7 Fakten zum Thema Gehalt, die Arbeitnehmer kennen sollten

Von Christina Holl on 5. Oktober 2020

Über Geld spricht man nicht – das schließt für viele auch Fragen rund ums Gehalt mit ein. Doch spätestens wenn Sie im Vorstellungsgespräch über den Wert Ihrer Arbeit verhandeln müssen, sind handfeste Infos zum Thema Einkommen wichtig. Hier finden Sie wichtige Fakten, die jeder Arbeitnehmer kennen sollte. Denn wer Bescheid weiß, kann souveräner auftreten, wenn es um das eigene Gehalt geht.

In diesem Artikel lesen Sie:

Warum ist das Einstiegsgehalt so wichtig?

Es ist ein Dilemma: Die Weichen für Ihre zukünftige Bezahlung werden häufig schon mit dem Einstiegsgehalt gestellt. Doch gerade als Berufsanfänger ist man oft sehr unsicher, wie viel die eigene Arbeitskraft wert ist. Manch einer denkt sich vielleicht: Hauptsache erst einmal in der Arbeitswelt Fuß fassen, über mehr Geld lässt sich später immer noch sprechen. Ein nachvollziehbarer Gedanke, zumal der Verdienst im Vergleich zur Bezahlung in der Ausbildung oder im Studentenjob nahezu fürstlich erscheint.

Aber das kann sich rächen: Ein zu niedrig angesetztes Einstiegsgehalt lässt sich nachträglich meist nur schwer wieder ausgleichen, da es die Basis für die nachfolgenden Gehaltsverhandlungen bildet. Selbst wenn Sie inzwischen bereits einiges an Berufserfahrung gesammelt haben. In manchen Fällen hilft nur der Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber, um eine leistungsgerechte Bezahlung zu erhalten. Aber was ist ein gutes Gehalt für den Berufseinstieg? Informieren Sie sich mithilfe von branchenspezifischen Gehaltsübersichten, die nach Erfahrungslevel unterscheiden. Für Berufe im kaufmännischen, im Finanz- und im IT-Bereich liefert unsere Gehaltsübersicht verlässliche Daten.

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Gehaltswunsch in der Bewerbung: Angeben – oder lieber nicht?

Häufig kommt das Thema Gehalt nicht erst im Vorstellungsgespräch auf den Tisch. Viele Unternehmen bitten bereits in der Stellenausschreibung darum, bei der Bewerbung einen Gehaltswunsch anzugeben. Kommen Sie dieser Aufforderung unbedingt nach, ansonsten riskieren Sie Minuspunkte. Denn damit will der potenzielle zukünftige Arbeitgeber gleich mehrere Dinge in Erfahrung bringen: Zum einen natürlich, ob Ihre Gehaltsvorstellung in seine Budgetplanung passt. Aber er klopft auch ab, ob Sie Ihren Marktwert kennen und sich realistisch einschätzen können.

Dementsprechend heikel ist die Angelegenheit: Einerseits wollen Sie sich nicht unter Wert verkaufen. Andererseits möchten Sie auch nicht riskieren, dass Ihre Bewerbung wegen einer zu hohen Gehaltsangabe direkt aussortiert wird. Eine Möglichkeit, das zu vermeiden: Geben Sie Ihren Gehaltswunsch als Spanne an – zum Beispiel: „Ich stelle mir ein jährliches Bruttogehalt zwischen 45.000 und 48.000 Euro vor.“

Diese Formulierung lässt Ihnen mehr Verhandlungsspielraum. Achten Sie darauf, dass die Spanne nicht zu groß ist. Sie sollte maximal 3.000 bis 5.000 Euro betragen, sonst wirken Ihre Forderungen schnell beliebig.

Mehr darüber, wie Sie auf die Frage nach Ihrem Gehaltswunsch richtig reagieren, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

Darf der neue Arbeitgeber nach dem letzten Gehalt fragen?

Die Frage nach dem aktuellen Gehalt im Vorstellungsgespräch ist unangenehm, aber nicht unrechtmäßig. Sie ist so gefürchtet, weil sie viele Bewerber vor ein Dilemma stellt: Sollen Sie ein wenig flunkern, um Ihren Preis nach oben zu treiben? Oder müssen Sie ehrlich darauf antworten?

Bleiben Sie ehrlich – aber nicht zu ehrlich. Wurde erst einmal eine Zahl genannt, wird sich das Gespräch in der Regel nicht allzu weit von diesem Betrag entfernen. Mit Ihrer Aussage stecken Sie also einen Verhandlungsrahmen fest – und dieser sollte angemessen sein. Machen Sie im Vorfeld Ihre Hausaufgaben: Informieren Sie sich über Ihren künftigen Arbeitgeber, das Tätigkeitsprofil und damit verbundene Gehaltsspannen.

Das hilft Ihnen dabei, strategisch zu antworten – zum Beispiel so:

  • „Mein bisheriges Gehalt ist kein guter Vergleichswert, da sich meine derzeitige Tätigkeit deutlich von der ausgeschriebenen Position unterscheidet. Ich stelle mir ein marktübliches Bruttoeinkommen von XX Euro vor.“
  • „Mein derzeitiges Bruttojahresgehalt liegt bei XX Euro im Jahr. Da ich bei Ihnen mehr Verantwortung übernehmen würde, strebe ich eine Steigerung von 10 % an.“
  • „Mein Gehalt sollte sich an meiner Qualifikation, meinen Erfahrungen und Leistungen für Sie orientieren. Daher finde ich ein Bruttogehalt in Höhe von XX Euro angemessen.

