Diese 10 Fragen dürfen Sie im Vorstellungsgespräch nie stellen

Von Alenka Mladina 13. Dezember 2017

Sie sitzen im Vorstellungsgespräch und freuen sich, es läuft richtig gut! Dann sagt der Personaler: Haben Sie noch Fragen? Nur jetzt nichts falsch machen - denken Sie. Doch auf keinen Fall sollten Sie jetzt mit “Nein” antworten. Welche Sie im Vorstellungsgespräch stellen dürfen und welche Sie lieber vermeiden erklären wir Ihnen hier.

Warum sind eigene Fragen im Vorstellungsgespräch so wichtig?

Zu einer perfekten Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch gehört es, dass Sie nicht nur gute Antworten auf typische Fragen des Personalers parat haben, sondern sich auch selbst Fragen überlegen. Wenn Ihr Gegenüber Sie daher am Ende des Gesprächs fragt, ob Sie auch noch etwas wissen wollen, sollten Sie auf keinen Fall verneinen oder nur schüchtern den Kopf schütteln.

Mit Ihren Fragen zeigen Sie nämlich nicht nur, wie stark Ihr Interesse an einer Stelle ist. Viel wichtiger, mit geschickten Rückfragen haben Sie im Vorstellungsgespräch die einmalige Möglichkeit herauszufinden, ob dieser Job wirklich zu Ihnen passt und ob Sie sich in diesem Unternehmen wohl fühlen würden:

  • Wie groß ist das Team, in dem Sie arbeiten werden?
  • An wen werden Sie berichten?
  • Ist die Stelle neu geschaffen worden?
  • Was sind die Erwartungen des potenziellen neuen Arbeitgebers an Sie? Und so weiter.

Genauso wie der Personaler Ihre Antworten auf seine Fragen bewerten wird, können Sie das mit Ihren Rückfragen tun. Und damit Ihre Entscheidung für oder gegen den Job erleichtern. Allein im Finanz- und Rechnungswesen wechselt beispielsweise jeder zehnte Mitarbeiter bereits innerhalb des ersten Jahres seine Stelle, weil er Probleme mit der neuen Unternehmenskultur hat (Quelle: Robert Half Arbeitsmarktstudie). Das können Sie durch gezielte Fragen vermeiden.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch gut ankommen...

Zuerst einmal ist das richtige Maß an Fragen entscheidend, schließlich handelt es sich hierbei ja um ein Vorstellungsgespräch und nicht um ein Verhör. Bombardieren Sie den Personaler am Ende des Treffens also nicht mit zahlreichen Fragen sondern beschränken Sie sich auf zwei oder drei entscheidende Punkte.

Welche Fragen Sie stellen wollen, sollten Sie sich bereits vor dem Gespräch zu Hause überlegen. So können Sie selbstverständlich nachfragen, warum die zu besetzende Stelle vakant ist oder ob diese neu geschaffen wurde. Auch Nachfragen zu den genauen Arbeitsabläufen und dem Aufgabenbereich sind hilfreich, wenn es um die Entscheidung für oder gegen diesen Job geht.

Überlegen Sie sich aber genau, welche Fragen Sie stellen wollen. Am besten, Sie erstellen eine Liste der Dinge, die Ihnen in Ihrem künftigen Job besonders wichtig sind. Priorisieren Sie diese. Auf welche Kriterien möchten Sie unter keinen Umständen verzichten und mit welchen Bedingungen könnten Sie leben?

Formulieren Sie Ihre Rückfragen dann genau in der Reihenfolge Ihrer Prioritäten. Sollten alle wichtigen Punkte bereits vorher besprochen worden sein, können Sie Fragen zu den “Nice-to-have”-Kriterien stellen.

Tipp: Bereiten Sie eine Rückfrage zu einem Ihrer Muss-Kriterien vor, die Sie in jedem Vorstellungsgespräch stellen. Notieren Sie sich die Antworten, wenn Sie zu Hause sind. Sie werden sehen, sollten Sie zwischen zwei oder sogar mehreren interessanten Jobangeboten wählen können, werden Sie anhand Ihrer Notizen sicherlich die richtige Entscheidung treffen.

Rückfragen im Vorstellungsgespräch dürfen durchaus auch mal kritisch sein, nur nicht destruktiv oder anklagend. Achten Sie auf offene statt auf geschlossene Fragen, auf die Ihr Gegenüber nur mit „ja“ oder „nein“ antworten kann. Nur so erfahren Sie möglichst viel über den neuen Job und Ihren Arbeitgeber.

