Das ungenutzte Potenzial des passiven Bewerbermarkts

Von Sven Hennige 22. April 2015

Wer sich heutzutage darauf verlässt, dass sich willige Bewerber dankbar auf passende Jobs bewerben, ist schlecht beraten. Vielmehr müssen Unternehmen verstärkt den passiven Arbeitsmarkt durchforsten, um Mitarbeiter für sich zu begeistern, die eigentlich gar nicht auf Jobsuche sind.

Im Umgang mit potenziellen Mitarbeitern legen immer noch wenige Unternehmen dieselben Maßstäbe an wie beim Umwerben von Kunden. Statt den Bewerber in den Mittelpunkt zu stellen und ihm das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden, werden sie häufig noch als Bittsteller behandelt.

Nun ist seit geraumer Zeit der Arbeitsmarkt in einigen Branchen nicht unbedingt überlaufen. Gerade in der IT- und Finanzbranche zeigt sich der Mangel an qualifizierten Fachkräften immer häufiger und heftiger. Laut der Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half ist es für 89 % der befragten HR-Manager eine große oder sogar sehr große Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Im passiven Bewerbermarkt konkurrieren weniger Unternehmen um Top-Fachkräfte

Der Grund dafür liegt allerdings häufig in den Unternehmen selbst. Denn wer sich erst dann um Bewerber bemüht, wenn sie auf eine Stellenanzeige oder Ausschreibung reagiert haben, ist reichlich spät dran. Ab diesem Zeitpunkt stehen sie nämlich bereits in direkter Konkurrenz zu anderen Arbeitgebern, die unter Umständen interessantere Bedingungen bieten können: besseres Gehalt, nachhaltigere Karriereperspektiven oder eine ausgeglichenere Work-Life-Balance.

Daher ist es für Unternehmen heutzutage wichtig und vielversprechend, den passiven Arbeitsmarkt zu nutzen und dort um potenzielle Mitarbeiter zu werben. Das sogenannte Active Sourcing, also die direkte Kontaktaufnahme mit passenden Kandidaten, lässt viel mehr Raum, um einen potenziellen Kandidaten für sich zu begeistern.

Social Media Recruiting hat seine Grenzen im passiven Bewerbermarkt

Aktuell versprechen sich viele Unternehmen diesen Sympathieaufbau von Social Media Recruiting, also der Talentsuche über die sozialen Netzwerke. Das kann über die direkte Kontaktaufnahme in Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn erfolgen, aber auch über der Positionierung der eigenen Arbeitgebermarke durch Teilnahme in Gruppen und Foren.

Auf welche Social-Media-Recruiting-Strategie Sie letztendlich setzen, die Umsetzung erfordert Zeit und auch Budget. Social Media Recruiting ist nicht durch ein paar Klicks und Status-Updates auf Facebook zu lösen. Eine integrierte Strategie ist die Grundvoraussetzung für Erfolg. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen stellt das oft vor Herausforderungen.

Im Fach- und Führungskräftebereich spielt Social Media zwar eine wichtige Rolle. Hier lässt sich allerdings die einfache Formel „gute Leute kennen gute Leute“ eindrucksvoll nachweisen: Jeder fünfte Job in diesem Bereich wird über persönliche Empfehlungen besetzt (Quelle: Arbeitsmarktstudie von Robert Half). Deshalb sind Mitarbeiterempfehlungsprogramme in diesem Zusammenhang erfolgsversprechender.

Recruiting-Partner für Active Sourcing

Direkten und schnellen Zugriff auf den passiven Bewerbermarkt im Fach- und Führungskräfteumfeld bieten außerdem spezialisierte Personaldienstleister wie Robert Half. Wir pflegen ein großes Netzwerk mit qualifizierten Kandidaten im Finanz-, IT- und Office-Bereich und können so schnell passive Bewerber identifizieren und für Ihr Unternehmen begeistern.

Was bedeutet das für das Recruiting? Eine gesunde Mischung aus traditionellen Recruiting-Maßnahmen (z.B. Schalten von Stellenanzeigen), aktivem Bewerbermanagement, Social Media Recruiting und der Nutzung von Netzwerken (Mitarbeiterempfehlungsprogramme und Personaldienstleister) führt langfristig am ehesten zum Ziel.

Wie sehen Sie das Thema "Active Sourcing"? Ich freue mich auf eine spannende Diskussion!

Bildquelle: © bigpa - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren