Hätten Sie’s gewusst? Die geheimen Wünsche Ihrer Mitarbeiter

Von Christina Holl 29. Juli 2016

Unternehmen müssen Ihre Mitarbeiter immer wieder von sich überzeugen: Neue Fachkräfte sind schwer zu finden, die eigenen Mitarbeiter wechselwillig. Wer da genau weiß, was sich seine Angestellten wünschen, hat bessere Karten im Wettbewerb um Talente. Welche Wünsche die Mitarbeiter wirklich haben, zeigen wir Ihnen in unserem Beitrag.

Wenn Sie in letzter Zeit eine freie Stelle besetzen wollten, hatten Sie es wahrscheinlich nicht leicht: Laut unserer Arbeitsmarktstudie 2016 finden es 94 % der HR-Manager schwierig, qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Doch nicht nur an der Recruiting-Front tobt ein harter Wettkampf. Gleichzeitig müssen Sie ein wachsames Auge auf Ihre bestehenden Mitarbeiter haben: 79 % möchten laut unserer Umfrage noch in diesem Jahr den Job wechseln. Aufgrund der guten Jobsituation sind die Arbeitnehmer selbstbewusst und fordernder als noch vor ein paar Jahren, wie unsere Jobstudie unter 1.000 Büroangestellten zeigt. Wer heute gute Mitarbeiter finden und an sich binden möchten, muss also überzeugende Argumente haben, sonst landen die besten Talente bei der Konkurrenz.

Wie Sie zur Erfüllung der Mitarbeiterwünsche beitragen können

Also haben wir die Teilnehmer unserer Studie gefragt, was sie sich insgeheim von ihrem Arbeitgeber wünschen – und diese Information überrascht den einen oder anderen sicherlich. 1.000 deutsche Büroangestellte haben uns verraten, was ihnen am wichtigsten ist, wenn sie sich für einen neuen Job entscheiden.

1. Zufriedene Mitarbeiter dank kurzem Arbeitsweg

Fast drei Viertel der Studienteilnehmer (73 %) schätzen die Nähe ihres Arbeitsplatzes.

Für Unternehmen heißt das:

  • Machen Sie sich die Standortvorteile Ihrer Region zu Nutze, um auch Bewerber zu überzeugen, die für Sie umziehen müssen: Erholungswert, kulturelles Angebot und Verkehrsanbindung sind wichtige Faktoren.
  • Achten Sie bei der Auswahl Ihres Büros auf gute Erreichbarkeit und eine attraktive Lage, z. B. in der Innenstadt
  • Schwächen Sie das Argument „Arbeitsweg“ ab, und bieten Sie Ihren Mitarbeitern an, von Zuhause zu arbeiten.

2. Zufriedene Mitarbeiter dank guter Stellenbeschreibung

Über zwei Drittel der Befragten legen sehr großen Wert auf eine ansprechende Stellenbeschreibung und eine sichtbare Karriereentwicklung. Diese müssen Sie schon bei der Stellenanzeige unter Beweis stellen:

  • Beschreiben Sie die Tätigkeiten möglichst präzise, sodass sich der Bewerber seinen künftigen Arbeitsalltag gut vorstellen kann.
  • Gewichten Sie die verschiedenen Aufgaben richtig, damit es beim Vorstellungsgespräch – oder später beim Jobantritt – nicht zu Überraschungen kommt.
  • Stellen Sie die attraktivsten Merkmale des Jobs heraus, zum Beispiel selbstständiges Arbeiten, große Verantwortung oder spannende Themenfelder.

Vergessen Sie neben der Tätigkeitsbeschreibung nicht, auf die Karriereperspektive einzugehen. Deuten Sie ruhig an, wohin die berufliche Reise bei guter Leistung gehen kann und welche Karriereentwicklung in Ihrem Unternehmen möglich ist. In diesem Zusammenhang machen sich Förderangebote wie Mentoring oder fest eingeplante Fortbildungen immer gut.

3. Zufriedene Mitarbeiter, weil die Branche überzeugt

Für mehr als die Hälfte der Befragten ist die Branche besonders wichtig. Zu den beliebtesten gehören die Automobilindustrie und der IT-Sektor. Wenn Sie in diesen Bereichen tätig sind, sollten Sie das für sich nutzen.

Doch auch für Unternehmen aus anderen Branchen gibt es gute Chancen. Schließlich hat jede Branche ihre Vorteile und Reize – Sie müssen sie nur richtig kommunizieren, welcher “Hidden Champion” sich hinter Ihrer Firma verbirgt: Zeigen Sie den Kandidaten im Recruiting-Prozess, warum es besonders spannend, erfüllend oder angenehm ist, in Ihrer Branche zu arbeiten.

  • Entwickelt sich Ihre Branche besonders schnell und es wird niemals langweilig?
  • Sind die Gehälter überdurchschnittlich hoch?
  • Ist der Arbeitsplatz besonders sicher?
  • Gibt es außergewöhnlich gute Entwicklungsperspektiven?

Was Mitarbeiter im Unternehmen hält

Sie wollen nicht nur gute Mitarbeiter finden, sondern sie auch behalten und mit ihnen am Erfolg des Unternehmens arbeiten. Das ist eine große Herausforderung. Besonders angesichts der Tatsache, dass 79 % derzeit darüber nachdenken, den Arbeitgeber zu wechseln.

Doch die Argumente, die einen Arbeitnehmer in die Firma locken, sind nicht immer dieselben, die Mitarbeiter halten. Stattdessen hat unsere Befragung folgende Wechselgründe ergeben.

1. Ein höheres Gehalt

Nicht ausschlaggebend, aber dennoch sehr wichtig, landet „mehr Geld“ auf Platz 1 der Liste. Das unterstreicht noch einmal, wie wichtig es ist, seinen Mitarbeiter ein branchenübliches Gehalt zu bezahlen. Natürlich gibt es für jede Position eine Budget-Grenze und Wechselwillige mit Barem zum Bleiben zu überreden ist keine gute Idee. Doch man sollte dafür sorgen, dass das Gehalt mit der Entwicklung des Angestellten Schritt hält. Regelmäßige Mitarbeitergespräche helfen dabei, Leistung und Motivation im Blick zu behalten.

2. Ein angenehmeres Arbeitsklima

Finden Sie heraus, warum Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Führen Sie mit jedem scheidenden Kollegen ein ausführliches Exit-Gespräch. So erkennen Sie rechtzeitig die Faktoren, die einer optimalen Mitarbeiterbindung im Weg stehen – und können frühzeitig gegen Störungen im Arbeitsklima vorgehen.

3. Eine bessere Work-Life-Balance

Sprechen Sie in Mitarbeitergesprächen nicht nur über die Leistung des Kollegen. Auch die Zufriedenheit und mögliche Veränderungen in seinem Privatleben spielen eine große Rolle. Wer eine Familie hat, für den ist es wichtiger, pünktlich Feierabend zu machen. Auch Karriereentscheidungen des Partners können beeinflussen, ob ein Mitarbeiter den Job wechselt, um beispielsweise gemeinsam in eine neue Stadt zu ziehen. Wer genau hinhört, erkennt diese Signale früher und kann Vorschläge erarbeiten, wie sich die neuen Bedürfnisse des Mitarbeiters erfüllen lassen.

Haben Sie unsere Vorschläge überzeugt? Mit welchen Mitteln versuchen Sie, Ihre Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden? Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

Bildquelle: © baranq / Fotolia.com

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