders gut auf Bilder – Gleichbehandlungsgesetz hin oder her. Eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Kienbaum aus dem Jahr 2016 zeigte, dass immerhin 38 % der HR-Verantwortlichen das Foto als besonders wichtiges Element der Unterlagen betrachten – obwohl es nichts über die Qualifikation eines Bewerbers aussagt. Es könne sogar ausschlaggebend für die Entscheidung sein.

82 % der Personaler empfinden der Studie zufolge eine Bewerbungsmappe ohne Foto als unvollständig. Doch auch wenn die Unterlagen schnell fertig werden müssen: Das Bewerbungsfoto deshalb auf die Schnelle selber zu machen, ist keine gute Idee. Denn unprofessionelle Bilder sind für beinahe jeden vierten Personalverantwortlichen (23 %) ein echter Bewerbungs-Fail und sorgen dafür, dass die Unterlagen direkt aussortiert werden.

Zeitaufwand nicht unterschätzen

“Unprofessionell” bedeutet in diesem Fall aber nicht, dass Sie zwingend zum Profifotografen müssen. Mit ausreichend Zeit, Geduld, ein wenig Talent und im Idealfall einem fotografisch begabten Freund lassen sich gute Bewerbungsfotos durchaus selber machen. Planen Sie aber ein, dass Bewerbungsfotos in Eigenregie womöglich mehr Zeit beanspruchen als ein Besuch beim Fotografen. Dafür sparen Sie aber einiges an Geld. Damit Ihre DIY-Fotos professionell wirken, haben wir ein paar Tipps für Sie.

Tipp 1: Hochauflösende Kamera verwenden

Für ein Bewerbungsfoto sollten Sie eine hochauflösende Digitalkamera benutzen. Mittlerweile sind auch die Kameras in guten Smartphones so hochklassig, dass sie sich für Bewerbungsbilder eignen. Ab einer Auflösung von mindestens 12 Megapixeln kann sich das Ergebnis in der Regel sehen lassen. Fotos im Selfie-Style sind natürlich ein No-Go. Bitten Sie eine zweite Person um Hilfe oder nutzen Sie ein Stativ und den Selbstauslöser.

Tipp 2: Geeignetes Outfit wählen

Das Bild soll Sie seriös und sympathisch erscheinen lassen. Je nach Arbeitgeber, Branche und Position, auf die Sie sich bewerben, gelten unterschiedliche Regeln bezüglich der Kleidung: Im Finanzwesen gehört eine Krawatte auf dem Bewerbungsfoto für Männer beispielsweise zum Dresscode. In der Medien- oder PR-Branche wirkt sie dagegen eher wie eine Verkleidung. Ein Hemd mit Jackett geht nahezu überall. Grundsätzlich gelten in Sachen Outfit ähnliche Regeln wie für das Vorstellungsgespräch:

  • Freizeitkleidung, aufgeknöpfte Hemden oder Blusen mit tiefem Ausschnitt haben auf einem Bewerbungsbild nichts zu suchen.
  • Schmuck und Make-up sollten Sie nur in Maßen tragen.
  • Ein flecken- und faltenfreies Outfit versteht sich von selbst.
  • Farblich sollte Ihre Kleidung dezent und aufeinander abgestimmt sein.

Tipp 3: Sich ins rechte Licht setzen

Setzen Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht. Schießen Sie Ihr Bewerbungsfoto in hellen Räumen und experimentieren Sie ruhig mit verschiedenen zusätzlichen Lichtquellen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Harte Schatten oder glänzende Haut sollten Sie dabei vermeiden.

Der Hintergrund des Bewerbungsfotos sollte einfarbig und ebenfalls nicht zu dunkel sein. Setzen Sie sich vor eine entsprechende Wand und nicht etwa vor ein Bücherregal oder andere Einrichtungsgegenstände, die die Aufmerksamkeit von Ihnen ablenken. Wichtig ist zudem ein Kontrast zu Ihrer Kleidung – mit einem blauen Outfit vor einer blauen Wand muss Sie der Personaler auf dem Bild erst einmal suchen.

Tipp 4: Gesicht, Haare, Oberkörper – nicht mehr und nicht weniger

Grundsätzlich gehören nur Gesicht, Haare und der obere Teil des Oberkörpers auf ein Bewerbungsfoto. Stehen Sie bei der Aufnahme aufrecht, beugen Sie den Oberkörper leicht vor und schauen Sie in die Kamera. Ein Lächeln ist gut, aber übertreiben Sie es nicht. Eher freundlich bestimmt als flapsig grinsend. Versuchen Sie, möglichst natürlich und wenig gestellt rüberzukommen.

Tipp 5: Richtige Größe und Format des Bewerbungsfotos

Welche Größe und welches Format ideal ist, hängt davon ab, wie Sie das Bewerbungsfoto verwenden wollen. Soll es in den Lebenslauf integriert werden, sind etwa 4 bis 5 Zentimeter Breite und 6 bis 7 Zentimeter Höhe ein guter Richtwert. Auf einem Deckblatt darf es auch gern größer ausfallen, da dort mehr Platz zur Verfügung steht. Bilder im Hochformat sind zwar immer noch gängig, doch auch ein gutes Bewerbungsfoto im Querformat kann für einen nachhaltigen Eindruck beim Personalverantwortlichen sorgen.

Achten Sie beim Einfügen in Ihre Unterlagen unbedingt darauf, dass das Foto die Dateigröße nicht über Gebühr aufbläht. Das Bewerbungsfoto sollte eine Größe von 2 MB nicht überschreiten. Damit bekommen Sie auch in Bewerbungsformularen in der Regel keine Probleme. Eine Auflösung von 300 dpi reicht aus.

Tipp 6: Nachbearbeitung ja – aber in Maßen

Auch bei einer Vielzahl selbstgemachter Bewerbungsfotos ist selten das perfekte Bild dabei, an dem Sie nichts auszusetzen haben. Hartnäckige Pickel oder glänzende Gesichtspartien können Sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm verschwinden lassen. Aber übertreiben Sie es bei der Nachbearbeitung nicht. Es geht hier nicht um Aufnahmen für ein Hochglanzmagazin. Und der Personaler soll Sie schließlich noch erkennen, wenn Sie ihm im Vorstellungsgespräch gegenübersitzen.

 

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Bildquelle: © introspectivedsgn - unsplash.com

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