Die richtige Weiterbildung: Worauf Sie achten sollten

Von Christina Holl 26. Februar 2015

Zusatzleistungen sind in vielen Unternehmen längst fester Bestandteil der Gehaltsverhandlung. Laut einer aktuellen Befragung von Robert Half wollen künftig fast zwei Drittel der Unternehmen ihren Mitarbeitern Zuschüsse zu Weiterbildungen anbieten. Darauf sollten Sie sich als Bewerber vorbereiten. Lesen Sie hier, woran Sie eine gute Weiterbildung erkennen.

Wenn Sie als Bewerber in die Verhandlungen mit einem Unternehmen gehen, gibt es weit mehr zu besprechen als nur die Höhe des Gehalts. Oft machen freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers den Job erst richtig attraktiv. Für das aktuelle Jahr setzen Unternehmen besonders auf Weiterbildungsprogramme für ihre Mitarbeiter.

65 % der Unternehmen planen, ihren Bewerbern und Mitarbeitern diese Zusatzleistung oder einen Zuschuss anzubieten (Quelle: Robert Half Arbeitsmarktstudie). Interessant dabei: Weiterbildungen überholen die Gehalts-Add-ons „flexible Arbeitszeiten“ und „Home Office“ und werden zur Zusatzleistung Nummer eins.

Wir geben Ihnen einen ein paar Tipps, woran Sie eine sinnvolle berufliche Weiterbildung erkennen und was Sie in der Verhandlung mit dem aktuellen oder potenziellen Arbeitgeber berücksichtigen sollten.

Woran Sie eine gute Weiterbildung erkennen

Wenn das Thema Weiterbildung im Vorstellungs- oder Mitarbeitergespräch auf den Tisch kommt, haben Sie am besten bereits eigene Vorschläge parat, welche Fortbildung für Sie in Frage kommt. Damit Sie gute von weniger nützlichen Weiterbildungen unterscheiden können, habe ich ein paar Leitfragen vorbereitet:

1. Mit welchem Ziel streben Sie eine berufliche Weiterbildung an?

Möchten Sie sich in Ihrem Fachbereich auf den neuesten Stand bringen oder Ihre Fähigkeiten weiter ausbauen? Dann sollten Sie vor allem auf die vermittelten Inhalte achten. Oder benötigen Sie eine bestimmte Qualifikation, um beruflich aufzusteigen? Dann ist es in der Regel wichtig, dass Sie nach dem Abschluss ein bestimmtes Zertifikat oder einen bestimmten Titel vorweisen können.

2. Präsenzveranstaltung oder Online-Seminar?

Für viele Weiterbildungen müssen Sie heute längst nicht mehr das Haus verlassen. Es gibt ein breites Angebot an Online-Kursen. Welche Art Weiterbildung Sie wählen, hängt davon ab, welcher Lerntyp Sie sind und welcher Kurs in Ihren Zeitplan passt. Besitzen Sie viel Selbstdisziplin und Eigeninitiative? Dann sind Sie in Onlineseminaren gut aufgehoben. Wenn Sie Wert auf eine persönliche Betreuung legen, sind Präsenzveranstaltung eher etwas für Sie.  

3. Welches Institut ist das Richtige?

Bei der Vielzahl an Weiterbildungsinstituten ist es sehr hilfreich, wenn Sie sich auf Empfehlungen von Menschen aus Ihrer Umgebung verlassen können: Fragen Sie deshalb zuerst Bekannte oder Kollegen, ob sie bereits eine ähnliche Weiterbildung absolviert haben und ein Institut empfehlen können. Auch Ihre Personalabteilung kann Ihnen dafür sicherlich ein paar gute Tipps geben.  

Woran Sie gute Weiterbildungsinstitute erkennen

Wenn Sie niemanden kennen, der bereits eine ähnliche Weiterbildung absolviert hat, sollten Sie direkt beim Institut nachfragen. Seriöse Einrichtungen werden Sie an Absolventen verweisen, die Ihnen Auskunft über die Qualität der Ausbildung geben können.

Allgemein lässt sich sagen: Qualitativ hochwertige Weiterbildungszentren erkennen Sie vor allem an deren transparenter Informationspolitik. Sie geben Ihnen (meist schon auf der Homepage) Auskunft zur Lehrmethode und dazu, welche Vorkenntnisse Sie für den jeweiligen Kurs mitbringen sollten. Viele bieten die Möglichkeit an, ein paar Kursstunden probehalber zu belegen, oder veranstalten ein- bis zweimal im Jahr einen Tag der offenen Tür.

Ein weiteres Merkmal guter Weiterbildungsinstitute sind detaillierte Informationen über das und ein direkter Kontakt zum Lehrpersonal: Welche Qualifikationen haben diese aufzuweisen und finden regelmäßige Sprechstunden statt? Diese Fragen sollten bereits auf der Internetseite beantwortet werden.

Besonders wichtig ist natürlich der Abschluss Ihrer beruflichen Weiterbildung. Das Institut sollte Sie genau darüber informieren, welcher Abschluss oder Titel Sie nach einer erfolgreichen Prüfung erwartet. Fragen Sie unbedingt danach, wie viele der Kursteilnehmer die Abschlussprüfung im Schnitt bestehen. Denn was bringt Ihnen ein verlockender Titel, wenn er so gut wie unerreichbar ist?  

Fragen, die Sie vorab klären sollten

Wenn Sie ihre Wunsch-Weiterbildung gefunden haben, sollten Sie sich selbst ein paar Fragen beantworten, bevor Sie in das Gespräch mit dem Chef gehen.

  • Findet die Weiterbildung während der Arbeitszeit oder in Ihrer Freizeit statt? Eine Fortbildung nach Feierabend ist eine zusätzliche Belastung für Sie. Andernfalls verringert sich Ihre Arbeitszeit und Ihr Workload muss gegebenenfalls angepasst werden.
  • Wo findet die Weiterbildung statt? Wenn Sie den Aufwand kalkulieren, sollten Sie auch die Anreisezeit und -kosten nicht vergessen.
  • Wie hoch sind die Kosten für die Weiterbildung und wer übernimmt sie?

Fragen, die Sie im Gespräch mit Ihrem Chef klären sollten

Sie haben sich über die Rahmendaten Ihrer Ausbildung ausreichend informiert und können Aufwand und Ertrag abschätzen. Jetzt müssen Sie mit Ihrem aktuellen oder zukünftigen Chef überzeugen. Folgende Punkte sollten Sie dabei im Auge behalten:

  • Wird Ihnen die Zeit ausgeglichen, die Sie für Weiterbildungen am Wochenende oder nach Feierabend aufbringen?
  • Gibt es Kollegen, die Interesse an einer ähnlichen Weiterbildung haben? In diesem Fall bietet sich statt einem externen vielleicht ein Inhouse-Seminar an.
  • Sind mit der Weiterbildung Verpflichtungen verbunden: Müssen Sie zum Beispiel nach Abschluss eine bestimmte Zeit in der Firma bleiben oder gar einen Teil der Kosten zurückzahlen, wenn Sie das Unternehmen frühzeitig verlassen oder die Weiterbildung abbrechen?

Nicht nur bei der Vertragsverhandlung können Sie oder das Unternehmen mögliche Weiterbildungen ansprechen. Auch das Mitarbeitergespräch ist ein perfekter Anlass, das Thema auf den Tisch zu bringen und Sie können Ihre Bereitschaft zeigen, sich weiterzuentwickeln.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Weiterbildungen gemacht? Wir freuen uns auf Tipps und Erfahrungsberichte.

Bildquelle: @ Rido - Fotolia.com

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