10 Fragen, die Bewerber im Vorstellungsgespräch stellen können:

  1. Können Sie mir einen typischen Arbeitstag in dieser Position beschreiben?
  2. Wie sieht die übliche Einarbeitung aus?
  3. Wie groß ist die Abteilung, in der ich arbeiten werde?
  4. Wer ist mein direkter Vorgesetzter?
  5. Wie werden Talente und Stärken bei Ihnen gefördert?
  6. Warum ist die Stelle vakant?
  7. Welche Herausforderungen kommen in den ersten 90 Tagen auf mich zu?
  8. Welche Erwartungen haben Sie an den neuen XXX (Jobtitel)?
  9. Wie würden Sie die Unternehmenskultur beschreiben?
  10. Wann werden Sie eine Entscheidung treffen?

Trotz sorgfältiger Vorbereitung kann es natürlich sein, dass während des Gespräches noch weitere Fragen auftauchen. Halten Sie also nicht nur an den vorbereiteten Aspekten fest, sondern folgen Sie Ihrem Gegenüber aufmerksam und merken Sie sich, was er Ihnen erzählt. Sie können sich dazu gerne auch Block und Stift mitbringen und eine kurze Notiz machen.

Wenn Sie am Ende des Vorstellungsgesprächs gefragt werden, ob Sie noch Fragen haben, können Sie bei einzelnen interessanten oder ungeklärten Punkten nachhaken. So erhalten Sie nicht nur Antworten auf Ihre eigenen offenen Fragen, sondern signalisieren dem Personaler, dass er während des gesamten Treffens Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit hatte.

...und welche Fragen gar nicht

Aber Vorsicht: Es gibt Fragen, die kommen bei Personalbeauftragten und künftigen Vorgesetzten gar nicht gut an. Im Vorstellungsgespräch sollten Sie nie Fragen zu Dingen stellen, die Sie problemlos auch im Internet oder in anderen Medien hätten erfahren können. Fragen wie „Hat Ihr Unternehmen auch Filialen im Ausland?“ oder „Seit wann gibt es Ihre Firma eigentlich schon?“ sind daher absolut Tabu.

Hat der Gesprächspartner den Eindruck, Sie hätten sich nicht im Vorfeld über das Unternehmen informiert, sinken Ihre Jobchancen deutlich. Das gleiche gilt, wenn Sie über das Ziel hinausschießen und Ihre Rückfrage lautet: “Habe ich den Job?”. Das wirkt sehr überheblich und kann Sie trotz gutem Vorstellungsgespräch am Ende noch ins Aus befördern.

10 Fragen, die Bewerber NIE stellen sollten:

  1. Wie schnell kann man mit einer Gehaltserhöhung rechnen?
  2. Wann darf ich Urlaub nehmen?
  3. Wie viele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen?
  4. Was verdienen Kollegen in derselben Position?
  5. Werde ich in 6 Monaten zum Abteilungsleiter befördert?
  6. Bekomme ich einen Firmenwagen und darf mein Partner diesen auch benutzen?
  7. Muss ich mich bei meinen Aufgaben immer mit meinem Chef abstimmen?
  8. Kann ich ein bisschen eher kommen und dafür früher nach Hause gehen?
  9. Überwachen Sie, ob Ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit privat im Internet surfen?
  10. Habe ich den Job?

Sollte Ihnen nach dem Gespräch noch etwas Wichtiges einfallen, ist es völlig in Ordnung, noch einmal bei der Personalabteilung nachzufragen. Beachten Sie dabei nur, dass es sinnvolle Fragen sind und Sie nicht wegen jeder Kleinigkeit dort anrufen.

Was ist mit der Frage nach dem Gehalt im Vorstellungsgespräch?

Die Frage nach dem Gehalt dürfen Sie durchaus proaktiv stellen falls der Personaler nicht von selbst darauf zu sprechen kommt. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn es erst beim zweiten Vorstellungsgespräch zur Gehaltsdiskussion kommt. Viel wichtiger ist es, keine überzogenen Gehaltswünsche zu äußern. Orientieren können Sie sich an der kostenlosen Gehaltsübersicht von Robert Half, in der Sie Gehaltsspannen von über 100 Berufen im Finanz- und Rechnungswesen, IT und administrativen Bereich finden.

Download Gehaltsübersicht

Haben Sie schon einmal ein Jobangebot aufgrund des Feedbacks auf Ihre Fragen im Vorstellungsgespräch abgelehnt? Schreiben Sie uns!

 

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