Welche Fragen Sie beim Vorstellungsgespräch stellen sollten – und welche nicht

Von Christina Holl on 13. Oktober 2021
Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Das Vorstellungsgespräch nähert sich dem Ende und bislang läuft es richtig gut. Jetzt bloß nichts falsch machen bei der letzten Frage. Die lautet in der Regel: “Haben Sie noch Fragen an uns?” und mutet eher harmlos an. Doch auch hier lauern Fallstricke. Keine eigenen Fragen zu haben, wirft kein gutes Licht auf Sie. Außerdem lassen Sie sich dadurch wertvolle Chancen entgehen, mehr darüber herauszufinden, ob der Job tatsächlich zu Ihnen passt.

Darum sind eigene Fragen im Vorstellungsgespräch so wichtig

Zu einer gründlichen Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch gehört nicht nur, Antworten auf typische Fragen des*der Personalverantwortlichen parat zu haben. Sie sollten sich schon im Vorfeld eigene Fragen an das Unternehmen überlegen. Denn seien Sie gewiss: Am Ende des Vorstellungsgesprächs wird Ihr Gegenüber Sie fragen, ob es noch etwas gibt, was Sie wissen möchte. Das ist keine reine Sache der Höflichkeit. Ihre Reaktion auf diese Frage fließt in die Bewertung des Gesprächs mit ein.

Zum einen geht es darum, Interesse am Unternehmen zu bekunden. In diesem Gespräch geht es um Ihre berufliche Zukunft. Wenn Sie bei einem derart wichtigen Thema keine Fragen haben, mutet das seltsam unmotiviert und gleichgültig an. Was aber noch viel relevanter ist: Mit den richtigen Fragen haben Sie die einmalige Möglichkeit, schon im Vorstellungsgespräch herauszufinden, ob dieser Job wirklich zu Ihnen passt.

Zu viele Fragen sollten sie allerdings auch nicht stellen. Schließlich handelt es sich um ein Vorstellungsgespräch und nicht um ein Verhör. Es gilt, das richtige Maß zu finden. Beschränken Sie sich im Idealfall auf zwei bis drei Themen, die Ihnen wichtig sind.

Fragen, die Sie bei der Jobentscheidung weiterbringen 

Manchmal ergeben sich Rückfragen ganz von selbst aus dem Gesprächsverlauf. Machen Sie sich während des Vorstellungsgesprächs ruhig Notizen, zu welchen Punkten Sie abschließend noch einmal nachhaken möchten. Dennoch sollten Sie bereits vorab eigene Fragen an den potenziellen Arbeitgeber vorbereiten, um nicht vor lauter Stress oder Nervosität zum Gesprächsende sprachlos dazustehen. Überlegen Sie, welche Informationen Sie für die Jobentscheidung benötigen.

Am besten, Sie erstellen eine Liste der Dinge, die Ihnen in Ihrem künftigen Job besonders wichtig sind. Priorisieren Sie diese: Welche Kriterien sind für Sie unverhandelbar und welche sind Ihnen zwar wichtig, aber verzichtbar, wenn der Rest stimmt? Einzige Ausnahme bei dieser Prio-Liste: Das Thema Gehalt sollten Sie außen vor lassen. Mehr dazu im letzten Abschnitt dieses Beitrags.

Im zweiten Schritt formulieren Sie Rückfragen zu all diesen Punkten, die Sie in der Reihenfolge Ihrer Prioritäten stellen. Sollten alle wichtigen Punkte bereits im Verlauf des Vorstellungsgesprächs besprochen worden sein, können Sie auf andere Themen ausweichen.

Stehen beispielsweise die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung und weitreichende Entscheidungsbefugnisse auf Ihrer Prioritätenliste, könnten Sie folgende Fragen stellen:

  • Wie werden Talente und Stärken bei Ihnen gefördert?
  • Welchen Gestaltungsspielraum gibt es bei der ausgeschriebenen Stelle?

