Die 10 besten Tricks für den Umgang mit dem schwierigen Chef

Von Alenka Mladina 27. Mai 2015

Ein schwieriger Chef kann einem den Spaß an der Arbeit ordentlich vermiesen. Allerdings gibt es einige bewährte Strategien für den richtigen Umgang mit einem schwierigen Chef, mit denen Sie das Konfliktpotenzial rasch aus dem Büro verbannen.

Auch die beste Montag-Morgen-Laune ist schnell dahin, wenn der Chef diese nicht teilt. Oder wenn er die getane Arbeit konsequent als “Selbstverständlichkeit” abtut. Das ist sehr nervenaufreibend.

In einer Robert Half Umfrage landete „mangelnde Wertschätzung durch den Chef“ auf Platz zwei der Gründe, was einen Mitarbeiter im Job unglücklich macht. Schlimmer ist demnach nur noch schlechte Stimmung am Arbeitsplatz, für die in vielen Fällen der schwierige Chef verantwortlich ist.

Klar: Jeder hat es am liebsten, wenn der Chef voll und ganz hinter einem steht. Die Realität im Unternehmen sieht leider oft anders aus und die Zusammenarbeit ist voller Konfliktpotenzial. Den Umgang mit einem schwierigen Chef kann man jedoch lernen.

Die Kurzfassung: 1. Probleme identifizieren. 2. In schwierigen Situationen richtig reagieren. 3. Gegenmaßnahmen einleiten, die langfristig greifen. Zu wenig aussagekräftig? Die ausführliche Version lesen Sie in unseren Tipps:

Erste-Hilfe-Tricks für unangenehme Situationen mit dem Chef

Wenn Sie den Umgang mit einem schwierigen Chef erlernen möchten, müssen Sie zunächst genau beobachten, in welchen Situationen im Job die Konflikte überhaupt entstehen. Weil eine Verhaltensweise bei Ihrem Chef in der Regel eine direkte Reaktion bei Ihnen auslöst, ist es wichtig, dass Sie kurzfristige Gegenstrategien beim Umgang mit dem schwierigen Chef anwenden. Beispiele für schwierige Situationen und kurzfristige Gegenstrategien sind:

Konfliktgrund 1: „Mein Chef lässt seinen Ärger an mir aus.“

Wenn mancher Chef einen schlechten Tag hat, meiden die Angestellten die Nähe seines Büros. Denn sein Zorn kann jeden Mitarbeiter treffen – egal, ob die Person etwas mit dem Kernproblem zu tun hat oder nicht. Cholerische Anfälle sind ein wirklich unfaires Verhalten, das nur extrem souveräne Mitarbeiter kalt lässt.

Trick 1: Sie kennen sicher das Sprichwort „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück“. Lassen Sie sich davon im Job nicht leiten. Im Umgang mit einem schwierigen Chef, der Sie anbrüllt, müssen Sie der Ruhepol sein. Schreien Sie in keinem Fall zurück. Atmen Sie tief durch und sparen Sie sich Ihr Feedback für ein ruhiges Gespräch auf.

Konfliktgrund 2: „Auf meinen Chef ist kein Verlass.“

Verhält sich Ihr Chef manchmal wie ein Fähnchen im Wind? Gestern verkündet er noch mit breiter Brust eine Information, heute will er davon will nichts mehr wissen? So können Sie auf Dauer nicht arbeiten.

Trick 2: Stellen Sie Ihren Chef auf keinen Fall bloß; vor allem nicht, wenn Sie sich in einem Meeting mit anderen Mitarbeitern befinden. Aber lernen Sie daraus für die Zukunft: Lassen Sie sich wichtige Anordnungen im Job schriftlich geben. Oder fassen Sie nach dem Meeting das Gespräch zusammen und fragen Sie nach, ob Sie alles richtig verstanden haben.

Konfliktgrund 3: „Mein Chef macht mich vor versammelter Mannschaft runter.“

Kritik ist wichtig, damit wir uns verbessern. Aber muss Ihr Vorgesetzter deshalb Ihre Fehler vor den Kollegen breit treten? Natürlich nicht.

