Die unbezahlbaren Statussymbole

Von Christina Holl 13. Juni 2014

Firmenwagen, Edelfüller und Eckbüro – das waren früher die Statussymbole im Job. Und heute? Statt Smartphone und iPad zählen plötzlich ganz andere Dinge. Die aktuellen Statussymbole kann man mit Geld nicht kaufen.

Frühere Statussymbole sind mittlerweile Massenware

Heute Morgen in der Bahn zur Arbeit: Ein metallisches Scheppern reißt mich unvermittelt aus meiner Zeitungslektüre. Mir gegenüber sitzen drei Schülerinnen, die Musik aus ihren Handys dröhnt auf voller Lautstärke. Erstaunlich daran finde ich aber nicht etwa die schlechte Soundqualität, sondern die Tatsache, dass die neuesten Smartphones heutzutage scheinbar zur Standardausstattung von Grundschülern gehören.

Ich erinnere mich noch daran, als meine Kollegen vor ein paar Jahren die ersten iPhones aus den USA mitbrachten. Damals waren die Geräte mit dem Apfellogo eine absolute Neuheit und ein echtes Statussymbol. Und heute? Entlockt das aktuelle Mobiltelefon auf dem Meetingtisch nicht mal mehr einen interessierten Seitenblick. Aber was sind nun die Statussymbole im Job?

Zeit und Kochkünste

Eine Studie der Berliner Agentur diffferent sagt: Neun der zehn begehrtesten Statussymbole lassen sich mit Geld gar nicht kaufen. Auf Platz eins: Zeit. Darin sind sich 90 % der Befragten einig – und zwar in allen Altersstufen.

Heutzutage gilt also nicht mehr als erfolgreich, wer auch während der Grillparty am Wochenende hektische Telefonate führt, sondern sein Banknachbar, der statt des Diensthandys lieber stolz seinen Sohn präsentiert und Zeit mit ihm verbringt. Ebenfalls unter den Top- Antworten der Studie sind die Eigenschaften „gut kochen können“ und „über die Weltpolitik Bescheid wissen“ als Statussymbole. Laut den Verfassern sind Wissen und Haltung für die meisten inzwischen attraktiver als Geld. Ganz hoch im Kurs steht auch Nachhaltigkeit: Scheinbar zählen also nicht mehr die PS des Firmenwagens, sondern seine Umweltverträglichkeit.

Das Anti-Statussymbol

Neben einem dicken Auto war früher Markenkleidung ein klassisches Statussymbol im Job. Zugegeben, dahinter verbirgt sich teilweise auch der Zwang, den Dresscode einzuhalten. Einer Harvard-Studie zufolge hat sich auch dieses Statussymbol in Luft aufgelöst: Menschen, die bewusst gegen Mode-Konventionen verstoßen, wird angeblich mehr zugetraut. Die besten Beispiele dafür: Apple-Gründer Steve Jobs, der am liebsten im Rollkragenpullover unterwegs war, und Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dem Jeans und T-Shirt ins Büro genügen.

Das neue Statussymbol ist also offenbar ein Anti-Statussymbol. Beeindruckt derjenige am meisten, der sich nicht um die Meinung der anderen schert? Ich persönlich glaube: Spitzenkräfte machen mit Leistung auf sich aufmerksam – und nicht mit Firmenwagen, Smartphone oder Sneakers. Und daran ändert sich hoffentlich auch zukünftig nichts.

Was gilt für Sie als Statussymbol im Job?

 

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