Tipp: Sollten Sie gerade im Bewerbungsmarathon stecken, bereiten Sie eine Rückfrage zu einem Ihrer Muss-Kriterien vor, die Sie in jedem Vorstellungsgespräch stellen. Wenn Sie später zwischen mehreren Jobangeboten wählen können, kann Ihnen ein Vergleich der Antworten auf diese Frage die Entscheidung erheblich erleichtern.

Fällt Ihnen nach dem Gespräch noch eine wichtige Frage ein, ist es völlig in Ordnung, bei der Personalabteilung nachzufragen. Beachten Sie dabei aber, dass das nur für relevante Fragen gilt und Sie nicht wegen Kleinigkeiten dort anrufen sollten.

Welche Fragen beim Vorstellungsgespräch stellen? Beispiele für gute Fragen

Für den – eher unwahrscheinlichen – Fall, dass tatsächlich all Ihre vorab überlegten Rückfragen im Verlauf des Gesprächs schon beantwortet wurden, ist es hilfreich, ein paar Standardfragen in petto zu haben. Mit den folgenden Fragen machen Sie in der Regel wenig falsch: Sie signalisieren Interesse an der Position und erfahren gleichzeitig mehr über die ausgeschriebene Stelle.

  • Können Sie mir einen typischen Arbeitstag in dieser Position beschreiben?
  • Wie sieht die übliche Einarbeitung aus?
  • Wie groß ist die Abteilung, in der ich arbeiten werde?
  • Wurde die Position neu geschaffen oder wird sie nur neu besetzt? 
  • Welche Herausforderungen kommen in den ersten 90 Tagen auf mich zu?
  • Welche Erwartungen haben Sie an Ihre*n neue*n [Jobtitel]?
  • Wie würden Sie die Unternehmenskultur beschreiben?

Fragen, mit denen sich Bewerber*innen selbst ins Abseits befördern

Doch Vorsicht: Es gibt Fragen, die bei Personaler*innen und künftigen Vorgesetzten nicht gut ankommen. Darunter fällt alles, was Sie eigentlich bereits wissen sollten. Entweder weil Sie es bei der Vorbereitung auf den Termin problemlos hätten recherchieren können. Oder weil es im Verlauf des Vorstellungsgesprächs bereits thematisiert wurde. Das hinterlässt den Eindruck, als hätten Sie sich nicht gut vorbereitet oder nicht aufmerksam zugehört. Beides lässt Ihre Jobchancen sinken. 

Das gilt auch für die oben aufgeführten Standardfragen: Wurde das Thema im Gesprächsverlauf schon behandelt, ist eine Frage dazu tabu. Ins Abseits befördern Sie sich außerdem mit Fragen, bei denen Sie über das Ziel hinausschießen. Etwa, wann die nächste Beförderungsrunde ansteht oder ob die Internetnutzung im Unternehmen überwacht wird. Auch wenn es sich eigentlich von selbst versteht: Die Frage: “Habe ich den Job?“ ist ein absolutes No-Go. Das wirkt nicht interessiert oder selbstbewusst, sondern in erster Linie sehr überheblich. 

Was ist mit der Frage nach dem Gehalt im Vorstellungsgespräch?

Natürlich ist das Gehalt für Bewerber*innen eine relevante Frage. Dennoch sollten Sie sich bei diesem Thema ein wenig zügeln, auch wenn es Sie brennend interessiert. In den meisten Fällen wird das Unternehmen von sich aus auf das Thema kommen und über Ihre Gehaltsvorstellungen sprechen wollen. Passiert das nicht, ist es durchaus okay, wenn Sie selbst nach dem Gehaltsrahmen für die Position fragen. Wichtig ist, dass Sie sachlich nachfragen und nicht fordernd auftreten. 

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Bildquelle: © Sora Shimazaki - Pexels.com


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