Wie hoch kann man pokern?

Überzogene Gehaltsvorstellungen können ein K.-o.-Kriterium sein. Damit machen Sie sich als Bewerber im schlimmsten Fall unglaubwürdig.

Zu niedrig sollten Sie allerdings auch nicht einsteigen: In der Regel versucht Ihr künftiger Arbeitgeber, einen niedrigeren Verdienst zu verhandeln. Kalkulieren Sie das bei Ihrem Wunschgehalt mit ein und nennen Sie ein höheres Einkommen als eigentlich geplant. Orientieren Sie sich an durchschnittlichen Gehältern für die ausgeschriebene Position – und diesen Tipps:

  • Schlagen Sie bei einem Jobwechsel maximal 10 % Gehaltsplus auf. Damit sind Sie in der Regel an der oberen Skala der aktuellen Gehälter angekommen, die bei Ihrer Erfahrung und für Ihren Job bezahlt werden.
  • Betreiben Sie kein Gehalts-Dumping – auch nicht, wenn es sich um Ihren Wunscharbeitgeber handelt. Mit zu niedrigen Forderungen signalisieren Sie mangelndes Selbstbewusstsein oder fehlende Erfahrung und stehen als schlecht informiert da.
  • Halten Sie es einfach: Geben Sie ein Bruttojahresgehalt an, in dem Sie alle Zusatzleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie mögliche Prämien und Boni einkalkuliert haben.

Ausführlichere Erklärungen zu den Spielregeln im Gehaltspoker finden Sie in diesem Blogartikel.

Dürfen Mitarbeiter untereinander über Gehälter sprechen?

Mit den Kollegen übers Gehalt zu sprechen ist zwar aus rechtlicher Sicht nicht verboten, firmenintern jedoch oft heikel. Selbst wenn Ihr Arbeitsvertrag eine Klausel enthält, die Stillschweigen bezüglich Ihres Gehalts verlangt, ist diese in vielen Fällen unwirksam.

In diesem Blogartikel erfahren Sie mehr über die rechtlichen Rahmenbedingungen und warum Gehaltstransparenz ein Gewinn für alle Seiten sein kann.

In vielen Unternehmen gehört es jedoch zur Firmenpolitik, sich untereinander nicht über Einkommen auszutauschen. Halten Sie sich nicht daran und Ihre Vorgesetzten erfahren davon, wirft das ein unprofessionelles Licht auf Sie. Gehen Sie mit dem Thema Gehalt deshalb sensibel um. Statt die Kollegen direkt darauf anzusprechen, fragen Sie besser Freunde, die in vergleichbaren Positionen arbeiten oder ehemalige Mitarbeiter Ihres Unternehmens.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mehr Gehalt zu fordern?

Ob Ihr Gehaltsgespräch den gewünschten Erfolg bringt, hängt auch vom richtigen Timing ab, wie deutsche CFOs Robert Half in einer Umfrage verraten haben. Und entgegen der gängigen Meinung ist dies nicht das Mitarbeitergespräch: Am geeignetsten halten Finanzchefs den Zeitpunkt, zu dem Sie mehr Verantwortung übernehmen oder in ein größeres Projekt starten.

Steigern Sie mit Ihren neuen Aufgaben auch Ihre Ergebnisse, ist das ein guter Moment, um mit Ihrem Vorgesetzten über Ihr Gehalt zu sprechen. Tipp: Mit einer Überrumpelungstaktik sind Sie bei dem Thema selten erfolgreich. Lassen Sie Ihren Chef wissen, worum es in dem Gespräch geht, wenn Sie um einen Termin bitten. So kann er sich darauf vorbereiten.

Aber auch bei perfektem Timing kann die Gehaltserhöhung niedriger ausfallen als gedacht. Wie Sie in solchen Fällen richtig reagieren, lesen Sie in diesem Blogartikel.

Was ist die beste Taktik für eine Gehaltserhöhung?

Der Termin für das Gehaltsgespräch steht. Jetzt gilt es ruhig zu bleiben, sich gründlich vorzubereiten und gute Argumente für mehr Gehalt zu finden. Wenn Sie Ihrem Vorgesetzten nicht plausibel erklären können, warum Sie mehr wert sind als das, was auf Ihrer Gehaltsabrechnung steht und welche Vorteile Sie dem Unternehmen bringen, haben Sie schlechte Karten.

Gehen Sie niemals unvorbereitet, ohne klare Gehaltsvorstellungen und ohne Strategie in ein solches Gespräch. Am besten beginnen Sie mit Ihrer eigenen Erfolgsbilanz. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber, ...

  • was Sie bisher geleistet haben,
  • welchen Mehrwert Sie für Ihr Unternehmen erzielt haben – und
  • worin der künftige Nutzen Ihrer Leistung für Ihren Arbeitgeber liegt.

Damit haben Sie gute Argumente parat, um Ihrem Chef zu zeigen, dass er am Ende nur davon profitiert, wenn er mehr für Sie zahlt. Auf Gegenwind sollten Sie sich dennoch einstellen. Aber auch darauf können Sie sich vorbereiten: In diesem Blogartikel verraten wir Ihnen, wie Sie typische Killerphrasen in der Gehaltsverhandlung souverän kontern.

Was ist ein gutes Gehalt für meinen Job? Aktuelle Zahlen finden Sie in der Gehaltsübersicht von Robert Half. Sie zeigt Ihnen übersichtlich den Verdienst verschiedener Berufe im IT- und Finanzbereich sowie im Rechnungswesen und kaufmännischen Bereich. Jetzt kostenlos herunterladen!

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