Der Workaholic-Test: 5 Anzeichen dafür, dass Sie zu viel arbeiten

Von Christina Holl 10. September 2015

Nach Hause gehen Sie nur zum Schlafen? Freitags haben Sie schlechte Laune, weil Sie am nächsten Tag nicht ins Büro können? Und Ihr Urlaubsziel suchen Sie nach der stabilsten WLAN-Verbindung aus, um keine geschäftliche E-Mail zu verpassen? Dann ist Vorsicht geboten, denn Sie sind auf dem besten Weg zum Workaholic.

Wer abends als Letzter das Büro verlässt, dem konstatieren wir gern Fleiß und Leistungswille. Doch es gibt auch ein Zuviel des Guten. Wenn auch bei Ihnen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zunehmend verschwimmen, sollten Sie schnell etwas dagegen tun.

Viel ist nicht gleich gut - den Perfektionismus eindämmen

Doch warum wird ein Mitarbeiter eigentlich zum Workaholic? Das liegt an einer häufigen Eigenschaft von Workaholics: Sie sind Perfektionisten. Sie wollen jede Aufgabe bestmöglich erledigen. Dabei gehen Sie mit solcher Präzision zu Werke, dass Sie andere Faktoren vernachlässigen, wie die Gewichtung unterschiedlicher Aufgaben. Ein unwichtiges Projekt erhält die gleiche Aufmerksamkeit wie ein überaus bedeutsames. Dadurch fällt mehr Arbeitszeit an als vorab kalkuliert und Deadlines können nicht eingehalten werden. Viele Workaholics sind deshalb Workaholics, weil sie nie zum Ende kommen können. Denn tatsächliche Perfektion ist letztendlich nie erreichbar.

An diesen 5 Merkmalen erkennen Sie, dass Sie ein Workaholic sind

1. Statt einer Sandburg bauen Sie sich im Strandurlaub Ihren Schreibtisch nach

Eines der deutlichsten Anzeichen dafür, dass Sie ein Workaholic sind: Sie können im Urlaub nicht abschalten. Das beste Gegenmittel ist, den Laptop zu Hause und das Smartphone im Hotel zu lassen. Nutzen Sie den Urlaub zur Entspannung und nicht dazu, Liegengebliebenes abzuarbeiten. Teilen Sie den Kollegen und Kunden unmissverständlich mit, dass Sie während dieser Zeit nicht erreichbar sind. Nur wenn Sie komplett abschalten, geben Sie Kopf und Körper die Chance, Energiereserven aufzufüllen. Dann sind Sie bei der Rückkehr nicht nur zufriedener, sondern auch motivierter und langfristig leistungsfähiger.

2. Sie essen nicht bei Kerzenschein sondern im Monitorlicht

Regelmäßig am Arbeitsplatz zu essen, ist ein weiteres deutliches Warnsignal. Tun Sie sich selbst einen Gefallen und verlassen Sie zum Mittagessen den Schreibtisch. Gesellen Sie sich zu den Kollegen in die Kantine. Oder unternehmen Sie zumindest einen kleinen Spaziergang um den Block, wenn Sie keinen Hunger haben. Ein kurzer Szenenwechsel und etwas Bewegung helfen Ihnen eher dabei, kreative Lösungen zu entwickeln als 30 weitere Minuten vor Ihrem Computerbildschirm.

3. Sie wissen, wie der Nachtwächter seinen Kaffee trinkt

Detaillierte Einsichten in die Arbeitsgewohnheiten des Sicherheitspersonals in Ihrem Gebäude sind ein deutliches Zeichen dafür, dass Sie oft zu lange im Büro bleiben. Wenn Sie nicht gerade an einem großen Projekt mit kritischer Deadline arbeiten, kann die Arbeit auch bis morgen warten. Nehmen Sie es sich nicht zum Ziel, der Letzte im Büro zu sein. Kommen Sie dauerhaft in Konflikt mit Deadlines, ist das Problem eher schlechtes Zeitmanagement oder zu viel Arbeit. Setzen Sie klar Prioritäten oder reden Sie mit Ihrem Vorgesetzten über eine Anpassung Ihres Workloads.

4. Sie haben keine Fehlzeiten

Niemals krank zu sein, bedeutet im Zweifel, dass Sie sich trotz Husten und Fieber ins Büro schleppen. Damit ist nun wirklich niemandem geholfen: Sie bringen nicht die volle Leistung und stecken im schlimmsten Fall auch noch Ihre Kollegen an. Bleiben Sie zu Hause und kurieren Sie sich aus. Ein paar Krankheitstage sind kein Makel in Ihrer Personalakte – und Sie verhindern, dass weitere Kollegen Ihretwegen ausfallen.

5. In Ihrer Freizeit sortieren Sie die E-Mails in Ihrem Posteingang

Ordnung muss sein und hilft, in überfüllten E-Mail-Postfächern den Überblick zu behalten. Allerdings sollten Sie die Freizeit nicht dazu nutzen, Ihr Arbeitsleben zu organisieren. Suchen Sie sich deshalb ein Hobby, das den Namen auch verdient. Am besten eines, das Sie nicht nur den Kopf abschalten lässt, sondern auch den Körper beweget.

Hinter wie viele Punkte konnten Sie einen Haken setzen? Ehrgeiz und Arbeitsethik sind lobenswert, aber wenn Sie es damit übertreiben, leiden Gesundheit und zwischenmenschliche Beziehungen. Sie brauchen Urlaub und Wochenenden, um eine gesunde Work-Life-Balance aufrechtzuerhalten und Stress und Krankheiten zu vermeiden. Wenn das an Ihrem derzeitigen Arbeitsplatz nicht möglich ist, sollten Sie sich vielleicht nach einer Alternative umsehen.

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