Trick 3: Schlucken Sie Ihren Ärger hinunter. So schwer das auch fällt, es ist eine gute Grundregel für den Umgang mit einem schwierigen Chef. Fangen Sie nicht an, über Details zu diskutieren. Bedanken Sie sich für das Feedback und sagen Sie ihm, dass sie darüber gern zu einem anderen Zeitpunkt und in einem anderen Umfeld mit ihm sprechen würden.

Konfliktgrund 4: „Mein Chef ist ein Kontroll-Freak.“

Die höflichere Formulierung wäre Mikromanager. Die Symptome sind allerdings dieselben: Ihr Vorgesetzter kann keine Aufgabe vollständig aus der Hand geben. Er hat seine Finger in jedem Projekt oder blickt Ihnen ständig über die Schulter. Welcher Mitarbeiter arbeitet schon besser, wenn er das Gefühl hat, permanent beobachtet zu werden?

Trick 4: Seien Sie Ihrem Chef einen Schritt voraus. Geben Sie ihm von sich aus regelmäßige Updates. Dann werden Sie zumindest nicht bei der Arbeit unterbrochen und der Umgang mit dem schwierigen Chef wird leichter.

Langfristige Strategien bei schwierigen Vorgesetzten

Den Umgang mit einem schwierigen Chef werden Sie nicht von heute auf morgen meistern. Stellen Sie sich besser auf einen längeren Prozess ein. Hier sind fünf Tipps, wie Sie diese Hürden im Job nehmen:

Trick 5: Versuchen Sie es mit Verständnis. Spannungen entstehen oft, weil Ihr Chef Stress ausgesetzt ist. Wenn Sie diesen Eindruck haben, können Sie von sich aus Hilfe anbieten: „Ich sehe, dass Sie viel um die Ohren haben. Kann ich Sie in irgendeiner Form unterstützen?“ Das nimmt in vielen Situationen den Wind aus den Segeln.

Trick 6: Jeder Chef hat Dinge, auf die er allergisch reagiert. Wenn Sie ihn gut beobachten, werden Sie ein Muster erkennen – und können kritische Situationen mit etwas Planung verhindern. Legt ihr Vorgesetzter besonders viel Wert auf Ordnung, räumen Sie Ihren Schreibtisch auf, bevor Sie das Büro verlassen. Ist er ein Mikromanager, sollten Sie alle Berichte pünktlich abliefern, oder noch besser: etwas zu früh.

Trick 7: Lassen Sie Ihre Gefühle zu Hause. Das ist einfacher gesagt als getan und erfordert für viele Mitarbeiter eine Menge Übung. Aber Sie werden den Umgang mit einem schwierigen Chef am schnellsten meistern, wenn Sie sein Verhalten nicht persönlich nehmen. Womöglich steht er selbst unter starkem Druck und muss den (zugegeben ungerechtfertigterweise) an Ihnen und den Kollegen.

Trick 8: Kehren Sie vor der eigenen Tür. Inwieweit sind Sie selbst für schwierige Situationen im Job verantwortlich? Gibt es ein bestimmtes Verhalten, das immer wieder die gleiche (unangemessene) Reaktion bei Ihrem Chef hervorruft? Stellen Sie sicher, dass Sie als Mitarbeiter Ihren Anteil an einem harmonischen Verhältnis leisten.

Trick 9: Es ist gut, dass Sie an sich arbeiten und den Umgang mit einem schwierigen Vorgesetzten erlernen wollen. Doch irgendwann ist auch Ihre Grenze erreicht. Dann ist es an der Zeit, „auf Wiedersehen“ zu sagen und sich nach einem neuen Job umzusehen.

Trick 10: Erkennt der Chef Ihre Bemühungen nicht, dann ist ein klärendes Gespräch mit dem schwierigen Chef unumgänglich. Vereinbaren Sie einen Termin mit ihm und sagen Sie ihm offen, was Sie stört. Bleiben Sie im Gespräch höflich, aber halten Sie sich nicht zurück. Er soll den Ernst der Lage erkennen.

Wenn sich danach nichts ändert, haben Sie sich nichts mehr vorzuwerfen. Sie sollten das Drama allerdings auch nicht länger mitspielen: Nutzen Sie die günstige Arbeitsmarktlage und sehen Sie sich nach anderen Jobs um.

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